In der Schusterstube im Auerbacher Museum zeigen Herbert Möckel die größten Stiefel und Kerstin Hanke die kleinsten Kinderschuhe. Die Schusterstube ist Teil der Dauerausstellung.
Foto: Silke Keller-Thoss
Für Wissbegierige und Heimatverbundene
Nach dem Auszug des historischen Archivs gewinnt Museum an Fläche
Auerbach. Weg von einer reinen Ansammlung historischer Gegenstände hin zu einem attraktiven Aufenthaltsort will sich das Museum der Stadt Auerbach entwickeln. Mit der Museums- und Sammlungskonzeption, die der Stadtrat im Dezember abgesegnet hat, ist die Grundlage für Umbauten gelegt. Insgesamt 200.000 Euro fließen dafür bis 2014. Leiterin Simona Jungmann freut sich darüber, dass der Stadtrat hinter der Konzeption steht und signalisiert wurde, das Geld auch dann aufzubringen, wenn es mit der beantragten Förderung nicht klappen sollte.
Im Erdgeschoss wird durch den Auszug des Archivs eine Gesamtfläche von 140 Quadratmeter frei. Unter anderem entsteht ein neuer Eingangsbereich. Der Besucher betritt künftig das Museum durch die Tür zum Herrenhaus, nicht mehr durch den modernen Anbau, der Mitte der 1990er-Jahre entstand.
Bis Ende dieses Jahres sollen im Erdgeschoss drei Räume für Sonderausstellungen und ein neuer Vortragsraum entstehen. Von diesem aus wird ein Zugang zum Garten Steinerner Zeitzeugen an der Hinterfront geschaffen. Das historische Türgewände, das wieder ans Tageslicht geholt werden soll, ist an zwei Stellen hinter Glasvitrinen noch zu sehen.
So soll der neue Eingangsbereich des Auerbacher Museums aussehen. Dafür wird der historische Zugang zum Herrenhaus genutzt.
Foto: Museum
"Die neuen Zugänge eröffnen dem Besucher auch die eigene Wahl, welchen Bereich des Museums man anschauen oder nutzen will", erklärt Simona Jungmann das Prinzip der Gestaltung. Ein weiteres Vorhaben ist das Projekt "Ankunft und Integration der Heimatvertriebenen im Vogtland", das man gemeinsam mit dem Bund der Vertriebenen umsetzen will und vom Sächsischen Innenministerium Förderung erhält.
In diesem Jahr führt das Museum eine Besucherbefragung durch. Was Simona Jungmann seit Anfang Januar an Antworten bereits vorliegt, hat sie überrascht: "Fast die Hälfte der Besucher kommen immer wieder zu uns ins Museum, damit hätte ich nicht gerechnet." Zusätzliche Anreize will das Museum künftig auch mit Caféteria und Museumsshop bieten.
Weiterhin will die Einrichtung die Auerbacher Bevölkerung animieren, mit den eigenen Schätzen die Ausstellungen zu bereichern. So ist eine zweite Auflage von "Made in Auerbach" geplant, und zu 100 Jahre Kinogeschichte in Auerbach kann man seine persönlichen Erinnerungen, Fotos oder vielleicht sogar historische Gerätschaften zur Filmvorführung beisteuern. Diese Ausstellung wird es ab Juli zu sehen geben.


