Hat zum 1. Brückenfest in Wernesgrün auch Familie Birner angelockt: die Schmalspurlok "I K Nr. 54", der Werbeträger für das sächsische Projekt "Dampfbahnroute".
Foto: Silke Keller-Thoß
Dampfross wirbt für Schmalspurbahn
Gut besuchtes 1. Brückenfest in Wernesgrün steht im Zeichen des historischen Muldental-Viaduktes - Projekt zum Wiederaufbau gestartet
Wernesgrün. Wernesgrün. Fasziniert schleichen Heinrich Claus und sein Urenkel Sebastian um das dunkelgrüne, im Sonnenlicht glänzende Dampfross und nehmen jedes Detail in Augenschein. "Ist schon ein Schmuckstück", schwärmt der Opa. Mit seinem Urteil steht er nicht allein. Etliche neugierige und anerkennende Blicke hat die Schmalspurlokomotive "I K Nr. 54" zum 1. Brückenfest am Wochenende in Wernesgrün auf sich gezogen.
"Das ist eine Konstruktion von 1881", erklärt Holger Drosdeck vom Tourismusprojekt. "Hierbei handelt es sich allerdings um eine nachgebaute Version aus dem Jahr 2009. Von der Original-Lokgattung ist 1956 die letzte verschrottet worden." Auf sächsischen Schmalspurstrecken im Einsatz, fungiert die Lok heute als Botschafter der Dampfbahn-Route Sachsen. Auch auf der geplanten Schmalspurstrecke zwischen Carlsfeld und Wernesgrün soll sie einmal fahren.
Das groß angelegte Tourismusprojekt mit dem Wiederaufbau des historischen Muldentalviaduktes in Wilzschhaus als Herzstück stand im Mittelpunkt des Festes rund um den Brauereigutshof. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bei Diskussionsforen und einem touristischen Frühschoppen ein Bild von den geplanten Maßnahmen zur Tourismusförderung zu machen, über den Regionalmarkt zu schlendern, sich mit heimischen Produkten zu versorgen und bei Deftigem inklusive Bierchen niederzulassen. Die passende musikalische Umrahmung lieferten die Wernesgrüner Blasmusikanten und der Vogtländische Schalmeienzug Auerbach.
Mit dem Brückenfest hatten sich der Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen und die Wernesgrüner Brauerei als Veranstalter zum Ziel gesetzt, das Gesamtprojekt Schmalspurbahn und speziell den Brückenbau der Öffentlichkeit vorzustellen. Schließlich gelte es, "technische Meisterleistungen unseres Freistaates für nachfolgende Generationen zu bewahren", erklärt Andreas Winkler von der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen. Sie unterstützt das Viadukt mit der am Wochenende gestarteten Spendeninitiative "Via Wilzschhaus.
Erste Bauarbeiten an der landkreisübergreifenden Schmalspurbahnstrecke sind für 2012/2013 vorgesehen. Das Investitionsvolumen wird auf 20 bis 25 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen ein bis zwei Millionen auf den Viaduktbau. Der Eigenanteil, den die beteiligten sechs Kommunen aufbringen müssen, liegt bei zehn Prozent. Winkler und seine Mitstreiter setzen indes nicht nur auf Akzeptanz in der Bevölkerung, sondern auch auf Unterstützung: "Wir hoffen, dass möglichst viel ehrenamtlich entsteht."


