Große Konzerte - wie das Weihnachtsoratorium im Jahr 2010 - wird es auch in diesem Jahr in der Auerbacher St.-Laurentius-Kirche geben.
Foto: Silke Keller-Thoss/Archiv
Kantoren wagen sich an große Werke
Kirchenbezirke Auerbach und Plauen bieten Anspruchsvolles
Auerbach/Plauen . Den Designern des Zwickauer Büros dürften fast die Farben ausgegangen sein, als sie vor der Aufgabe standen, das Heft "Kirchenmusik 2012 im sächsischen Vogtland" zu kreieren. 17 verschiedene Farbfelder sind den 27 Kirchgemeinden beziehungsweise Veranstaltungsorten beigestellt. Das Veranstaltungsheft, das im vergangenen Jahr für den Kirchenbezirk Auerbach erschien, kam noch mit acht Farbfeldern aus.
Dass es dieses Jahr ein Heft für die Kirchenbezirke Plauen und Auerbach gemeinsam gibt, ist darin begründet, dass der Auerbacher Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier das gleiche Amt für Plauen nach dem Weggang von Gerhard Schieferstein kommissarisch für zwei Jahre ausübt. "2014 steht für den Kirchenbezirk Plauen eine Strukturreform an. Es ist noch nicht entschieden, an welcher Stelle der Kirchenmusikdirektor dann angesiedelt sein wird", erklärt Susanne Häußler, Kantorin der Lutherkirche Plauen.
Gerade in der chorsinfonischen Arbeit gehen die Kirchenmusiker im Vogtland schon lange gemeinsame Wege. So wird es in diesem Jahr beispielsweise mit der Aufführung von "Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms im November in Plauen und Auerbach sein. "Ich habe mich lange davor gescheut, mich an dieses anspruchsvolle Werk zu wagen, weil mein Chor dazu eigentlich nicht in der Lage ist. Jetzt machen wir es mit Auerbach gemeinsam", sagt die Plauener Kantorin.
Einen weiteren Höhepunkt in der Kirchenmusik im Vogtland steuert Kantor Gilbrecht Schäl aus Falkenstein bei, wo die Kirche in diesem Jahr ihr 650-jähriges Jubiläum feiert. Aus diesem Anlass wird am 10. November das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy aufgeführt. "Es ist ein Chorwerk mit Sinfonieorchester. Es spielt Sinfonietta aus Dresden. Für den Falkensteiner Laienchor ist das die oberste Grenze, was machbar ist", schildert Schäl den Anspruch. An die 100 Sänger braucht es für das Werk, die Falkensteiner werden verstärkt durch den Jubilate-Chor, den Schäl seit einiger Zeit ebenfalls leitet.
Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier macht darauf aufmerksam, dass die großen Aufführungen mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden sind. "Vielen Leuten ist das nicht bewusst. Zum Beispiel braucht es für eine Aufführung des Weihnachtsoratoriums mindestens 5000 Euro. Und wenn dann nur 150 Besucher kommen, reicht das vorn und hinten nicht, um die Kosten wieder einzuspielen", beschreibt er das Problem, vor dem alle seine Kollegen stehen. Trotzdem will man die Kartenpreise für Konzerte moderat halten. "Unsere Musik ist auch Verkündigungsmusik", macht er auf den Auftrag der Kirchgemeinden aufmerksam. Unverzichtbar in der Kirchenmusik seien die vielen nebenamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Orgeldienste absichern, Chöre oder Flötenkreise leiten. Der Kirchenbezirk Auerbach hat sechs hauptamtliche Kirchenmusiker, der Plauener hat zehn.
Nachholebedarf sieht Meier in der Werbung für die Kirchenkonzerte. "Wir wollen mehr Leute interessieren für unsere Musik und unseren christlichen Glauben." Das Heft zur Kirchenmusik 2012 sei ein Anfang dabei. In der ersten Auflage wurden 7500 Stück gedruckt, verteilt wurden sie nicht nur in den Pfarrämtern, sondern auch in öffentlichen Einrichtungen und Arztpraxen.


