Beim Tauwetter dieser Tage verwandelt sich das Umfeld der Wohnhäuser Dr.-Robert-Koch-Straße 4 bis 16 in Falkenstein in eine Seenlandschaft. Ältere Bewohner haben Not, zu ihren Wohnungen zu gelangen.
Foto: Silke Keller-Thoss
Fußweg vor mehreren Wohnungen in Falkenstein teilweise überschwemmt
Mieter auf der Robert-Koch-Straße 4 bis 16 haben seit Jahren Ärger mit kaputtem Zuweg
Falkenstein. Viele der Bewohner der Wohnhäuser Dr.-Robert-Koch-Straße 4 bis 16 in Falkenstein sind um die 70 oder 80 Jahre alt. Für sie wurde der Weg zu ihren Wohnungen in den letzten Tagen wieder einmal äußerst beschwerlich. Vor den Haustüren hatte sich der Zuweg in eine Seenlandschaft verwandelt. "Als alles noch gefroren war, war es ja noch erträglich, aber jetzt steht das Wasser in den tiefen Löchern", sagt eine der älteren Bewohnerinnen. Sie beklagt, dass sie immer wieder auf den schlechten Zustand des Umfeldes bei der Falkensteiner Grundstücks- und Gebäudeverwaltungs GmbH (FGG) aufmerksam gemacht habe. "Es tut sich aber seit zwei Jahren nichts."
Jens Opitz, FGG-Geschäftsführer, macht darauf aufmerksam, dass man sich in den letzten zwei Jahren sehr wohl um das Problem gekümmert habe. "Wenn auch für die Mieter sicher nicht so sichtbar." Die FGG habe Untersuchungen in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie der Zustand des Abwasserkanalsystems im Bereich der Zufahrt zu den genannten Wohnblöcken ist. Denn es mache nur Sinn, die Oberfläche ordentlich herzurichten, wenn klar sei, was sich darunter befindet. Die unter anderem in Auftrag gegebenen Kamerabefahrungen haben laut Opitz das "ernüchternde Ergebnis" gebracht, dass fast alle Abwasserkanäle Schäden aufweisen, "gerissen, Versatz, Wurzelwerk, das in die Rohre wächst", beschreibt er den Zustand des über 50-jährigen Abwassersystems.
Nun will die FGG das Problem im wahrsten Sinne des Wortes tiefgründig lösen. Doch dafür werden es nach ersten Kostenschätzungen zwischen 250.000 und 300.000 Euro benötigt. "Das ist für uns als nicht so große Gesellschaft ein richtiger Brocken", weiß Opitz. Trotzdem geht er davon aus, dass die Mittel bereitgestellt werden können und im Herbst dieses Jahres, spätestens im Frühjahr 2013 mit den Bauarbeiten im Bereich der Dr.-Robert-Koch-Straße begonnen werden kann. Bevor es jedoch so weit ist, sollen die größten Löcher als Zwischenlösung noch einmal verfüllt werden.
Laut Opitz musste zuvor in der zurückliegenden Zeit noch ein anderes Problem geklärt werden: Die Wohnhäuser 14 und 16 hatten mit der FGG und einem Privatmann zwei verschiedene Eigentümer. Das wollte Opitz vor möglichen Investitionen für die Verbesserung der Zufahrt geklärt wissen. Vergangenes Jahr dann konnte die FGG den einen Teil des Wohnhauses im Zuge einer Zwangsversteigerung kaufen. "Das alles hat aber auch seine Zeit gekostet", macht der Geschäftsführer deutlich. Mit dem neuen Eigentümer eines Nachbargrundstücks hofft man sich bezüglich der Zufahrt an den Häusern 4 und 6, die zum Teil diesem Eigentümer gehört, zügiger einigen zu können.
Im Bestand der FGG sind 350 eigene Wohnungen sowie 200, die von ihr verwaltet werden. Nur Schritt für Schritt seien Investitionen möglich, so Geschäftsführer Opitz. "Mein Bestreben ist es, den Mietern nicht zusätzlich Belastungen aufzubürden", lehnt er es ab, Investitionen in Mietpreiserhöhung umzuschlagen. 2012 soll die energetische Sanierung der Wohnhäuser Gartenstraße 79 bis 83 fortgesetzt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300.000 Euro.


