Im vergangenen Sommer hatten die Mitarbeiter des Dresdener Landesamtes Steffen Siebenhein (links), Arndt Bennewitz und Maureen Möwis in Auerbach nach dem Käfer gesucht.
Foto: Silke Keller-Thoss/Archiv
Neue Runde bei Suche nach Bockkäfern
Nachwuchs könnte jetzt schlüpfen
Auerbach/Dresden. Erneut um Aufmerksamkeit gebeten werden die Auerbacher Bürger vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Nachdem am Mittwoch vor einem Jahr die Entdeckung eines Exemplars eines asiatischen Bockkäfers bekannt wurde, könnten jetzt dessen Nachkommen unterwegs sein. "Wenn damals bei der Suche wirklich etwas übersehen worden wäre, dann ist in diesem Juli und August etwa die Zeit, in der die Nachkommen schlüpfen würden", sagt Pressesprecherin Karin Bernhardt aus Dresden.
Vor einem Jahr hatte ein Student mitten in Auerbach ein solches Exemplar gesichtet. Die Entdeckung löste in der Stadt eine groß angelegte Suchaktion aus. Mehrere Gruppen von Vertretern des Landesamtes durchkämmten daraufhin mehrere Wochen lang die Auerbacher Parks und Gartenanlagen. Allerdings wurden damals weder Fraßspuren noch die für diese Tiere typischen kreisrunden Bohrlöcher oder Larven entdeckt.
Aufgrund von durch den Finder geschossenen Fotos vermuten die Fachleute aus Dresden, dass es sich bei dem Exemplar aus dem Goethepark um ein Männchen des Asiatischen Laubholzbockkäfers oder des Citrusbockkäfers handelt. Die Tiere sind gefährlich, weil sie im Gegensatz zum einheimischen Borkenkäfer gesunde Laubbäume befallen. Nisten sich mehrere Bockkäfer-Larven in einen Baum ein, stirbt er langsam ab. Die Käfer haben nichts mit dem Holzbock zu tun. Sie seien für Menschen ungefährlich.
Durch den Schaden, den diese Insekten anrichten können, besteht beim Fund jedes Exemplars Meldepflicht. Eingeschleppt werden solche Käfer entweder in Pflanzen oder Verpackungsmaterial wie Holzpaletten aus Asien. 2009 wurden in Deutschland Einzelkäfer in Berlin und Hessen sowie befallene Bäume in Nordrhein-Westfalen und Bayern registriert. In den USA mussten nach dem Befall durch die Käfer seit 1996 in mehreren Bundesstaaten tausende Bäume gefällt werden. Der Schaden beträgt etwa 150 Millionen Dollar.
Ursprünglich war für den Winter in der Stadt eine Nachsuche geplant. Doch da im Sommer keine Hinweise auf das Insekt gefunden wurden, schätzt die Dresdener Behörde den Aufwand für einen Wintereinsatz in Auerbach als zu groß ein. Die Experten aus Dresden hoffen nun, dass die Auerbacher ihnen wieder so intensiv wie im Sommer 2010 helfen: "Vergangenes Jahr haben die Bürger super mitgemacht", sagt Karin Bernhardt. Wer einen Käfer oder eine Larve findet, sollte sie in einem Glas fangen und sich an das Landesamt wenden.


23:40 Uhr
Landvogt: Hallo Freie-Presse,
es wäre sehr hilfreich, wenn sie das Bild vollständig abbilden würden, sowie ein Bild vom Weibchen, eines von den Larven, von den Frasschäden sowie ähnlichen einheimischen Käfern zum Vergleich.
Vielen Dank