Gebäude Frank Uhlig setzt im Hof der ehemaligen Posthalterei, später Hotel "Braunes Roß", die Mauer aus Natursteinen neu. Bei der Arbeit wurde das historische Pflaster vom Hof des oberhalb liegenden Hauses, dem alten Auerbacher Rathaus, entdeckt.

Foto: Silke Keller-Thoss

Enthusiasten beleben historische Häuser in Auerbach

Joachim Otto und einige Mitstreiter wollen lauschige Höfe und Gewölbe wieder erwecken

Auerbach. Tagtäglich gehen im Haus Altmarkt 2 die Leute ein und aus. Dort befindet sich ein Dienstleistungsservice mit Wäscherei, und die Treppe rauf kommt man zur Musikschule. Die meisten Auerbacher wissen nicht, was sich alles dahinter verbirgt, aber ein Blick in die Toreinfahrt macht neugierig, zumal jetzt Gerüste erahnen lassen: Dort wird gebaut, dort passiert etwas.

"Nachdem alte Gebäude im Hof abgerissen wurden, mussten wir etwas für die Standfestigkeit der historischen Mauern tun", erklärt Joachim Otto, der das Gebäude 2000 gemeinsam mit dem bald darauf verstorbenen Architekten Frank Löschner gekauft hat. Seitdem versucht er Schritt für Schritt den Zauber des Gemäuers, das zu den ältesten in Auerbach gehört, das früher einmal die Posthalterei und später das Hotel "Braunes Roß" beherbergte, wieder zu erwecken. Ins Gewölbe lädt der Vogtländische Kunstverein Göltzschtal, dessen Vorsitzender Otto ist, bereits regelmäßig zu Veranstaltungen wie Lesungen und Liederabenden ein.

Der Raum ist noch nicht ganz fertig gestellt. Rustikale Eisenleuchter steuerte die Schlosserei Bühring bei. "Das geht Hand in Hand, und zum Glück habe ich Hilfe von guten Freunden", sagt Otto, der als Geschäftsmann und in vielerlei Funktionen gewiss nicht unter Langeweile leidet. Seinen Enthusiasmus begründet er mit Verbundenheit zur Stadt. "Ich bin hier in der Innenstadt aufgewachsen und möchte nie woanders sein. Klar ist die Sanierung eines solchen alten Gebäudes ein Zuschussgeschäft und Arbeit ohne Ende. Manche halten mich deshalb vielleicht für verrückt - früher gab es mehr solche Leute." Die wenigen historischen Schätze Auerbachs sollten mehr ins Blickfeld rücken.

Den Charakter der alten Posthalterei - den Durchgang vom Altmarkt zur Nicolaistraße - zumindest fußläufig wieder herzustellen, ist auch Ansinnen der Stadt. Sie will laut Baubürgermeister Gerd Badstübner beim Abriss des Hauses Nicolaistraße 20 dem Besitzer finanziell unter die Arme greifen und dabei Mittel aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" nutzen.

 
erschienen am 13.06.2012 ( Von Heike Mann )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
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  • 16.06.2012
    15:03 Uhr

    Nixe: Es wäre schön, wenn nicht nur historische Stadtansichten bewahrt blieben, sondern man auch mal einen Blick auf historische Dorfansichten legt, wie alte Fachwerkhäuser und Bauernhöfe (gibt es je nach vogtländischer Region andere Bauweisen, mancherorts Vierseithöfe, Dreiseithöfe, oder die unterschiedlichen kleineren Fachwerkhäuschen). Interessant dazu ist noch die ursprüngliche Lebensweise u Landnutzung. Diese unsere Kultur geht leider vielerorts verloren, da meist mit den neuen Besitzern Haus und Hof umgebaut und abgerissen wird. Leider wird dazu oft nur der Baumarktkatalog oder der aktuelle Standart der Baufirmen verwendet, dabei geht viel verloren, und wir schaffen ein deutschlandweites Einerlei. (Gibt es eine Baufirma, die sich auf historische Häuser und Höfe im Vogtland versteht???)

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  • 14.06.2012
    12:45 Uhr

    Nixe: Ich finde schön, was Herr Otto und einige andere da machen! Mit der Freilegung und Restaurierung der alten, historischen Mauern, Gewölbe und Durchgängen, der Stadt wieder mehr Charakter zu verleihen. Auch die Lesungen und Liederabende in dem Gewölbe passen kulturell sehr schön.
    Man sollte bedenken, dass in der heutigen Zeit von Fertighauskatalogen und großflächig in Deutschland u. Europa verteilten Baumarktriesen, die Architektur sich inzwischen überall fast angeglichen hat. Das heißt ein Haus, das irgendwo steht, könnte ganauso gut irgendwo anders in Deutschland (Europa) stehen, die Orte und Regionen VERLIEREN dadurch ihren EIGENTÜMLICHEN REIZ.
    Früher hat man die Häuser in jeder Region etwas anders gebaut, typisch für die Region, oft auch aus praktischen Gesichtspunkten (gegen Schnee, oder Wasser, und Verwendung von Rohstoffen die vor Ort vorkamen - im Vogtland z.B. der Schiefer!) das hat dann ein angenehmes Bild für die Augen ergeben, hatte oft beständigere oder auch klimatisch angenehmere, gesündere Qualität, wie heute.
    Mancherorts erkennt man das inzwischen schon, und versucht sich etwas regional typisches zu erhalten. Herr Otto ist deshalb schon auf dem richtigen Weg, und es wäre zu begrüßen wenn er noch mehr Anhänger findet.

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