Lehrerin Marlies Lippmann hilft Julia Liwadnich aus der Klasse 1a im Deutschunterricht. Auch Samir Jamil (hinten, links), Konrad Kämpfer (vorn, links) und Christina Sauter sind eifrig bei der Sache.
Foto: Silke Keller-Thoss
Gebäudesanierung deutlich abgespeckt
Stadt Auerbach und der Stadtrat kürzen die Ausgaben für die Generalüberholung der Diesterwegschule samt Turnhalle
Auerbach. 3,6 Millionen Euro soll die Sanierung der Auerbacher Diesterweg-Grundschule und der dazugehörigen Turnhalle kosten. Das sind etwa zwei Millionen weniger als die Stadt zuerst veranschlagt hat, sagt Bauamtsleiter Patrick Zschiesche. Nach der am Montagabend vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Sanierung können die Fördermittel beantragt werden.
Die von der Stadtverwaltung ausgearbeiteten Pläne sahen ursprünglich eine etwa 5,7 Millionen Euro teure Sanierung vor. In einer Variante waren Abriss und Neubau der Turnhalle allein mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt, erklärt Zschiesche. Ein Neubau wäre dabei nach seinen Worten billiger gewesen als eine Generalsanierung. Da die Turnhalle aber den gesetzlich vorgeschriebenen Maßen entspräche und die Stadt sparen will, habe man sich für eine 235.000 Euro teure Sanierung entschieden.
In das Herrichten der Schule sollten ursprünglich 4,1 Millionen Euro fließen. Die Ausgaben wurden bei den Beratungen im Technischen Ausschuss im Dezember und Januar auf 3,36 Millionen Euro heruntergeschraubt. Das erreichte man laut Zschiesche unter anderem damit, dass keine Anlagen zum Erzeugen von Solarstrom sowie von warmen Wasser durch Sonnenenergie eingebaut werden. "Ein wirtschaftlicher Vorteil für die Stadt wäre dadurch nicht entstanden." Weiterhin wurde auf das Gestalten der Außenanlagen und den Kauf neuer Spielgeräte fast ganz verzichtet. Statt den dafür geplanten 200.000 Euro stehen nun noch 35.000 Euro zur Verfügung.
Nach Auffassung von CDU-Stadtrat Joachim Otto sei bei den Verhandlungen im Ausschuss eine Variante herausgekommen, die Hand und Fuß hat. "Die Schule wird ordentlich saniert und braucht sich gegenüber den anderen Auerbacher Schulen nicht zu verstecken." Das ist auch die Meinung von dem für Bildungsstätten zuständigen Fachbereichsleiter Knut Kirsten: "Die Sanierung steht nicht hinter der von anderen Auerbacher Schulen zurück. Die knapp 6 Millionen Euro waren sehr großzügig kalkuliert." Als Vergleich nennt er die gerade zu Ende gehende Sanierung der Mittelschule Geschwister Scholl. "Die hat einschließlich des Neubaus 6 Millionen Euro gekostet. Dabei haben wir viel mehr Masse bewegt, als das an der Diesterwegschule notwendig ist." Denn unter anderem waren die brandschutztechnischen Voraussetzungen an der Schollschule auf einem deutlich schlechteren Stand als an der Grundschule.
Laut Kirsten ist die Diesterwegschule jetzt zweizügig und soll nach der Sanierung auf zweieinhalbzügig ausgebaut werden. "Dann können in jedem zweiten Jahr drei erste Klassen eingeschult werden." Die Stadt will damit auf die ab diesem Herbst beginnende Einschulung mehrerer geburtenstärkerer Jahrgänge reagieren. Dadurch könnte mittelfristig die Zahl der Diesterweg-Grundschüler von derzeit etwa 180 auf 250 steigen - bevor sie später wieder sinkt.


