Heinrich-Heine-Straße in Falkenstein Linden entlang der Heinrich-Heine-Straße in Falkenstein. Bürger befürchten jetzt, dass sie im Zug von Instandsetzung der Straße und Neubau des Fußweges alle weichen müssen.

Foto: Silke Keller-Thoss

Straßenbau gefährdet Bäume in Falkenstein

Gegen Kahlschlag regt sich Widerstand

Falkenstein. In Falkenstein droht erneut Kahlschlag. Nachdem Anfang Mai bereits am Schloss mehrere alte Bäume gefällt wurden, steht derlei jetzt entlang der Heinrich-Heine-Straße bevor. Wie der Falkensteiner Jan Fleckeisen aus den Reihen des Stadtrates erfahren haben will, gebe es Planungen für den Bau der Straße und des angrenzenden Gehweges. Dem würden 50 ausgewachsene und offenbar gesunde Linden zum Opfer fallen.

Nicht nur die Tatsache, dass damit der Lebensraum vieler Kleintiere zerstört und Vögeln die Möglichkeit zum Brüten genommen wird, bringt Fleckeisen auf die Palme. "Auch dem Stadtbild wird erheblicher Schaden zugefügt." Die Heinrich-Heine-Straße gleicht einer Allee: Auf der einen Seite stehen die Linden in dichter Folge, auf der anderen Seite ist der Bewuchs des Tiergartens.

In der Sitzung des Falkensteiner Stadtrates am Donnerstag wird die Vorplanung für die Baumaßnahme vorgestellt. "Würde es so realisiert, wie es jetzt auf dem Papier steht, müssten die Bäume weg", räumt Stadtpressesprecher Sören Voigt ein. Aber er betont, dass es verschiedene Varianten für die Gestaltung der Straße und der Fußwege gibt. Und es soll eine Anwohnerversammlung zum Thema stattfinden, um verschiedene Meinungen einzuholen.

Prämissen für die stufenweise Instandsetzung der Heinrich-Heine-Straße sind laut Voigt die Schaffung ordentlicher Parkplätze und ein neuer Fußweg als Anbindung zum Stadtpark. Zudem verfolge die Stadt das Ziel, die Straße sicherer zu machen. Autofahrer seien auf der langen Gerade oft zu schnell unterwegs. "Wir werden uns die Bäume ansehen und sorgsam mit den gesunden umgehen", verspricht Voigt. Mit dem Bau von Straße und Fußweg werde in diesem Jahr nicht mehr begonnen.

"Ich will möglichst viele Einwohner Falkensteins beziehungsweise Gleichgesinnte über das geplante Vorhaben in Kenntnis setzen, um zu verhindern, dass irreparable Fakten ohne Rücksicht auf den Bürgerwillen geschaffen werden", sagt Fleckeisen. Dass im Stadtrat darüber diskutiert werden soll, die Bäume zu fällen, könne nur ein verständnisloses Kopfschütteln zur Folge haben.

 
erschienen am 04.06.2012 ( Von Heike Mann )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
6
(Anmeldung erforderlich)
  • 07.06.2012
    19:12 Uhr

    crashy9708: @ Holzinger:

    So geht das aber nicht, denn dann müssten die PKW-Fahrer wieder lernen, sich zu Fuß fortzubewegen und sind auf Gedeih und Verderb ihrem eigenen Klientel ausgesetzt, wenn sie versuchen, eine Straße zu überqueren.

    0 1
     
  • 06.06.2012
    17:46 Uhr

    Holzinger: Die Stadt kann Parkplätze auf ihrem Gewerbegebiet schaffen, ehemalige Falgard, da stehen genügend Flächen frei. Oder mal sämtliche leerstehende Häuser (Bahnhofstr. und Umgebung) abreißen, da wird auch Platz.

    1 0
     
  • 05.06.2012
    18:51 Uhr

    crashy9708: Verdammich, noch e'mol!

    Für was brauchen die Leute eigentlich dauernd neue Parkplätze?

    Die sollten doch lieber ihren A...llerwertesten zu Fuß durchs Gelände bewewgen und für all jene, die das nicht mehr können, da sollte der ÖPNV endlich wieder auf DDR-Niveau gebracht werden - ich meine die Anzahl und die Häufigkeit der Bus-Verbindungen.

    Wird im V-Kreis nicht schon genug "abgeholzt"?

    Gerade bei der "Eicher Spange" müssen hunderte Bäume daran glauben und nur deshalb, weil man wieder mehr Platz für den Individual- und Schwerverkehr schaffen will.

    Die Treuener Ortsumgehung - viel gepriesen und wenig ausgelastet (derzeit jedenfalls) - hat schon eine tiefe Schneise in der Landschaft hinterlassen, aber über jedes Windrad wird sich aufgeregt!

    Treuen war früher auch vom Durchgangsverkehr geprägt - besonders wenn die Kipper von Herlasgrün durch - donnerten, sogar vorbei an unserem Haus.

    Die Buslinien und der Individualverrkehr waren zu den Stoßzeiten auch nicht ohne und Treuen nicht ohne Geschäfte.

    Leider hat sich das Bild heute grundlegend gewandelt - zur Schlafstadt, denn mit der teuren Pflasterung und den Straßenführungen vertreibt man dort auch den letzten Durchreisenden.

    Falkenstein sollte dem Beispiel nicht folgen und wenigstens sein Charisma bewahren.

    Sonst wird F'stein bald so aussehen wie der Treuener Markt:

    Ein glatter und in Stein zementierter nackter Kinder-Po!

    0 1
     
  • 05.06.2012
    16:27 Uhr

    Holzinger: Bürgerwillen? Seit wann kümmert sich jemand um des Bürger Willen, das ist ja ganz neu. Ämterschachern, Taschen vollmachen das ist Politikers Prämisse.

    1 2
     
  • 05.06.2012
    11:59 Uhr

    sarcastic: Der Mensch ist und bleibt das einzige Lebewesen, dass freiwillig seinen Lebensraum und den anderer Arten zerstört.

    Hauptsache wir fällen luftverbessernde Bäume, um Platz für Autos zu machen, sei es für Parkplätze oder für besser und schneller befahrbare Strassen - klasse Logik.

    Es wird Zeit, dass diese ach so intelligente Lebensform sich selbst zerstört, so dass unser Planet wieder eine Chance hat...

    0 4
     

 
 
 
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