Lehrausbilder Torsten Gruber (rechts) zeigt den Auszubildenden Marcel Otto, Kevin Scharm, Lukas Heimann und Mathias Ficker (von links) im neuen Ausbildungszentrum, wie ein Werkstück richtig bearbeitet wird.
Foto: Joachim Thoss
Treuen: Goldbeck schafft bessere Bedingungen für Lehrlinge
700.000 Euro Investitionen fließen in Ausbildungszentrum
Treuen. Knapp 700.000 Euro hat das Treuener Unternehmen Goldbeck seit Jahresanfang vor allem in den Bau eines Ausbildungszentrums und das Verbessern der Logistik im Warenausgang gesteckt. Möglich wurden diese Investitionen nach den Worten von Werkleiter Günther Korn durch das Verlagern des Baus von Betonelementen Ende 2011. "Dadurch haben wir jetzt viel bessere Bedingungen für unsere Auszubildenden."
Verlagerung bringt Platz
Mit der Verlagerung ins Goldbeck-Werk im westfälischen Hamm wurden in Treuen drei Produktionshallen mit einer Gesamtfläche von rund 3000 Quadratmeter frei. Davon nimmt das neue Ausbildungszentrum eine Fläche von etwa 250 Quadratmetern ein. Der Ausbau kostete 185.000 Euro. In dem größeren Teil wurde laut Korn die Ausgangslogistik für rund 300.000 Euro zeitgemäß gestaltet. So optimierte man beispielsweise die Prozesse nach der Pulverbeschichtung der Bauteile. Goldbeck hat sich unter anderem auf den Bau von Industriehallen, Parkhäusern und Bürogebäuden spezialisiert.
Neben dem Neubau des Ausbildungszentrums wurde das Ausbildungssystem im 526 Mitarbeiter zählenden Haus auf neue Beine gestellt. Torsten Gruber übernahm jetzt die Lehrausbildung. Bisher war er Stahlbaukonstrukteur. Korn hält den 42-Jährigen für den richtigen Mann für diese Aufgabe, weil "er sehr gut mit jungen Leuten umgehen kann". Das habe Gruber schon als Jugend-Trainer im Fußball bewiesen. Der 42-Jährige freut sich, dass er zum Beginn des neuen Lehrjahres im September acht neue Auszubildende begrüßen kann. Ihn und Korn hat schon bei den Bewerbungen überrascht, dass die jungen Leute bessere Noten als in den vergangenen Jahren vorweisen konnten. Ab Ausbildungsbeginn werden bei Goldbeck in dreieinhalb Jahren insgesamt 23 Lehrlinge ausgebildet. Der Werkleiter sieht in der Bewerbung von Jugendlichen mit ansprechenden Zensuren einen Erfolg im Bemühen Goldbeck zu einem attraktiven Ausbildungsbetrieb zu entwickeln.
Belegschaft zum Teil überaltert
Das Thema rückt für das Unternehmen stärker in den Blickpunkt, weil die Belegschaft zum Teil überaltert ist. Doch Goldbeck kam es auch darauf an, für die Auszubildenden bessere Bedingungen für die Lehre zu schaffen. "Die alten Räume waren sehr beengt und nicht mehr zeitgemäß. Jetzt sind sie groß, hell und freundlich." Der Werkleiter kann sich vorstellen, dass dort beispielsweise Praktikanten arbeiten können. Außerdem werden im Ausbildungszentrum Kooperationen mit Schulen vertieft und Mitarbeiter weiterqualifiziert.
Eine aktuell sehr gute Auslastung und gute Auftragseingänge lassen Korn für Goldbeck optimistisch in die Zukunft schauen. Durch den Kauf einer Fläche im Treuener Gewerbegebiet und die Auslagerung der Fertigung der Betonelemente hat sich der Platzmangel etwas entspannt. Sollte das Unternehmen weiter wachsen, müssten man sich laut Günther Korn trotzdem über das "Wo" Gedanken machen.
Um die Leute am Standort zu halten, wurde nach dem Ausbau der Logistik im Winter und Aufbau des Ausbildungszentrums im Frühjahr die Kantine verschönert. Bei den Arbeiten haben auch die Lehrlinge mit angepackt. Allen Vorhaben hatte das Stammhaus in Bielefeld nach Aussagen Korns problemlos zugestimmt. Die Kantine, die er nach der Fertigstellung als Betriebsrestaurant bezeichnet, wurde völlig neu gestaltet. Um attraktiver Arbeitgeber zu bleiben, denkt das Unternehmen noch einen Schritt weiter: über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Thema ist dabei die Kinderbetreuung für die Goldbeck-Mitarbeiter.

