Eicher sehen ihre Sorgen nicht ernst genommen
Geplanter Trassenverlauf der "Eicher Spange" stößt in der Treuener Ortschaft auf harsche Kritik - Ortsvorsteher: Unfälle sind vorprogrammiert
Eich. Eich. Nach einer Anhörung im Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Staatsstraße 299 westlich Rodewisch wächst der Unmut in Eich weiter. Trotz gravierender Einwände gegen den geplanten Trassenverlauf werde "über die Köpfe der Betroffenen hinweg agiert", reagierte Ortsvorsteher Torsten Forner zur Ortschaftsratssitzung stinksauer.
Dabei richtet sich der Zorn in erster Linie gegen das Straßenbauamt. "Es hat sich während der Anhörung herauskristallisiert, dass beim Variantenvergleich die Treuener Variante gar nicht geprüft worden ist und aus Varianten des Straßenbauamtes eine neue Variante gebildet wurde", erklärt Forner.
Im Falle der so genannten Treuener Variante, die sowohl von Eich als auch von Treuen befürwortet wird, verläuft die Trasse hinter dem Eicher Gewerbegebiet. Die neue Version verdient aus sich des Ortsvorstehers aus mehreren Gründen Kritik: "Dort wird nicht zwischen Deponie und Altgewerbestandort unterschieden," kritisiert Torsten Forner. "Die Deponieüberbauung ist bei dieser Variante kürzer als bei der Vorzugsvariante." Letztere habe keine Deponiequerung und kein Anschneiden des Altgewerbestandortes vorgesehen. In Höhe des Einkaufsmarktes gewinne die Strecke nun außerdem an Länge. Deshalb sei die Kostenschätzung an dieser Stelle "wohl komplett falsch", beanstandet Forner und äußert die Vermutung, dass "hier kein objektiver Vergleich stattfinden" sollte.
In einem Schreiben an die Landesdirektion Chemnitz, welche die Einwände prüft, hat Forner jetzt sämtliche Kritikpunkte noch einmal zusammengefasst, darunter die von der neuen Variante ausgehende Sicherheitsgefahr. Mit dem unter anderem geplanten Gehwegerückbau, Umwegen für Fußgänger auf unbefestigten Pfaden und einer nur für Wild beabsichtigten Trassenunterführung tendiere der "Stellenwert der Anwohner gegen Null." Unfälle sind dem Ortschef zufolge auch aufgrund der Tatsache, dass Tempo 100 erlaubt sein soll, vorprogrammiert. Laut Schätzungen wird der durch die Ortslage führende Streckenabschnitt im Abstand von fünf Sekunden von Kraftfahrzeugen passiert. Das macht 13.600 pro Tag. Überqueren wäre damit unmöglich, betont Forner.
Neben dem angezweifelten vollständigen Verfüllen bestehender Hohlräume unterhalb der Trasse und damit einhergehender zusätzlicher Sicherheitsbedenken ist die Bushaltestellenproblematik ein weiterer wunder Punkt. Diejenige an der Ziegelei sei an ihrem ursprünglichen Standort ersatzlos gestrichen worden und solle kurzerhand ans Ende der Ausbaustrecke verlegt werden, so Forner. Das Wartehäuschen am Bahnhof, dem für den Schülertransport eine wichtige Bedeutung zukommt, wird dort verbleiben. "Bis zur eigentlichen Bushaltestelle sind es aber 50 bis 70 Meter Fußweg. Als Sicherheitseinrichtung ist bisher nur ein Überholverbotsschild eingeplant." Busbuchten seien in den neuen Planungen auch nicht mehr enthalten.
Laut Ortsvorsteher Forner verfestige sich im Zuge der Anhörung die Meinung, "dass eine einmal falsch getroffene Entscheidung zementiert wird und das Straßenbauamt Fehler nicht zugeben kann." Man werde jedoch nichts unversucht lassen und schließe auch gerichtliche Auseinandersetzungen nicht aus, kündigte Forner an.


