Turnerbundplatz Als Fass ohne Boden erweist sich bisher der Treuener Turnerbundplatz, der unter anderem für Zirkusdarbietungen, das Höhenfeuer und zur Kirmes für die Schausteller genutzt wird. Die Stadtverwaltung will ihn trockenlegen, viele Stadträte sind von der Notwendigkeit nicht überzeugt.

Foto: Silke Keller-Thoss

Unbefestigter Platz verschlingt viel Geld

Abgeordnete halten Sanierung von Turnerbundplatz für zu teuer

Der Turnerbundplatz hat sich im Treuener Stadtrat zum Zankapfel entwickelt: Viele Abgeordnete halten seine Sanierung für zu teuer. Inzwischen drängt die Zeit für den nächsten Fördermittel-Antrag.

TreuenVor jeder Kirmes müsse man große Splittmassen aufbringen, um den Turnerbundplatz überhaupt in einen begeh- und befahrbaren Zustand zu bringen, erläuterte Jürgen Heinel, Sachgebietsleiter Zentrale Verwaltung, am Mittwochabend vor dem Treuener Stadtrat: "Die Seen, die sich nach jedem Regen bilden, sind oft hundert Quadratmeter groß." Im Laufe der Jahrzehnte habe man wohl schon Hunderte Tonnen Splitt hier verbuddelt: "Der verschwindet spurlos im schlammigen Untergrund." Abgesehen von den Materialkosten müsse die Stadt den Einsatz des Personals und der Rüttelplatten finanzieren - die Kommune käme dies teuer zu stehen, erläuterte er.

Abhilfe schaffen sollte eine Drainage für den Platz, der auch regelmäßig für Zirkusvorstellungen genutzt wird. Im Rahmen der weiteren Sanierung des Gebietes "Obere Stadt" hatte die Stadtverwaltung dafür zunächst 260.000 Euro eingeplant, zum Großteil Fördermittel. Dafür sollte das gesamte Areal auch gleich ordentlich gepflastert werden. Nach Protest aus den Fraktionen lag dem Stadtrat nun eine "reduzierte Variante" vor, mit der der Platz für 125.000 Euro zumindest dauerhaft trockengelegt werden sollte - per Filtervlies und mit einem gitterförmigen Drainage-Netz, allerdings ohne Pflaster. Doch auch dagegen erhob sich beträchtlicher Widerstand. "Vieles ist derzeit dringender und wichtiger", meinte zum Beispiel Thomas Mutschmann (CDU). Mit dem Turnerbundplatz könne man sich dagegen noch "ein paar Jahre Zeit lassen".

Longin Ritter (Linke) befürchtete, dass die Kirmes-Schausteller mit ihren Sticheln die Drainage gleich wieder zerstören und setzt statt dessen auf eine Gefälle-Entwässerung. Knut Kropfgans (CDU) zeigte sich mit der weiteren Sanierung in der Oberen Stadt prinzipiell einverstanden, fühlte sich jedoch durch den Maßnahmekatalog, dessen größten Posten der Turnerbund-Platz bildet, "überrumpelt".

Dies wies wiederum Bürgermeisterin Andrea Jedzig entschieden zurück: Schließlich sei alles vorher zumindest mit den Fraktionsvorsitzenden abgestimmt worden, die die Reduzierung angeregt hätten. Nun dränge die Zeit, da der neue Fördermittel-Antrag im Februar eingereicht werden müsse.

Der Stadtrat einigte sich nach ausgiebiger Diskussion darauf, den Technischen Ausschuss zu einem Beschluss über den Maßnahmekatalog für die Obere Stadt zu ermächtigen. Falls es dort am 7. Februar keine Einigung gibt, soll der Stadtrat in einer Sondersitzung unmittelbar danach entscheiden. So würde die Antragsfrist gewahrt.

 
erschienen am 19.01.2012 ( Von Bernd Appel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 22.01.2012
    13:30 Uhr

    crashy9708: GESTERN - HEUTE - MORGEN

    Warum baut Treuen dort kein kulturell-sportliches Mehrzweckgebäude hin?
    Der TREUNER HOF, einst kulturelles Zentrum in den 70-ern und Speisesaal für die Betriebe, wurde schon vor Jahren dem Verfall Preis gegeben und später abgerissen; die Kunsteisbahn am "Turnerbund" existiert wohl auch nicht mehr und in der "Goethe-Halle" findet ja wohl auch keine Jugenddisco mehr statt.
    Tja, seit den 70-ern ist Treuen um einige Veranstaltungsorte, vor allem für die Jugend und die jung gebliebenen Einwohner, ärmer geworden.
    Mit Wehmut denke ich an die Discotheken in der "Goethe-Halle" zurück. Auch die Jugendtanzabende und der Tanz für Ehepaare im TREUENER HOF waren sehr gut besucht, genauso wie die Kunsteisbahn in den kalten Wintern während meiner Schulzeit in den 70-ern.
    Für den Sport hat Treuen ja schon eine neue Wirkungsstätte errichtet, aber wie sieht es mit den anderen Freizeitmöglichkeiten aus?
    Wenn man so im Treuener Gästebuch blättert, dann ist dort nachzulesen, dass Treuen die Jugend auszugehen scheint.
    Nicht jeder Jugendliche ist eben ein Leichtathlet, Fußballer oder Kegler, aber jeder Jugendliche oder auch Erwachsene möchte doch nicht nur in der Kneipe oder vorm TV / im Internet unterhalten werden, oder?
    Wer will schon mit dem eigenen Auto erst Meilen weit zum nächsten Disco-Treff oder zur nächsten Freizeitgelegenheit fahren und muss dann noch "nüchtern" bleiben, weil das Geld fürs Taxi teuerer wird als der ganze Abend?
    Übrigens:
    Kirmes ist nur einmal im Jahr - ein trostloses Wochenende für die Jugend, das gibt es mehr als einmal im Monat - daran sollten die gewählten Volksvertreter einmal denken.
    Einige dieser Herrschaften kenne ich noch von damals, auch wenn diese sich vielleicht nicht mehr (so gerne) an ihre Jugendzeit erinnern (können oder wollen).

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