Neumark: Jakobsweg ändert Hauptroute

Reichenbach und Plauen abgestuft - Jetzt geht es über Lengenfeld nach Hof

Neumark/Dresden. Der Jakobsweg Vogtland von Zwickau über Lengenfeld, Treuen und Oelsnitz nach Hof wird ab sofort zur Hauptroute des Sächsischen Jakobswegs heraufgestuft. Hingegen lässt der Verein Sächsischer Jakobsweg die erst vor einem Jahr als Hauptroute eingeweihte, etwas weiter nördlich auf der historischen Handelsstraße Via Imperii über Reichenbach und Plauen führende Route fallen.

"Deren Betreuung und Organisation wird fortan der in Neumark ansässige Verein ,Jakobsweg Via Imperii' übernehmen", heißt es in einer am Montag von Ulrich Wolf, dem Vorsitzenden des Vereins Sächsischer Jakobsweg, herausgegebenen Erklärung.

Wolf beruft sich auf das klare Ergebnis einer Abstimmung in seinem Verein. Von den 35 Mitgliedern plädierten 24 für die Änderung, elf enthielten sich, für eine Beibehaltung des erst Anfang Juli 2011 eingeweihten Abschnitts der Via Imperii sprach sich indes keiner aus.

Damit hat Ulrich Wolf seine Ankündigung wahrgemacht und die nach seiner Einschätzung "nicht optimale Zusammenarbeit" mit dem 2011 gegründeten Verein Jakobsweg Via Imperii beendet. "Die ursprünglich geplante Kooperation beider Vereine auf diesem Abschnitt erwies sich als ausgesprochen schwierig und wenig effizient", erklärt er. Wie beim Pilgern haben beide Vereine zwar ein gemeinsames Ziel - das Leiten der Pilger nach Santiago de Compostela. Doch dabei gehen sie künftig auf "unterschiedlichen Pfaden". Beide Wege seien historisch belegbar, sagt Wolf und lobt das Engagement für den Vogtländischen Jakobsweg, das die Initiatoren um den Irfersgrüner Gottfried Pester seit 2009 an den Tag gelegt haben.

Beim Verein Jakobsweg Via Imperii geht man von zwei unterschiedlichen Wegen aus, aber nicht von einem Haupt- und einem Nebenweg. "Es geht um die Pilger und nicht um die Vereine", sagte Vorstandsmitglied Christian Seltmann am Montag. Der Weg sei weitestgehend erschlossen, manche fehlende Zuarbeit hänge halt von Kommunen ab. Seltmann sieht die parallelen Jakobswege als Chance: "Der Pilger kann entscheiden, wo er lang geht."

 
erschienen am 18.06.2012 ( Von Ulrich Riedel )
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