Die Schlossstraße in Auerbach hat etwa 12 Prozent Gefälle.
Foto: Joachim Thoss
Deckert-Idee: Förderband soll Auerbachs Gäste zum Schlossberg bringen
Oberbürgermeister will Zauberteppich als Aufstiegshilfe zu Schlossturm und Museum nutzen
Auerbach. Zum diesjährigen Wettbewerb "Ab in die Mitte" hat Auerbach ein Projekt eingereicht, mit dem Besucher das Schlossareal und Museum leichter erreichen können . Die Idee: Ein "Zauberteppich" genanntes Förderband soll die Schlossstraße hinauf führen und den steilen Anstieg erleichtern. Es ist der zweite Anlauf, im vergangenen Jahr war das Projekt von der Jury abgelehnt worden. "Die Welt ist noch nicht reif für solche Ideen", meint Manfred Deckert dazu. Dennoch hofft er für dieses Jahr auf einen positiven Bescheid, die Entscheidung dazu wird Ende September/Anfang Oktober bekannt gegeben.
Startpunkt für das Förderband soll an der Nicolaistraße sein. Rechtsseitig hinauf geht es über 220 Meter, ein Gefälle von 12 Prozent überwindend. Für den Bau sind Kosten von etwa 120.000 Euro kalkuliert. Im Wettbewerb würde es Preisgelder in Höhe von 30.000, 20.000 und 10.000 Euro geben. Laut Deckert ist die Firma, die solche Objekte baut, die Sunkid Skilift-Fördertechnik GmbH aus dem österreichischen Imst, an innerstädtischen Pilotprojekten interessiert, was auf einen Preisnachlass hoffen lässt. "Was konkret als Kosten auf die Stadt zukommt, kann ich jetzt noch nicht sagen", macht Deckert deutlich.
Die SunKid GmbH hat im eigenen Land, aber auch in Skigebieten in Italien und für Freizeitparks in den USA Zauberteppiche gebaut. Zudem das längste Förderband der Welt an einem Golfplatz am Schloss Auel (Deutschland), mit dem 30 Höhenmeter überwunden werden, und am Auersberg bei Eibenstock an der Sommertubing-Bahn einen von der österreichischen Firma hergestellten Zauberteppich.
"Ideen wie der des Auerbacher Stadtchefs stehen wir jederzeit offen gegenüber. Allerdings würde ein solches Förderband in der Stadt besondere sicherheitstechnische Anforderungen stellen", sagt Hannes Koschuta von der Marketing-Abteilung der österreichischen Firma.
Auf die Idee mit dem Zauberteppich sei Deckert angesichts von ähnlichen Objekten in Skigebieten gekommen, mit denen vor allem Kindern der ermüdende Anstieg am Hang erspart wird. Unter anderem gibt es einen solchen am Rodelhang am Ifa-Ferienpark Schöneck. "Wir wissen alle, dass der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung zunimmt. Die Verwirklichung dieser Idee wäre ein Weg, die Mobilität in der Zukunft zu sichern", sagt der Oberbürgermeister. Anklang gefunden habe seine Vision bereits beim Treffen der Oberbürgermeister vergangenes Jahr in Auerbach. Und schließlich ganz so neu ist der Gedanke, die Nicolaistraße mit dem Schlossberg zu verbinden auch nicht: Kurz nach der Wende war sogar mal die Rede von einer Kabinenbahn zur Gästebeförderung.
Aus einer früheren Idee Deckerts - einer Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 169 in Höhe der Bären-Apotheke - ist nichts geworden. Auch der Bau einer Verkehrsinsel zum leichteren Überqueren der viel befahrenen Straße scheiterte - an den verkehrsrechtlichen Bestimmungen. Ganz ad acta gelegt hat Manfred Deckert die Idee aber nicht: "Die wird realisiert, wenn wir mal ganz viel Geld übrig haben."


11:06 Uhr
ThorstenS: Lieber Herr Deckert, es gibt in Auerbach weiß Gott nützlichere Sachen, in die man Geld investieren sollte! Der Reumtengrüner Weg und die Zufahrt zum Flugplatz warten zum Beispiel schon ewig auf eine Instandsetzung.
Zum Flugplatz-Jubiläum im August kommen mitunter Besucher aus ganz Europa. Ich möchte nicht wissen, welche Meinung die sich über die Stadt Auerbach bilden, wenn sie die katastrophalen Zufahrten sehen.
21:11 Uhr
kopfschuettler: Auf so eine Schnapsidee kann einer vielleicht in der Kneipe nach 10 Bier kommen! Reicht es nicht, dass man sinnlos Geld in den Tretminenpark (Park der Generationen) gesteckt hat, muss man jetzt auch noch so einen Humbug verbreiten? Haben wir 1. April?
Herr Deckert sollte sich lieber einmal um die Gehwege in der Kaiserstraße kümmern - auf der Seite vom Kristallpalast - da kann man sich im Dunkeln den Hals brechen! Hier wäre das Geld sinnvoller angebracht! Auch die Straße selbst ist eine einzige Katastrophe! Aber Herrn Deckert ist ja wichtig, im Gespräch zu bleiben!
Das nächste Geldverschwenden ist die Schlossgaststätte! Glaubt da jemand dran, dass die noch einmal aufmacht? Auch hier hat man sinnlos Geld verbraten!
Hoffentlich bekommt er für seine Hirngespinste bei der nächsten Wahl den Denkzettel!
Von der Rosa-Luxemburg-Straße - Wohnsitz des Herrn Deckert - könnte man gleich eine Seilbahn zum Rathaus bauen, wäre doch ein neuer Vorschlag! Eine Stadt mit knapp 20.000 Einwohner und leerem Stadtsäckel möchte sich fühlen wie eine Millionenstadt, die zudem noch das Geld hätte!
Beim Lesen dachte ich erst an einen verspäteten Aprilscherz!
19:20 Uhr
nikolausi74: Vom Schloßturm aus könnte man dann ja gleich noch eine Skisprungschanze errichten, von der Herr Deckert ins Rathaus fliegen kann. Vielleicht sollte das Geld lieber in Wirtschaftsförderung oder sinnvolle touritstische Projekte investiert werden.
09:40 Uhr
monika222: Das kann doch alles gar nicht wahr sein. Die Deutschen sind sowieso schon zu fett, da wäre ein wenig Bewegung wohl nicht verkehrt. Als ehemaliger Sportler müsste man das doch wissen.
Außerdem hätten wir in Auerbach noch ein paar andere Projekte, die Geld kosten, z.B. die Parkplätze in der Neuen Heimat usw. Davon hört man nichts mehr!
19:38 Uhr
BlummeAugust: Während halb Europa in der Schuldenkriese auseinander bricht, haben Provinz-Fürsten nichts anders im Hirn (?) als Geld aus dem Fenster zu werfen. Wie lange wollen die Bürger sich so viel Dummheit noch gefallen lassen?