An der Talsperre Werda wird weiter kräftig investiert. Errichtet wurde sie vor über 100 Jahren, um Plauen mit Trinkwasser zu versorgen.
Foto: Joachim Thoss
Alle Talsperren bleiben: Puffer für Ernstfall
Wasserversorgung konnte im Februar nur mit Mühe gesichert werden
Werda. Den Bedarf der Region mit Trinkwasser garantieren- das ist das alltägliche Geschäft der Südsachsen Wasser GmbH, die im Vogtland die Wasserwerke Werda, Muldenberg und Großzöbern betreibt. Meist ist dies kein Problem, wie Südsachsen-Geschäftsführer Peter Rebohle am Donnerstag bei einem Besuch des Präsidenten der Landesdirektion, Dietrich Gökelmann, in Werda informierte: Die Trinkwasser-Talsperren in Werda, Muldenberg und Dröda seien im Schnitt zu 60 bis 70 Prozent ausgelastet. Doch man müsse stets auch einen überraschenden Spitzenbedarf absichern können. Und dabei sei man in den letzten Jahren gleich drei mal an die Kapazitätsgrenzen gestoßen: Beim verheerenden Hochwasser 2002, bei der Dürre im Sommer 2003 - und im Februar dieses Jahres. "Es lag wenig Schnee, gleichzeitig herrschte extremer Frost, dadurch gab es zahlreiche Schäden an alten Leitungen, besonders in Westsachsen", erläuterte Rebohle. Die Experten hätten hinter den Kulissen wirbeln müssen, um abzusichern, dass kein Wasserhahn trocken blieb. Es zeige sich immer wieder, dass man für Ernstfälle einen Puffer benötige: "Wenn man nur vom Durchschnittsbedarf ausgeht, dann könnten wir ja mindestens eine Trinkwasser-Talsperre im Vogtland stilllegen."
Präsident Gökelmann, der heute vor einem Jahr sein Amt übernahm, will Sachsen nicht nur vom grünen Tisch aus verwalten, sondern sich vor Ort ein Bild machen. Die erste Kreis-Bereisung führte ihn ins Vogtland. Er schaute sich im ehemaligen Horten-Kaufhaus in Plauen um, das künftig das Landratsamt beherbergen soll, und zeigte sich beeindruckt von der Größe des Gebäudes. Anschließend stattete er dem Modellbau Roth in Theuma einen Besuch ab, schaute sich dann die Talsperre Werda und das zugehörige Wasserwerk an, um die Reise dann mit einer Visite bei Uvex Safety in Ellefeld zu beenden. In Werda erläuterten der Vertreter von Südsachsen Wasser sowie Eberhard Jüngel von der Talsperrenverwaltung auch die besondere Funktion der Wassereinzugs-Gebiete. Für die damit verbundenen Einschränkungen würden jährlich 100.000 bis 150.000 Euro Ausgleichszahlungen vor allem an Landwirte geleistet. Christoph Großer, der zuständige Sachgebietsleiter, wies darauf hin, dass insgesamt 20 Prozent des Vogtlandkreises Wasserschutzgebiet sind: "In den Kreisen Zwickau und Chemnitz betrifft das keinen Quadratmeter."


20:28 Uhr
crashy9708: Ich hab' da mal 'ne Frage:
Die Bevölkerung Plauens sinkt, die Wasserpreise steigen und die Bevölkerung soll am "Nass" sparen und tut es auch.
... und trotzdem kann der Bedarf nicht gedeckt gedeckt werden?
Am "Klimawandel" allein wird es wohl doch nicht liegen.
Mich würde mal interessieren, wohin das fehlende Wasser eigentlich versickert?
Oder "zapfen" da irgendwelche Grundstücksbesitzer einfach mal "schwarz" etwas ab?
Schließlich fass so mancher Pool auch eine Menge Wasser, oder?