Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier hat das Lied für den Vogtländischen Kirchentag komponiert. Man brauche immer wieder "etwas Frisches in heutiger Sprache für die heutige Zeit", meint der Auerbacher Kantor.
Foto: Joachim Thoss
Rockige Botschaft der Hoffnung
Zum Vogtländischen Kirchentag laden die evangelischen Christen am 30. Juni und 1. Juli ein
Auerbach. Unter dem Motto "Hoffenlicht" (aus "Hoffnung" und "Licht") steht das Treffen der evangelischen Vogtländer, das am Samstag, 30. Juni in Auerbach, Oelsnitz, Klingenthal, Limbach, Pausa und Greiz startet und die Besucher (mindestens 3000 werden erwartet) am 1. Juli in Plauen zusammenführen soll. "Hoffnung" und "Licht" bilden auch die Grundbegriffe des aktuellen Liedes zum Kirchentag. Geschrieben hat es Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier. "Hoffnung und Licht, hoffentlich!", heißt es im Refrain des rockigen Stücks. "So viele Fragen, so viele Klagen, wir wollen Antworten finden, die uns verbinden." Die achtköpfige Kirchentags-Band, speziell für das Ereignis gebildet, hat das Lied bereits einstudiert.
"Die Melodie habe ich schnell gefunden - das hat so eine oder anderthalb Stunden gedauert; der Text ist dann über viele Wochen gereift", schildert der 34-jährige Meier, der derzeit Kirchenmusikdirektor sowohl für den Bezirk Auerbach als auch kommissarisch für Plauen ist.
Der Auerbacher hat bereits mehrere Motto-Lieder verfasst, unter anderem für den Euregio-Kirchentag im Erzgebirge. "Ich freue mich natürlich, wenn sie genommen werden", meint er. "Den Anspruch, damit in die Gesangbücher zu kommen, habe ich nicht -vermutlich wird auch dieses Lied schnell verschwinden." Doch das grämt ihn nicht: "Es ist gut, immer wieder etwas Frisches in der Sprache der heutigen Zeit zu schreiben, was trotzdem Tiefgang hat. Das kommt dann auch gut an."
Vor allem muss der Komponist natürlich die Singbarkeit beachten - und zu hart darf der Rock auch nicht werden, um die dem traditionellen Liedgut verbundenen Kirchenglieder nicht zu verprellen. Meier geht davon aus, dass ihm der Spagat recht gut gelungen ist: "Dem Vorbereitungs-Gremium hat es gefallen, und in den Kirchgemeinden wird das Lied schon gesungen." Urheberrechte hat der KMD nicht angemeldet: "Es ist alles frei verfügbar."
Im Lied geht es um Frustration, um das Ausgebrannt-sein, um Kriege und Leid - gegenübergestellt wird Gottes Kraft, die Leben und Zukunft verheißt, und die neue Hoffnung gibt. Verwiesen wird auf die im biblischen Matthäus-Evangelium erwähnte "Stadt auf dem Berge", deren Licht weit in die Welt hineinscheint. Besonders hebt Ulrich Meier hervor, das man mit dem Kirchentag nicht nur ein internes Fest für die Gläubigen feiern will: "Wir wollen allen Menschen sagen: Wir haben eine Botschaft, die kann auch für dich gut sein. Darauf soll auch das Lied hinweisen."
Service:
Am 30. Juni und 1. Juli wird der Vogtländische Kirchentag gefeiert. Träger sind die evangelisch-lutherischen Kirchenbezirke Auerbach und Plauen, Gemeinden aus Bayern, Thüringen und Tschechien machen mit.
Los geht's am 30. Juni, 18 Uhr, in Auerbach (Open-Air-Chorsingen), Oelsnitz (Posaunengottesdienst), Klingenthal ("Fröhliche Begegnung") und Pausa (Taizé-Gottesdienst). In Limbach und Greiz gibt es Aktionen. Am Sonntag steht Plauen im Zentrum.
Mehr Informationen dazu:
www.vogtlaendischer-kirchentag.de

