Die Kinder aus Schnarrtanne werden 2012 ihre Plätzchen in einem neuen Haus backen können. Im Bild haben Colleen Hendschel, Elisabeth Wolf, Lukas Wolf und Mia Wendler viel Freude bei der Weihnachtsbäckerei.
Foto: Ellen Liebner
Kindergärten: Ringen um Zukunft
Stadtrat soll am Montagabend neues Konzept für Kindertagesstätten beschließen
Auerbach. Statt über den Bau einer zentralen Kindertagesstätte für die Ortsteile Brunn, Schnarrtanne und Beerheide wird Auerbachs Stadtrat am Montag über den Erhalt und die Sanierung der drei wenig ausgelasteten Kindertagesstätten entscheiden. Dahingehend war das Konzept des Fachbereiches Soziales unter Bereichsleiter Knut Kirsten nach Intervention der CDU aufgeweicht worden. "Wir wollen die Kitas in den Ortschaften erhalten", sagt Fraktionschef Hendrik Kirchhoff.
Ein zentrales Anliegen der Christdemokraten: die Kita von Schnarrtanne im "Haus des Gastes" unterzubringen. Das sei aber wegen einer Fördermittel-Zweckbindung nicht möglich. Laut Fachbereichsleiter Kirsten wird deshalb 2012 neben dem Haus für rund 200.000 Euro eine neue Kita gebaut.
Die Stadt hatte den Bau einer zentralen Kindertagesstätte in Brunn vorgeschlagen, weil sich die Kinderzahlen von derzeit etwa 1100 auf etwa 750 im Jahr 2020 verringern werden. Mittelfristig sieht Kirsten keine andere Lösung als den Zentralbau. Er bedauert das Aufweichen des Konzepts. "In einem zentralen Haus hätte es viel mehr Angebote für Kinder gegeben. Jetzt fallen Kosten für den Erhalt von drei Kitas an. Außerdem hätte das Personal effektiver eingesetzt werden können. Durch die dezentrale Lösung gehen etwa 50.000 Euro im Jahr verloren." Geld, das in die Ausstattung der Kitas investiert worden wäre. "Im pädagogischen Bereich arbeiten nahezu alle Einrichtungen auf sehr hohem Niveau. Mit dem Geld hätte man die Betreuungssituation weiter verbessern können." Am schlechtesten sind derzeit die Kitas "Rappelkiste" in Beerheide und "Spatzennest" in Schnarrtanne mit lediglich 50 Prozent sowie 60 Prozent ausgelastet.
"Verwundert über die Haltung der CDU-Fraktion, die sich als Hüter der Stadtfinanzen sieht", ist der Auerbacher SPD-Fraktionschef Thomas Wündsch. Die Sozialdemokraten sind für den Bau einer zentralen Kita, "auch wenn man damit keine Pluspunkte sammeln kann". Allerdings will auch die Fraktion keinen Schnellschuss. "Wir wollen mit den Ortschaftsräten und Bürgern sprechen. Vielleicht lassen sich Lösungen finden, bei denen sich die Menschen aus den Ortsteilen einbringen können." Kritisch sieht die SPD die Situation, dass in den schlecht ausgelasteten Einrichtungen dauerhaft ein Minus eingefahren wird.
Den zurückgehenden Kinderzahlen kann man nach Vorstellungen von CDU-Mann Kirchhoff mit der Änderung der Zugangsvoraussetzungen begegnen. "Wenn die Kinder künftig ab einem Jahr in der Krippe aufgenommen werden, können wir bis zu 80 Prozent der jetzigen Belegungszahlen halten."
Service: Der Auerbacher Stadtrat tagt am Montag ab 17 Uhr im Rathaus.


