Im November sollen die Arbeiten für den Anschluss von Veitenhäuser an die zentrale Kläranlage beginnen. Beendet werden sollen sie ein Jahr später, der Zugang zum Gasthof (links im Bild) soll immer gewährleistet sein. Im Zuge des Vorhabens wird die marode Straße grundhaft ausgebaut.
Foto: Joachim Thoss
Treuen: Ortsteil Veitenhäuser wird an zentrale Kläranlage angeschlossen
Lange war unklar, ob das Projekt angegangen werden kann
Treuen. Ende Januar war es soweit: "Endlich hatten sich über 90 Prozent der Anlieger in Veitenhäuser zum Anschluss an die zentrale Kläranlage bekannt", berichtet Bürgermeisterin Andrea Jedzig (parteilos). Das Problem dabei: Die Bürger müssen die Anschlusskosten selbst tragen, die über 3000 Euro pro Person hinausgehen. Zunächst hatten sich dazu zu wenige bereiterklärt; deshalb war das Projekt auf Eis gelegt worden, das eigentlich schon im vergangenen Jahr angegangen werden sollte. Auch Dank des Einsatzes von Stadtrat Ulrich Gruschwitz (DSU), der in Veitenhäuser lebt, sei dann die Quote erreicht worden, die der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (Zwav) zur Bedingung gemacht habe.
Nach Angaben der Bürgermeisterin werden die entsprechenden Verträge bis Monatsende unterschrieben, dann leisten die Bürger Einzahlungen auf das Zwav-Konto. Auch Ratenzahlung ist möglich. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben sein. Für den November wird der Beginn des Baus avisiert, der voraussichtlich ein Jahr später abgeschlossen ist. Die städtischen Kosten für den grundhaften Ausbau der völlig maroden Straße, Straßenentwässerung und Beleuchtung beziffert Andrea Jedzig auf 482.000 Euro, Fördermittel sollen bei der Sächsischen Aufbau-Bank beantragt werden. "Die Gaststätte soll immer zugänglich bleiben", betont die Bürgermeisterin.
Falls es nicht zum Anschluss an die zentrale Kläranlage gekommen wäre, hätten die Anwohner sich selbst vollbiologische Kleinkläranlagen errichten müssen. "Die können am Ende wesentlich teurer werden als die jetzige Variante, von 5000 bis 7000 Euro ist die Rede."
Nach Angaben von Waltraud Muß, die beim Zwav für sämtliche derartigen Projekte verantwortlich ist, geht es in Veitenhäuser um 25 Haushalte mit 53 Personen. Die Kosten des Zwav beziffert sie auf zunächst 183.000 Euro, mit denen unter anderem die 600 Meter lange Druckleitung finanziert wird. Der Zwav zahlt 3000 Euro pro Einwohner, also 159.000 Euro. Den verbleibenden Rest von 24.000 Euro müssten die Anwohner aufbringen - im Durchschnitt ergäbe dies rund 450 Euro pro Person. Dieses Finanzierungsmodell gebe es nur im Vogtland, bestätigt Waltraud Muß: "Es macht einen Haufen Arbeit, vogtlandweit stehen noch rund 150 solche Vorhaben an." Dort, wo sich keine 90-Prozent-Mehrheit ergibt, lässt der Zwav die Vorhaben erst einmal ruhen - zum Beispiel in Eich, dem Wohnort der Treuener Bürgermeisterin. "Wir haben auch so genug zu tun", meint Waltraud Muß.


