In der Holzproduktion in den Göltzschtalwerkstätten der Diakonie in Rebesgrün arbeiten Volker Zeidler, Kai-Uwe Dumke und Gruppenleiter Matthias Balazs.
Foto: Joachim Thoss
Diakonie stärkt ihren Markenkern
Diakonie im Kirchenbezirk Auerbach stellt Dienst am Menschen in den Mittelpunkt
Auerbach. Das Diakonische Werk im Kirchenbezirk Auerbach steht auf solidem wirtschaftlichen Fundament. Wie Vorstandssprecher Gernot Dörfel sagt, können auch 2012 und 2013 Überschüsse erwirtschaftet werden, die in Investitionen und Werterhaltungsmaßnahmen fließen, die in diesem Jahr bei 600.000 Euro liegen. Größte Investition wird mit 350.000 Euro der Neubau einer Halle an den Göltzschtalwerkstätten in Rebesgrün sein. "Wir brauchen für die Holzproduktion mehr Platz", erklärt Dörfel. Einerseits wächst der Bedarf an Arbeitsplätzen, begründet in den steigenden Fallzahlen bei psychisch kranken Menschen. Andererseits sind die Produkte aus den Göltzschtalwerkstätten begehrt. Unter anderem produziert werden im Holzbereich Rückenlehnen für die Wärmekabinen von Physiotherm Treuen oder Gestelle für die Möbelindustrie.
Besonderes Anliegen der Diakonie ist es, Menschen in Notlagen zu helfen. Das Augenmerk liegt dabei auf Familien mit Kindern und auf Familien, in denen Menschen mit Behinderungen leben. Es gibt die Hilfsfonds "Kinder in Not" und "Notfallhilfe für Menschen mit Behinderung". Die Diakonie gewährt finanzielle Unterstützung zwischen 100 und 300 Euro. Alles, was an Geld in den Fonds ist, kommt aus Spenden. "Wir decken das ab, was vom Staat nicht wertgeschätzt wird", sagt Dörfel. "Diese provokante Formulierung nutze ich gern mal, denn es gibt immer wieder Lücken, die zum einen in der Bürokratie begründet sind, zum anderen in individuellen Notlagen, für die schnelle Hilfe notwendig ist." Schnell und unkompliziert zu helfen, sei die "Marke der Diakonie". So konnte eine Schwerhörigenanlage für das Haus "Abendsonne" in Auerbach über Spenden finanziert werden, und auch die Brotkorbarbeit der Diakonie ist nur durch Spenden - finanzielle und Lebensmittel - möglich.
Mit ihren vielen Aufgabengebieten ist die Diakonie "sehr breit aufgestellt", so Dörfel. "Wir versuchen immer, uns der jeweiligen Marktsituation anzupassen und Angebote weiterzuentwickeln." Den Ehrenamtlichen misst der Vorstandssprecher dabei eine wichtige Rolle bei: 70 arbeiten allein in der Telefonseelsorge, 50 im Assistenzdienst, der Unterstützung für behinderte Menschen absichert.
Zur Mitgliederversammlung im Januar gab es eine Veränderung im Aufsichtsrat. Für Matthias Weinhold, der nach Wilsdruff wechselt, wurde Johannes Kaufmann, Pfarrer von Rebesgrün/Reumtengrün, einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt. Dörfel ist über diese Entscheidung froh, weil Kaufmann "die Zusammengehörigkeit von Kirche und Diakonie verkörpert".


