Auf dem Festplatz vor dem Kulturzentrum haben engagierte Treuener ab Dienstag die Eisbahn gespritzt. Im Bild von links Clemens Bauch, Michael Rother, Claudia Bauch, Karel Mutschmann und Mike Wastel. Die Eisbahn wird heute öffnen und soll jeden Tag von 15 bis 20 Uhr geöffnet sein, solange es das Wetter zulässt. 40 Paar Schlittschuhe liegen zur Ausleihe bereit.
Foto: Joachim Thoss
Ab heute geht's auf der Eisbahn rund
Knackiger Frost macht es möglich: Im Kulturzentrum wird Eisbahn eröffnet
Treuen. Sobald der Wetterbericht zweistellige Minusgrade prophezeite, entfalteten Treuens Kultur-Banausen hektische Betriebsamkeit: Kurzfristig verständigten sich die Vereinsmitglieder darauf, die Eisbahn im Kulturzentrum aufleben zu lassen. Dreimal hatten sie hier schon das rutschige Spektakel inszeniert, wegen der Schneemassen musste im vergangenen Winter pausiert werden.
Nach einer Menge Telefonaten und Absprachen hieß es ab Dienstagabend "Wasser marsch". Jeweils eine halbe Stunde lang wurde eine 30 mal 30 Meter große Asphaltfläche im Kulturzentrum gleichmäßig bespritzt; sobald eine Eisschicht entstanden war, konnte die nächste aufgetragen werden. "Es dauert ein paar Tage, bis alles gleichmäßig glatt ist", erläuterte Kultur-Banause Karel Mutschmann. "Man muss schon ein bisschen gestört sein, um das bei klirrender Kälte zu machen." Der Feuerwehrmann selbst hatte im Kulturzentrum sein Feldbett aufgeschlagen und das nächtliche Spritzen übernommen: Alle paar Stunden klingelte sein Wecker, dann spritzte er eine neue Schicht.
In den Abendstunden unterstützte ihn ein großes Team. "Bis zu 25 Mann brauchen wir, damit alles funktioniert", so Mutschmann. Die Grundvoraussetzung hatte Tilo Herrgeist geschaffen, indem er die Fläche von Schnee befreite. Außer dem großen Erst-Spritz-Kommando werden Leute benötigt, die die Bahn nach dem Eislaufen wieder glätten und erneut spritzen, schadhafte Stellen auch per Wassereimer ausgießen. 40 Paar Schlittschuhe sind auszugeben und wieder aufzuarbeiten, für Glühwein und Musik muss gesorgt werden, die Eintrittsgelder (1,50 für Erwachsene, ein Euro für Kinder ab 6 und Jugendliche) sind zu kassieren. Haupteinnahme-Quelle sei allerdings der Glühwein-Verkauf, verrät Mutschmann.
Vom Erlös müssen unter anderem die Kosten für Wasser und die Gema-Gebühren gezahlt werden. Die Stadt Treuen unterstützt das Ganze durch Übernahme von Strom- und Heizungskosten und finanziert auch das Dixie-Klo. "Wenn das Wetter passt, dann kommt ganz Treuen zur Eisbahn und hat hier Spaß - vom Baby im Kinderwagen bis zur Oma. Die einen fahren Schlittschuh, die anderen stehen drum herum, gucken zu und quatschen, das bringt die Leute mal wieder zusammen", freut sich Karel Mutschmann. Und genau dies ist das Hauptanliegen der Kultur-Banausen.



18:58 Uhr
crashy9708: NA, ENDLICH!!!
Da kommen alte Jugendträume hoch:
Wie viele Stunden habe ich in den 70-ern wohl auf der Eisbahn verbracht - und wie viele noch bei den Freiluft-Tanzveranstaltungen im den Frühjahrs- und Sommermonaten.
Bei dem Anblick des Bildes blutet einem das Herz.
Es ist schön, dass die Eisbahn wieder betrieben wird.
In deren Anfängen war damals alles noch recht primitiv - aber schön!
Wie oft haben wir bis in die Nacht hinein dort unsere Runden ums Eisoval gedreht und die Mädels geärgert.
"Vorgeglüht" wurde damals auch ganz gut und heiße Bockwurst gab es auch.
Man, das war für uns eine tolle Zeit, auch wenn wir früh um Fünf raus mussten und an die Penne fuhren.
Es war einfach damals schon eine "geile" Zeit zu erschwinglichen Preisen im Pfennig-Bereich.
Es stimmt mich wirklich sehr, sehr positiv, dass endlich mal wieder "alte" Traditionen aus einer Zeit aufleben dürfen, die gerade in dieser Hinsicht doch so schlecht nicht war.
Übrigens:
Meine ADIDAS - Schlittschuhe, die ich mir selber schön "scharf" schleifte, die habe ich heute noch, auch wenn die Dinger nicht mehr passen.
Ich kann mich davon eben nicht trennen.
Endlich ein Stück Jugendarbeit, die auch greifen wird und alle anspricht - vielleicht auch unseren '59-er Jahrgang.
Lägen keine 300 km Luftlinie zwischen mir und dem Eisspektakel - ich würde mich sogar in meine alten ADIDAS zwängen und mit 53 Jahren nochmal dort meine Runden drehen.