Badbesucher können in Brunn derzeit nur an der geschlossenen Schwimmhalle vorbei flanieren.
Foto: Joachim Thoss
Linke und CDU wollen Brunn zum Bürgerbad machen
Förderverein steht vor der Gründung - Damit rückt auch das Betreibermodell per Genossenschaft in den Blickpunkt
Auerbach. Am Freitag in einer Woche soll der Förderverein Hallenbad Auerbach-Brunn gegründet werden. Ziel ist es laut Volker Mieth, die Anlage samt der Schwimmhalle mithilfe der Bürger in einen nutzungsfähigen Zustand zu versetzen. Neben dem Fraktionschef der Linken hat das Projekt in Mieths CDU-Amtskollegen Joachim Otto einen Fürsprecher. Derzeit wird das Bad nach einem Stadtratsbeschluss als Sommer-Freibad mit Sauna betrieben. Im Winter öffnet nur die Sauna.
Beide Kommunalpolitiker wollen mit der Initiative einen bezahlbaren Weg suchen, um die baufällige Halle herzurichten und die Anlage später mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand zu betreiben. Mieth: "Gegenwärtig schießt die Stadt für das Bad im Jahr 500.000 Euro zu. Wir wollen versuchen, dass der Zuschuss trotz Betreibung des Hallenbades weiter gesenkt werden kann." Deshalb will er die Möglichkeit der Betreibung über eine Badgenossenschaft prüfen. Aus diesem Grund wird bei der Fördervereinsgründung auch Ina Vogt vom Sächsischen Genossenschaftsverband mit von der Partie sein.
Das Bad hatte sich für Auerbach schnell zu einem Fass ohne Boden entwickelt. Neben den drei Millionen Euro Baukosten musste die Stadt jährlich einen hohen Betrag zum Aufrechterhalten des Betriebes zuschießen. 2009 waren es 700.000 Euro. Seitdem wurde der Betrag auf 530.000 Euro 2011 verringert. Bei den Verhandlungen über den Haushalt 2012 strich der Stadtrat den Betrag ein Jahr vorfristig auf 500.000 Euro zusammen.
Der Innenbereich liegt verlassen da.
Foto: Joachim Thoss
Als erster Schritt soll der Verein "eine machbare Lösung für die sichere Nutzung der Halle finden sowie ein wirtschaftliches Betreiberkonzept erarbeiten", sagt Mieth. Je mehr Mitglieder sich finden, umso besser wäre es für die Zukunft der Anlage. Die könnte durch den Förderverein zu einer Art Bürgerbad werden. "Die Suche nach einem Betreibermodell kostet nichts. Und sollte eine Wiedereröffnung nicht möglich sein, dann haben wir es wenigstens versucht. Aber wir wollen nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen." Das sieht Otto ähnlich: "Wer sich für die Zukunft des Bades interessiert, sollte im Förderverein mitarbeiten." Dort werde ergebnisoffen diskutiert, wie es mit der Anlage weiter gehen soll.
Die Initiative von Mieth kommt etwa ein Jahr nach der Nachricht, dass Auerbach das Rückzahlen von 6,3 Millionen Euro Fördermitteln erspart bleibt. Grundlage für das Zurückziehen der Forderung durch die Landesdirektion Chemnitz war, dass die Schließung der Schwimmhalle von Auerbach unverschuldet eingetreten ist. Schließungsgrund: Das Gebäude ist baufällig. Dabei kam der Stadt zugute, dass die Region seit 2005 einer gefährlicheren Erdbeben-Zone zugeordnet wurde. Betreiben muss die Stadt die Anlage bis 2023, weil so lange die Zweckbindung der Fördermittel reicht.

