Franziska und Torsten Forner vor dem alten Postamt: Da es die Kriterien Denkmal, Stadtkern, Raumkanten bildend und Ortskern prägend erfüllt, gab es für die Außenhülle 40 Prozent Förderung. Foto:
Foto: Joachjm Thoss
Postamt erstrahlt in altem Glanz
Bau-Experten retten Kleinod
Treuen. In diesen Tagen haben Franziska und Torsten Forner ihren persönlichen "Fünfjahresplan" abgearbeitet: Die Sanierung des historischen Postgebäude in der Königstraße 19, welches die Eheleute 2007 erworben hatten, ist abgeschlossen. Zuletzt war an der Fassade gearbeitet worden. "Wer hätte es sonst machen sollen", meint Bauingenieur Forner (46). "Es ist unser Tagesgeschäft, alte Häuser zu sanieren und umzubauen -zehn bis zwanzig Gebäude pro Jahr. Seitdem ich 1982 mit meiner Zimmererlehre begonnen habe, wusele ich in alten Häusern herum."
Der repräsentative Klinkerbau war 1891 errichtet worden, am 1. April 1892 öffnete hier das Kaiserliche Postamt seine Pforten. Im Herbst 2004 zog sich die Post dann auch von diesem Standort zurück, der Neorenaissance-Bau stand leer. Die Forners wollten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen war ihr Büro in der Inneren Herlasgrüner Straße längst zu eng geworden (acht Personen auf 80 Quadratmeter Fläche). Zum anderen tat es ihnen natürlich leid um das Denkmal. Doch zunächst scheiterte der Kaufwunsch an illusorischen Preisvorstellungen der Immobilienverwaltung der Post in Dresden: "Erst als eine Stelle in Erfurt zuständig wurde, konnten wir uns einigen", erinnert sich Franziska Forner (44), die offiziell Besitzerin des Hauses wurde.
Der Zustand des Gebäudes sei recht gut gewesen, schildert Torsten Forner: "Das Postamt wurde immer gehegt und gepflegt. Natürlich gab es einen gewissen Sanierungsstau, aber keine akuten Schäden." Eigentlich sollte ja das Ingenieurbüro so schnell wie möglich hier einziehen, doch es kam anders: Wegen einer Kündigung brauchte die Post ganz schnell neue Räume für eine Agentur, um ihrem Grundversorgungsauftrag in Treuen gerecht werden zu können. In kürzester Zeit wurde das Erdgeschoss nutzbar gemacht, so dass Roland Trautzsch mit Postfiliale und Schreibwarengeschäft hier einziehen konnte. Er hat dort inzwischen Räume an Bäcker, Zahnarzt und Versicherung untervermietet.
Ihr Büro richteten die Forners anschließend Stück für Stück im ersten Obergeschoss ein. Und im Dachgeschoss ist 2009 die Außenwohngruppe der Diakonie mit sechs Personen eingezogen.
Beim Umbau ist so viel wie möglich von der alten Substanz erhalten worden: "Das Neue hat selten die Qualität von dem, was vorher war", meint der Ingenieur. So wurden die originalen Türen und Fensterrahmen aufgearbeitet, allerdings verfügen die Fenster jetzt innen über eine moderne Iso-Scheibe, die Wärme hält und Schall stoppt.
Ins alte Gemäuer integriert wurde eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die den Gasverbrauch drosselt und auch ohne offenes Fenster für gutes Raumklima sorgt. Den Energieverbrauch mindern zudem dünne Dämmplatten aus Kalzium-Silikat, die im Inneren angebracht sind. "Das ist natürlich auch ein Referenz-Objekt, an dem wir zeigen, was möglich ist", so Forner.


11:11 Uhr
crashy9708: Endlich mal ein richtiges Schmuckstück in der Stadt
Sieht wieder echt gut aus - das Treuener Postamt. Ja, das waren noch Zeiten als die Post zum Kunden kam und nicht der Kunde zur Post.
Als Ferienzusteller verdiente man zwar nicht viel, aber man bekam wenigstens ab und zu ein "Trinkgeld" - heute leider kaum noch. Auf "Feo's" Tour bis raus zum "Malz" und in die "Neue Welt", da gab's auch mal bei dr "Kraus'n-Bäcke" 'ne Semmel. Bis zum "Malz" brauchte der Zusteller nicht laufen, denn die Post wurde gleich beim Bäcker abgegeben - wenn nicht, dann fuhr man die strecke zu Schluss mit dem Rad.
War ein toller ferien-Job: Um "Sechse" Post und Zeitung sortieren und bis 15.00 Uhr arbeiten - wer clever war, der lag schon nach dem Mittagessen im Freibad - bei voller Bezahlung und heute auch undenkbar!
Vielleicht findet sich noch jemand, der den "Franzen-Günther" sein Postauto irgendwo findet und Restauriert - irgendwo steht vielleicht noch ein alter "Garant-Koffer" herum?
Wäre das alte Kaufhaus nicht so elendig zugrunde gegangen, dann hätte der Postplatz dem "verhunzten" Markt bestimmt den Rang abgelaufen, auch wenn das schmucke Rathaus dort steht.
War doch der Postplatz früher mit Geschäften nicht gerade dünn besiedelt. Gerade 'ne "Mothesen-Max" sei "Millich" war immer frisch und der Yoghurt, der hatte es in sich, vor allem dann wenn wir von der Schule zum UTP in die "Wachstuch" liefen:
Ein halber Liter von dem Zeug und die Verdauungsprobleme waren bald wie weggeblasen...
Vieles wird nur noch in unseren Erinnerungen weiterleben - diese kann uns aber wenigstens niemand nehmen, wenn auch viele Dinge unwiederbringlich verloren gegangen sind - nicht nur in Treuen!