Wenn es hinaus geht, dann tragen alle Tiere des Sorgaer Pferdesportvereins solche gelben Plaketten, wie sie hier Reitpferd Grandor präsentiert - Lisa Schuwarth hält den Zügel.  
Wenn es hinaus geht, dann tragen alle Tiere des Sorgaer Pferdesportvereins solche gelben Plaketten, wie sie hier Reitpferd Grandor präsentiert - Lisa Schuwarth hält den Zügel.

Foto: Joachim Thoss

Naserümpfen wegen Pferdeäpfel

Anwohner klagen über verunreinigte Straßen und Wegen im Ortsteil Brunn

Auerbach. "Immer wieder" würden Straßen und Fußwege in Brunn durch die Vierbeiner des Pferdesportvereins Auerbach-Sorga verunreinigt, ohne dass sich jemand um die dampfende Hinterlassenschaft kümmere, klagt ein Brunner Einwohner: "Man kann dies doch auch nach dem Ausritt tun." Schließlich sei jeder Hundebesitzer verpflichtet, den Kot seines Tieres zu entfernen, gleiches müsse doch auch für die Reiter gelten.

Tut es auch, bekräftigt Reitlehrer Daniel Schwieder vom Sorgaer Verein, der selbst in Brunn wohnt: "Auf diese Pflicht weisen wir unsere Mitglieder ständig mit Aushängen hin, und sie entfernen den Mist nach ihren Ausritten." Er hält es für unwahrscheinlich, dass Pferde von Vereinsmitgliedern für die angesprochenen Verunreinigungen verantwortlich seien. "Aber es sind auch andere Reiter in Brunn unterwegs, viele haben privat ein Pferd im Stall stehen, und manche davon interessiert ihre Pflicht nicht. Die Leute wenden sich dann natürlich an uns." Er bittet jeden, der einen Verstoß gegen die Reinigungspflicht bemerkt, sich die Nummer der Marke zu merken, die die Tiere am Zaumzeug tragen. Es reiche schließlich nicht, wenn man nur wisse, es sei "ein braunes Pferd" gewesen. "Ohne Marke darf bei uns niemand vom Hof, im Wald sind sie vorgeschrieben. Wer sich beschwert, sollte schon den Arsch in der Hose haben, da mal genauer hinzuschauen." Dazu muss man allerdings etwas rangehen, denn groß sind die Kennzeichen nicht, die jährlich erneuert werden.

Probleme mit Pferdemist spielen nach Auskunft von Stadtsprecher Hagen Hartwig schon seit Jahren keine größere Rolle mehr: "Im Ordnungsamt ist dazu aktuell nichts bekannt." Bei den Festumzügen durch die Stadt seien eigens Äpfel-Einsammler aus den Reihen des Bauhofs im Einsatz. Wenn es Verstöße gebe, sollte das Ordnungsamt informiert werden, bittet Hartwig: "Dann können wir die Verursacher entsprechend ermahnen."

Größere Schwierigkeiten bereite es, dass Reiter illegal Wanderwege nutzten und diese dadurch zerstörten, so der Pressesprecher: "Hier können wir nicht oft genug darauf hinweisen, dass nur die dafür ausgewiesenen Wege beritten werden dürfen." Die Verstöße dagegen sind auch der Hintergrund für die Markenpflicht, die im PSV Auerbach-Sorga bereits seit mehreren Jahren strikt durchgesetzt wird.

Am Rande weist Reitlehrer Schwieder auf die gesunkene Nachfrage nach Pferdemist hin: "Früher haben sich die Leute darauf gestürzt, um ihn im Garten zu verwenden, da war er ganz schnell weg."

 
erschienen am 29.05.2012 ( Von Bernd Appel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
6
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  • 12.06.2012
    00:57 Uhr

    Nixe: @mary77: es geht wohl schlecht, dass der Reiter jedesmal nach ein paar Pferdeäppeln absteigt, die ins Eimerchen kehrt, und samt Eimerchen wieder aufsteigt, finde ich auch etwas übertrieben. Wenn Sie mich fragen was ich machen würde: wegfegen und als Dünger benutzen, genau, zum Bsp. für die Hyazinthen! Die Autoabgase an den Gehwegen sind doch viel ekliger, dagegen ist dieser Mist mit einer der besten!!!

    0 0
     
  • 01.06.2012
    18:18 Uhr

    gelöschter Nutzer: @cosmidium, genau: die Hüüüazinten :-)

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  • 31.05.2012
    12:34 Uhr

    cosmidium: Warum es nicht positiv sehen und die Pferdeäpfel als Dünger benutzen! Wir machen es auch so - die Blumen freun sich!

    0 1
     
  • 30.05.2012
    21:25 Uhr

    mary77: @Landvogt: Hier geht es nicht um ein paar lapidare Pferdeäpfel auf der Straße, sondern die Pferdeäpfel liegen weit verbreitet direkt auf den Gehwegen in der Ortschaft direkt vor den Hauseingängen der Anwohner. Es sind wahre Tretminen und mit dem Kinderwagen muss man auf die Straße ausweichen um diese Dinger zu umfahren. Es ist schlicht und ergreifend widerlich. Und ich möchte Sie mal sehen, wenn Ihnen 1 Meter vorm Hauseingang Pferdeäpfel abgekippt werden. Und abgesehen davon ist der Artikel der blanke Hohn, wenn von Anwohner verlangt wird sich auf die Lauer zu legen, um die Nummer auf der kleinen gelben Marke zu erkennen. In Brunn sind auf diesem Fußweg entlang der Hauptstraße immer dieselben Reiter unterwegs und die sind nunmal aus Sorga und ich habe noch NIE einen diesen Reiter hinterher mit einem "Eimerchen" gesehen...

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  • 30.05.2012
    13:31 Uhr

    Landvogt: So ein paar Pferdeäpfel sind doch kein Problem, schon gar nicht auf einer Straße. Schlimmer finde ich den übrigen Unrat, der aus einigen Autos geworfen wird, das ist Umweltverschmutzung.

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