Ein Kaiman soll in der Falkensteiner Talsperre sein Unwesen treiben. Im Bild ein Brauenkaiman.
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Spekulation um Kaiman in der Talsperre Falkenstein
Tier soll Menschen gebissen haben - Veterinäramt und Polizei nichts bekannt - Krokodil könnte im Stausee bis Herbst überleben
Falkenstein. Falkenstein. Ein Gerücht macht an der Talsperre Falkenstein die Runde: In dem Stausee soll sich ein Kaiman herumtreiben.
Mehr als die Existenz des Gerüchts konnte Imbissbetreiber Stefan Körner nicht bestätigen: "Das wird von den Leuten erzählt. Es heißt, dass jemand gebissen worden ist, der dann behandelt werden musste. Aber es ist nicht bewiesen und es hat niemand ein solches Tier gesehen." Eine Bestätigung des Vorfalls habe es bisher nicht gegeben.
"Bei uns im Amt ist vom Auftauchen eines solchen Tieres nichts bekannt", sagt Amtstierart Hans-Georg Möckel. Wenn wirklich ein Kaiman unterwegs wäre, dann wäre das seiner Ansicht nach "eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit". In einem solchen Fall würde sich das Veterinäramt beim Falkensteiner Tiergarten, den Treuener Reptilien-Experten oder im Leipziger Zoo informieren, wie man das Tier fangen kann.
Hätte es wirklich eine Bissverletzung gegeben, kann sich Möckel vorstellen, dass die von einem Arzt erkannt worden wäre. Der hätte dann sicher Alarm geschlagen. "Es handelt sich ja aufgrund der spitzen Zähne um eine auffällige Bissverletzung." Prinzipiell könnten Kaimane und Krokodile bei Gewässertemperaturen von 23, 24 Grad Celsius auch in der Talsperre Falkenstein leben, sagt Christian Nickel, Inhaber der Reptilienoase Treuen. "Die laden sich tagsüber mit Wärme auf und überstehen dann die Nacht." Futter gebe es in Form von Fischen und Ratten auch genug. Probleme bekämen solche Tiere allerdings im Winter. Dann wird es für sie zu kalt.
Auch der Polizei in Zwickau ist von einem solchen Vorfall an der Talsperre bislang nichts bekannt, so Pressesprecher Oliver Wurdak. Er kann sich nur vorstellen, dass die Leute angebliche Krokodilsichtungen aus anderen Bundesländern ins Vogtland übertragen haben. So sei beispielsweise in Nordrhein-Westfalen Anfang des Monats in der Ruhr bei Bochum ein Krokodil gesehen worden. Tatsache war dagegen ein Krokodil etwa zur gleichen Zeit in Berlin. Das aus einem kleinen Zirkus ausgerissene Tier wurde von der Polizei inzwischen wieder eingefangen.
Kaimane sind in Falkenstein keine Unbekannten. Bis 2006 lebten im Tiergarten Brillenkaiman Sammy und ein Nilkrokodil. Sammy hatte sich 1994 beim Baden mit seinem Besitzer am Straberg-Nievenheimer See in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) von der Leine gerissen und sorgte so tagelang für Schlagzeilen. Der Kaiman lebte, nachdem er eingefangen worden war, bis 2006 in Falkenstein. Danach wurde er an einen privaten Krokodilzoo abgegeben.


