Wohnungen an der Eisenbahnstraße Die Awo will in ihren Häusern, wie im Bild an der Eisenbahnstraße, attraktive Wohnungen anbieten.

Foto: Joachim Thoss

Auerbach: Weniger Wohnungen stehen leer

Acht Prozent Leerstand gemeldet - Tendenz seit Jahren sinkend

Auerbach. Als Herausforderung bezeichnet es Awo-Geschäftsführerin Dagmar Blechschmidt, durch Kündigungen leer gezogene Wohnungen mithilfe von Neuvermietungen wieder zu füllen. Aktuell stehen etwa acht Prozent der rund 2040 Wohnungen der Auerbacher Wohnungsbaugesellschaft leer - Tendenz seit Jahren sinkend. Der sächsischen Durchschnitt liegt bei einem Leerstand von 15 Prozent.

Mit interessanten Grundrissen wie bei Maisonette-Wohnungen, dem Zusammenlegen von Einraumwohnungen oder dem Anbieten von möblierten Räumen beispielsweise für junge Leute versucht die Awo den Leerstand so gering wie möglich zu halten. Ansprechen will die Wohnungsbaugesellschaft damit sowohl ältere als auch jüngere Menschen und Familien. Letztere Gruppe macht nach Aussagen der Geschäftsführerin mit etwa der Hälfte den größten Teil der Awo-Mieter aus. "Viele Leute haben bei den Neubauwohnungen noch immer den DDR-Standard im Kopf. Schauen sie sich die Wohnungen heute an, sagen viele: ,Das ist ja gar keine Neubauwohnung mehr.'"

Da es weniger junge Leute gibt, werden aktuell kleinere Einzimmerwohnungen in Zwei-Raum-Wohnungen umgebaut. Mieter sind meist Senioren, der mit etwa 30 Prozent zweitgrößten Kundengruppe der Awo. "Diese Menschen sind heute oft noch sehr fit. Trotzdem schätzen sie in den Neubaugebieten die Nähe zur Stadt, die Busanbindung und den Fahrstuhl." Nach Auffassung der Geschäftsführerin muss etwas dafür getan werden, damit ältere Menschen fit bleiben. Dafür favorisiert die Awo eine Zusammenarbeit mit sozialen Diensten.

Vorrichtung eines Kinderzimmers Dieter Handtke (links) und Karsten Riedel richten im Haus an der Eisenbahnstraße 27 ein Kinderzimmer vor.

Foto: Joachim Thoss

Traditionell ist in Auerbach der Leerstand im Sommer am größten, und es gibt im letzten Quartal des Jahres die meisten Vermietungen. Als Gründe für die Kündigungen in der warmen Jahreszeit nennt Dagmar Blechschmidt das Ende der Lehrzeit. "Die jungen Leute ziehen dorthin, wo sie eine Arbeit finden." Die Stadtfeste im Spätsommer würden helfen, die Wohnungen zu füllen: "Menschen besuchen ihre Heimatstadt, die einst wegen Arbeit weggezogen und heute im Vorruhestand sind. Da kommt manch einer zurück." Die häufigsten Kündigungsgründe in der Awo sind laut einer von Dagmar Blechschmidt vorgelegten Statistik Umzüge innerhalb der Awo, Umzug in ein Pflege- oder Seniorenheim, Tod des Mieters und Arbeitsplatz- häufig verbunden mit Wohnortwechsel.

Es gibt aber auch einen hausgemachten Grund für Leerstand, beispielsweise wenn Räume zusammengelegt werden sollen. "Wenn eine Wohnung leer steht und absehbar ist, dass die daneben bald auch freigezogen wird, dann wird die leere nicht wieder vermietet. Dadurch können die Wohnungen besser zusammengelegt werden", erklärt Blechschmidt. Um die Zimmer in einem vernünftigen Zustand zu erhalten investiert die Awo in jedem Jahr etwa 1,2 Millionen Euro. 3,2 Millionen Euro fließen in den Abbau der Schulden.

 
erschienen am 25.06.2012 ( Von Lutz Hergert )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
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  • 29.06.2012
    08:47 Uhr

    Holzinger: Dafür stehen überall (nicht nur in Auerbach) immer mehr Häuser leer, besonders in der Innenstadt. Diese historische Bausubstanz verfällt und die Innenstädte verlieren ihr typisches Aussehen. Immer mehr Baulücken und verfallene Gebäude.

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  • 26.06.2012
    13:02 Uhr

    crashy9708: HÄTTE, WENN ... UND ABER (?)

    Hätte man nach der Wende nicht die Fördergelder in Häuser gesteckt, deren Miete kein Mensch bezahlen kann und deren Wohnungen heute leer stehen, dann wären weniger DDR-Neubauten, besonders die am Bendelstein "geschleift" worden.

    Unsere WBS 70 - Wohnung in Berlin wurde nach der Wende gleich mit Fördermitteln modernisiert und mit modernster Technik der Wärmerückgewinnung ausgestattet.
    Sogar wir Mieter hatten ein Mitspracherecht und konnten selber entscheiden, welche Modernisierung wir damals machen lassen wollten.

    Resultat: Warmmiete für 470,- qm (inkl. Aufzug und Müllschlucker) für 70qm mit 6m Balkon und Hauskeller auf der Etage!
    Im Winter brauche wir gerade mal einen Heizkörper, um die Bude warm zu halten!

    Jetzt, nach 20 Jahren, modernisieren wir das Bad auf eigne Kosten (Fliesen) und haben so eine Wohnung, die auch für 2 Personen noch Hartz-IV-sicher ist.

    Was die AWO betrifft, da kann ich nur sagen, dass meine Eltern sehr zufriedene Kunden sind und wir als Gäste in den Gästewohnungen auch sehr gut untergebracht wurden!

    Ich würde mir wünschen, dass die AWO noch mehr Gäste-Wohnungen zur Verfügung stellt, so dass wir wenigstens nicht ein Jahr im Voraus (?) buchen müssen, nur um den Geburtstag meiner Mutter feiern zu können, der ausgerechnet dann ist, wenn hier in AE das Oldtimer-Treffen stattfindet und ein, ich betone EIN Kunde gleich den gesamten Bestand an Gästewohnungen anmietet - so sollte Marktwirtschaft aber auch nicht aussehen!

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