Karl Gruschwitz aus Treuen (rechts) präsentierte zum Jägertag die Trophäe eines von ihm erlegten Mufflon-Widders (oben). Links Jana Kosche (Brockau) und der Verbandsvorsitzende Erich Wilhelm.
Karl Gruschwitz aus Treuen (rechts) präsentierte zum Jägertag die Trophäe eines von ihm erlegten Mufflon-Widders (oben). Links Jana Kosche (Brockau) und der Verbandsvorsitzende Erich Wilhelm.

Foto: Silke Keller-Thoss

Schwarzwild im Vogtland offenbar selten radioaktiv belastet

Zum Jägertag in der Trollschänke Rodewisch wertete der Kreisjagdverband das zurückliegende Jahr aus

Rodewisch. Eine Trophäenschau veranschaulichte die Ergebnisse der vergangenen Saison. Beeindruckend war ein kapitaler Mufflon-Widder von Karl Gruschwitz. Für seine Trophäe erhielt er eine Goldmedaille. Ebenfalls in Erstaunen setzte eine Fuchsfelldecke von Kurt Ehrhardt. "Die Füchse laufen bis in die Wohngebiete. Es besteht die Gefahr der Übertragung des Fuchsbandwurmes auf den Menschen", machte er auf die Notwendigkeit der Jagd auf Reineke Fuchs aufmerksam.

Wichtiges Thema der Versammlung war die radioaktive Belastung von Schwarzwild, die auch Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl im Vogtland gemessen wird. Kreistierarzt Hans-Georg Möckel informierte zu der von der Kreisbehörde organisierten Messung. Eine Auswertung stehe noch aus. Die meisten Fälle seien jedoch negativ gewesen. Von einem positiven Fall berichtete Vorstandsvorsitzender Wilhelm. Ihm war ein belasteter Frischling vor die Flinte geraten. Solche Tiere werden als Sondermüll entsorgt. Der Schütze kann eine Vergütung beantragen. Dennoch erklärte Möckel, dass der Verzehr belasteten Wildbrets unbedenklich sei.

Zur Trichinenuntersuchung informierte er, dass es statt der bisherigen elf Untersuchungsstellen in Zukunft nur ein akkreditiertes Labor für den Landkreis geben wird. Für die Abgaben der Proben werden Briefkästen und ein Kurierdienst eingerichtet.

Positives berichtete Thomas Putz vom jagdlichen Schießen am Schneckenstein. Im Vorjahr nahmen 23 Weidgenossen daran teil. Die Termine für dieses Jahr sind der 12. Mai und der 17. September.

Zur Aufbewahrung und Kontrolle der Waffen gab Carmen Oppitz von der Unteren Jagdbehörde Auskunft. Dazu gab es im Landkreis keine nennenswerten Beschwerden. Kein Verständnis brachte Obmann Gerhard Kroitzsch für die neue Regelung zur Brauchbarkeitsprüfung für Hunde auf. Zugelassen werden jetzt auch Hunde, die nicht als Jagdhunde gelten. Für ihr Engagement im Vogtländischen Jagdverband Auerbach wurden Thomas Putz und Schatzmeister Johannes Kainz mit dem Ehrenabzeichen der Sächsischen Jägerschaft in Bronze ausgezeichnet.

 
erschienen am 25.03.2012 ( Von Sybille Güntzel-Lingner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 03.06.2012
    10:33 Uhr

    Beobachter1: Es ist mal wieder typisch, wie selbstherrlich und verlogen sich die Jägerschaft in der Öffentlichkeit präsentiert.
    Wenn man hier lesen muss, dass Goldmedaillen für den unnötigen Tod eines Tieres vergeben werden, stellen sich diese Leute doch selbst ins Abseits. Offenbar greifen die abgedroschenen Rechtfertigungsversuche für dieses blutige Hobby nicht mehr so recht, so dass man nun mit sportlichen Belohnungen prahlen muss.
    Der gebildete Leser aber fragt sich schon mit Recht, ob das Töten von Tieren als Sport in der heutigen Zeit ethisch vertretbar ist. Die Mehrheit der Menschen sagt dazu ganz klar: Nein.

    Auch die Jagd auf Füchse mit der Gefahr einer Infektion zu rechtfertigen ist blanker Hohn. Jedes Jahr töten diese bewaffneten "Sportler" an die 600.000 Tiere dieser Art auf grausamste Weise. Der Fuchsbandwurm aber, der im Übrigen auch von jeder Katze übertragen werden kann, ist dabei nur eine billige Ausrede. Aber vielleicht bekommt man für getötete Füchse eine Medaille aus Silber.
    Die fadenscheinigen angeblichen Begründungen für diese abartige Treiben und den alljährlichen Massenmord an unseren Mitgeschöpfen sind längst widerlegt. Fragt man namhafte Biologen, stellen auch diese die Jagd und die Jäger berechtigt in Frage. Für die Jagd besteht keine Notwendigkeit, wie "jagdfreie" Beispielgebiete in Europa deutlich und klar aufzeigen. Und "sportliche Alternativen" sollte es eigentlich auch genügend geben.
    Es muss schon am Charakter liegen, wenn man sich das Töten von Tieren als Freizeitbeschäftigung ausgesucht hat und dabei noch mehr Chaos in die Natur bringt. Aber braucht unsere Natur solche Charaktere?

    Natur ohne Jagd e.V.

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