Ortsumgehung Treuen Wer von der Straße der Jugend aus in die Lengenfelder Straße abbiegt, wird nicht darauf hingewiesen, dass er neuerdings in eine Sackgasse steuert. Seit der Eröffnung der Ortsumgehung Treuen kommt man hier nicht mehr nach Lengenfeld. Auch im Landratsamt denkt man über eine entsprechende Hinweisschilder nach.

Foto: Joachim Thoss

Blind in die Sackgasse

Amt erwägt Abhilfe

Treuen. Treuen. Anwohner Werner Fankhänel kann täglich vom Fenster aus verfolgen, wie Auto- und Lkw-Fahrer irrtümlich in die Lengenfelder Straße hineinfahren - um früher oder später zu erkennen, dass diese eine Sackgasse ist.

"Neulich habe ich in einer halben Stunden zehn Autos gezählt, die umgekehrt sind", schildert er. Am schlimmsten sei es im Winter für die Lkw-Fahrer gewesen: "Viele fuhren bis zum Waldhaus durch und mussten sich dann an den Schneewänden vorbei einen Kilometer zurücktasten, um am Getränkemarkt wenden zu können - die hatten den Kanal voll." Klar: Die Brummifahrer folgen ihren Navis, in denen die neue Straßenführung noch nicht eingegeben ist. Doch es fehle auch an einer ordentlichen Beschilderung, bemängelt Fankhänel: "An die Kreuzung gehört ein Sackgassenschild - es nützt ja nichts, wenn es erst am Getränkemarkt steht. Dann sind die Auswärtigen doch längst falsch abgebogen."

Es ist nicht das einzige Beschilderungs-Problem, das Fankhänel nach dem Bau der Umgehung in Treuen sieht. Ihm will auch nicht einleuchten, dass etwa am Kreisverkehr Oststraße/Perlaser Straße Auerbach, Rodewisch und Lengenfeld ebenso wenig dranstehen wie in die Gegenrichtung Plauen und Gewerbegebiet - nur Wolfspfütz, Wetzelsgrün und Autobahn sind zu lesen. "Man muss doch an die Fremden denken, von denen will keiner nach Wolfspfütz und Wetzelsgrün. Warum sind nirgendwo die wichtigen Orten ausgeschildert?"

Die Beschilderung am Kreisel sei völlig ausreichend, meint dazu Treuens Ordnungsamtsleiter Burkhard Weck - schließlich würden die Auswärtigen ja schon per Umgehung an Treuen vorbeigeleitet. Zur Problematik Lengenfelder Straße räumt Weck ein, dass tatsächlich zahlreiche Kraftfahrer nichtsahnend in diese Sackgasse hineinfahren würden: "Ich habe selbst schon Lkw-Fahrer herausgelotst." Zwar würden sie am Getränkemarkt auf ihren Fehler hingewiesen und könnten dort rechtzeitig wenden - aber optimal sei das nicht. Ein Vorwegweiser an der Kreuzung könnte die Situation entspannen, meint der Ordnungsamtsleiter: "Wir sind dran und werden uns dazu mit dem Landratsamt in Verbindung setzen."

Laut Constanze Ast, Sachgebietsleiterin Verkehrslenkung und Verkehrssicherung im Landratsamt, wurde dieses Sackgassenschild bereits bei der Vorabnahme der Wegweisung an der Kreuzung diskutiert. "Es wurde damals von der Stadt Treuen nicht die zwingende Notwendigkeit gesehen, weil befürchtet wurde, dass die an dieser verkehrstechnischen Sackgasse liegenden Geschäfte nicht mehr angefahren werden", erläutert sie. "Wenn sich aber im Nachgang der Verkehrsfreigabe herauskristallisiert, dass immer noch ein großer Anteil von Verkehrsteilnehmern falsch fährt, sollte reagiert werden. Das Ansinnen wird nunmehr von der Verkehrsbehörde aufgegriffen und mit den zu beteiligenden Behörden ein Anhörverfahren durchgeführt."

Bezüglich der Beschilderung im Kreisverkehr Oststraße/Perlaser Straße verweist die Sachgebietsleiterin darauf, dass man diese im Zusammenhang mit der Wegweisung auf die Ortsumgehung sehen müsse. Zudem würde sich die Situation ändern, wenn die Eicher Spange fertig gestellt werde. "Am Kreisverkehr aus Richtung Schreiersgrün an der S 298 sind gegenwärtig die Autobahn, Wolfspfütz und das Symbol Gewerbegebiet ausgeschildert. Eben um den Autobahnverkehr und den Verkehr Richtung Gewerbegebiet zur Ortsumgehung zu schicken", erläutert sie. Bei der Beratung zur Wegweisung an sich habe man keine Notwendigkeit gesehen, dort schon Plauen und Elsterberg aufzunehmen. "Der Hauptverkehr soll auch die Ortsumgehung nutzen." Deswegen habe man auch Auerbach und Rodewisch nicht aufgeführt.

Werner Fankhänel kann dies nicht nachvollziehen und hält es für spitzfindig. "Es fahren ja doch noch ein paar Ortsfremde nach Treuen hinein, die dann kaum wieder herausfinden. Man könnte ja wenigstens Schilder anbringen ,In alle Richtungen', so etwas habe ich in sehr vielen Städten gesehen", meint er.

 
erschienen am 11.04.2011 ( Von Bernd Appel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 12.04.2011
    16:22 Uhr

    crashy9708: Als alter Treuener und (inzwischen) Berufskraftfahrer ist mir die Verkehrspolitik in Treuen ein Rätsel.Die Lengenfelder Straße wird dicht gemacht und der Weg nach Perlas als Zugang für die Stadt ausgebaut, sogar mit einem Kreisverkehr, dessen eigentlichen Sinn ich an der gesamten Umgehung zur Verkehrsberuhigung und Betriebskostensenkung vermisse.
    Nach dem Gesetz der Macht der Gewohnheit ist es doch nur nachvollziehbar, dass die Autofahrer in diese neue Sackgasse einbiegen. Genauso ist es mit der Straßenführung im gesamten Innenstadtgebiet von Treuen.
    Vor ein paar Jahren bin ich den Stadtberg hoch zum ehemaligen Thälmannplatz gefahren und habe - aus Macht der Gewohnheit - die Vorfahrt nicht beachtet, die dort schon vor Jahren geändert wurde. Ich hatte Glück, dass ich allein auf der Kreuzung war. Noch schlimmer hat es mich erwischt, als ich in der oberen Stadt mal kurz von der alten Karl-Marx- in die Bahnhofstraße fahren wollte:
    Ich wäre fast rückwärts durch eine Einbahnstraße durch.
    Noch schlimmer ist es in der unteren Stadt, wo man eine "verkehrsberuhigte Zone " hat - die von keinem Autofahrer so richtig ernst genommen wird und so richtig "sauteuer" gepflastert wurde mit dem Ergebnis, dass diese schon die Gestalt einer "Buckelpiste angenommen hatte.
    Wo Treuen doch so auf "alte Traditionen" setzt, da hätte ich wenigstens gedacht, dass die "alte Königsstraße" für den Verkehr offen bleibt!
    Übrigens:
    Wer fährt schon von der BAB AS TREUEN in Richtung AE über die Umgehung? - Höchstens ein Ortsunkundiger!

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