Die Doppel-Turbine der Kleinwindanlagen von Alphacon erzeugt je nach Standort 1000 bis 2000 Kilowattstunden Strom pro Jahr - ein Einfamilienhaus in Deutschland verbraucht im Schnitt 4000 kWh. Die Miniwindräder sind das Produkt einer dreijährigen Forschungsarbeit. Im Bild Joachim Weichselbaum, der Leiter der Konstruktion.
Foto: Silke Keller-Thoss
Mini-Windräder aus Falkenstein im Aufwind
Windrad-Bauer von Alphacon haben Kontakt zur Uno geknüpft - Dort gibt es großes Interesse
Falkenstein. Seit einem Jahr produziert Alphacon mit sechs Mitarbeitern (davon zwei Ingenieure) Kleinwindanlagen mit einer Höhe von maximal 9,50 Meter. 50 Stück sind inzwischen verkauft worden. Jetzt deutet sich ein Quantensprung an: Mehrere etablierte deutsche Firmen und selbst die Uno zeigen Interesse an dem innovativen Produkt, das mit Unterstützung von EU und Freistaat Sachsen entwickelt worden war. "Wir haben jetzt die ISO-9001-Zertifizierung geschafft, und die Uno trägt sogar die Kosten dafür", schildert Alphacon-Geschäftsführer Stephan Dressel. "Das zeigt doch, dass sie es dort ernst meinen."
Über einen ebenfalls am Falgard-ring ansässigen Unternehmer war der Kontakt zu einer für die Uno tätigen Organisation hergestellt worden, die sich unter anderem um die Flüchtlingslager in aller Welt kümmert. Dort könnten die kleinen, nahezu wartungsfreien Windräder zum Beispiel den Strom für Wasser-Pumpstationen liefern. Auch über Wohnprojekte in hurrikangefährdeten Gebieten der Dritten Welt sei gesprochen worden, so Dressel. "Konkret geht es um Jamaika und Panama. Dort gibt es zwar auch große Windkraftanlagen, doch bei jedem Hurrikan werden sie zerstört." Dagegen lassen sich die Alphacon-Windräder auf den Boden umlegen, sobald ein Sturm droht. "Und Batteriesysteme zum Speichern des Stroms gibt es in diesen Ländern sowieso, da haben sie uns einiges voraus." Konkrete Entscheidungen der Weltorganisation über eine Zusammenarbeit werden bereits für das nächste Quartal erwartet. "Für so ein Start-Up-Unternehmen wie unseres ist das schon eine Riesensache", so Dressel.
Erst vor wenigen Tagen haben zudem zwei renommierte deutsche Firmen ihr Interesse an einer engen Kooperation bekundet. Die Chemnitzer AMC baut Umweltmessstationen, die oft mit einer autarken Energieversorgung ausgestattet sein müssen, und möchte die Alphacon-Windräder dafür nutzen. Und die Firma Senertec aus Schweinfurt (bekannt durch das Mini-Blockheizkraftwerk "Dachs") hat am Montag zwei Anlagen bestellt und möchte sie jetzt selbst vertreiben: Bis zum Jahresende könne man 25 Anlagen absetzen, im nächsten Jahr bis zu 100, schrieb man nach Falkenstein.

