Ramona Andrick schneidet bei Erfal Rollos nach Kundenwunsch zu.
Foto: Silke Keller-Thoss
Falkensteiner Sonnenschutzhersteller Erfal beschäftigt jetzt 350 Mitarbeiter
Sachsen wollen auch den US-Markt erobern
Falkenstein. Im zweiten Quartal jedes Jahres ist Erfal in Falkenstein Hauptsaison. "Wenn die Sonne scheint, sind unsere Produkte gefragt", sagt Jörg Erler, Geschäftsführer beim Spezialisten in der Herstellung von Sonnen- und Insektenschutz. Auch wenn sich die mittlerweile 350 Mitarbeiter sonst nicht über einen Mangel an Arbeit beklagen können, kommt es im Sommer noch mehr auf schnelle und zuverlässige Lieferung an. Erler will damit die Position des Unternehmens am Markt sichern. "Mittlerweile sind wir in Deutschland unter den Top fünf in der Branche der Sonnenschutzhersteller", betont Jörg Erler.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter um etwa 100 erhöht. Da Erfal seit der Wende vom Handwerksbetrieb zum mittelständischen Unternehmen gewachsen ist, ist die Belegschaft noch relativ jung. Großen Wert legt Erler auf Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung. "Wir haben seit einigen Jahren permanent 30 Lehrlinge." Jährlich werden zehn neue Auszubildende eingestellt. Wer sich ordentlich führt und engagiert ist, kann auch eine zweite Chance bekommen. Als Beispiel nennt der Firmenchef den Fall eines jungen Mannes, der als Industriekaufmann nicht zurecht kam. Jetzt ist er in einem praktischen Bereich Teamleiter. "Wichtig ist, dass die Leute dort eingesetzt werden, wo sie sich wohlfühlen." Um neues Personal wirbt Erfal bei Schülern mit Schnuppertagen und Ferienarbeit.
Mit solchen Plissees wird in Zimmern ein guter Sonnen- und damit auch Wärmeschutz erreicht.
Foto: Erfal
Dem personellen Wachstum geht die kontinuierliche Erweiterung des Produktionssortimentes und vor allem des Liefergebietes voraus. Bereits heute verlassen das Unternehmen täglich mehrere tausend Maßprodukte. Erfal beliefert den Fachhandel in Deutschland und Österreich mit einer Flotte von 38 eigenen Lieferfahrzeugen. Den Fuß hat die Firma über Vertriebspartner in der Schweiz, Italien, Ungarn und Tschechien in der Tür, und Kontakte sind in die USA geknüpft. Geworben werden solche Kunden vor allem auf Messen. Im Frühjahr war das Unternehmen auf sieben namhaften Produktpräsentationen wie der Heimtextil in Frankfurt/Main und der R+T in Stuttgart präsent.
Dass es bei Erfal keinen Betriebsverkauf gibt, liegt laut Jörg Erler an der Firmenphilosophie: "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber dem von uns belieferten Fachhandel und wollen ihm keine Konkurrenz machen. Deswegen bieten wir keinen Endkundenverkauf an." Allerdings denkt er über einen Tag der offenen Tür nach. Erfal-Produkte gibt es im Vogtland beispielsweise in Gardinengeschäften.

