Kino Im Auerbacher Kino haben Pham Cuong (links) und Alexander Wyrwich von der Firma Kinoton in den vergangenen Tagen die Technik für digitale Kinovorführungen installiert. Am Donnerstag, 17 Uhr, wird der erste Film damit gezeigt: Die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde". Besitzer und Betreiber Heinz-Peter Schmitz (rechts) hat auch die 3D-Brillen schon parat, die erstmals am 9. Februar aufgesetzt werden können.

Foto: Silke Keller-Thoss

Digitaltechnik soll Auerbachs Kino retten

Ab sofort können digitale Filme gezeigt werden

Auerbach. Um ein Haar wäre in den Auerbacher Rekord-Lichtspielen zum Jahreswechsel (wieder einmal) das Licht ausgegangen: Pächter Martin Scheid aus Rheinland-Pfalz hatte im Dezember den Vertrag gekündigt, nach Angaben von Besitzer Heinz-Peter Schmitz völlig überraschend. Kurzerhand übernahm der 67-Jährige aus Remscheid ab 1. Januar selbst die Regie im Kino - nicht zum ersten Mal. "Nach dem Umbau vor 20 Jahren habe ich das Haus bereits für ein paar Monate betrieben", berichtete er am Mittwoch.

Unter seiner Leitung vollzog das ehrwürdige Kino jetzt einen wahren Quantensprung, den der bisherige Pächter offenbar gescheut hatte: Der erste Kinosaal wurde in den vergangenen Tagen auf Digitaltechnik umgestellt. Am Donnerstag, 17 Uhr, soll der erste Film damit vorgeführt werden, es ist die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde".

Die Digitalisierung bringt höhere Bildschärfe für die Zuschauer und diverse Erleichterungen für Verleiher und Betreiber, zudem ist sie Voraussetzung für das 3D-Kino. Der erste dreidimensionale Film in Auerbach wird "Star Wars" sein, der am 9. Februar anläuft. Zunächst wird nur das mittelgroße Kino 2 umgestellt, in dem 149 Besucher Platz finden. "Wenn alles gut geht, kann ich den nächsten Saal bis Ostern umstellen, den letzten im nächsten Jahr", erklärt Schmitz. Ihm beschert die Umstellung zunächst hohe Kosten: Rund 90.000 Euro sind fällig, bevor die 3D-Technik anlaufen kann.

Allerdings soll er über die Hälfte aus verschiedenen Fördertöpfen zurückbekommen; auch die Stadt Auerbach habe ihn unterstützt, betont er: "Aus eigener Kraft hätte ich das gar nicht geschafft." Die Digitalisierung sei unvermeidlich: "Ohne sie kann man heutzutage im Kino fast nichts mehr machen, es wird immer schwieriger, analoge 35-Millimeter-Filme auszuleihen."

Schmitz besitzt in seiner Heimatstadt Remscheid die letzten beiden verbliebenen Kinos: "Die müssen auch noch umgestellt werden." In einem Auerbacher Saal will er die nostalgische Technik mit ihren Filmrollen aber auf jeden Fall zusätzlich bereithalten.

Dass er das Auerbacher Kino weiter betreibt, sei vor allem dem guten Team vor Ort zu verdanken, hebt Schmitz hervor: "Theaterleiter Thomas Naumann macht seine Sache prima. Solange alles klappt, brauche ich auch nicht rüberzukommen." Auf jeden Fall wird der Besitzer und Betreiber jedoch am 9. Februar in Auerbach dabei sein, wenn das Publikum in den Rekord-Lichtspielen erstmals die 3D-Brillen aufsetzen kann: "Das lasse ich mir nicht entgehen." Für dieses Jahr seien eine ganze Reihe von 3D-Filmen angekündigt. Ob ein richtiger Knaller dabei sei, werde man sehen: "Ich habe mich in 50 Jahren zweimal völlig vertan: Einmal bei ,Dirty Dancing', einmal bei ,Love Story'. Überraschungen sind immer möglich."

 
erschienen am 25.01.2012 ( Von Bernd Appel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
3
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  • 30.01.2012
    16:12 Uhr

    Holzinger: Es hat nichts mit Meckern zu tun, aber es gibt halt auch keine anderen Probleme als ein supermodernes Kino zu haben. Das kann man ja später wieder schließen und abreißen, zusammen mit Schützenhaus etc. Kino ist auch das Wichtigste in einer Gesellschaft, sind eh den ganzen Tag von Schauspielern umgeben und haben Theater live.

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  • 30.01.2012
    09:31 Uhr

    nikolausi74: Seid doch froh, wenn einer in Auerbach's Kino investiert. Bei schwindender Einwohnerzahl und damit immer weniger Zuschauern würde ich mir das als Betreiber auch genau überlegen und alle möglichen Fördermittel in Anspruch nehmen. Vielleich wäre das Kino in Auerbach schon geschlossen, wenn der Betreiber kein zweites Standbein in Remscheid hätte.
    Immer nur meckern bringt ja wohl gar nichts. Lieber mal wieder öfters ins Kino gehen! Ich bin froh, dass es die Rekordlichtspiele in Auerbach noch gibt und ich mit meinen Kindern dort hingehen kann, wenn ich ab und zu "rüberkomme" um dann zu sagen: Hier war ich schon als Kind im Kino.

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  • 26.01.2012
    18:21 Uhr

    Holzinger: Wohin "rüberkommen"??? In die DDR? Oder vielleicht doch bloß Fördergelder im Osten abschöpfen und damit die Kinos in Remscheid umstellen? Wir werden´s sehen...

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