Mühsam freigeschaufelte Parklücken werden von manchem Anlieger (hier in der Falkensteiner Rosa-Luxemburg-Straße) mit Eimern und Latten reserviert, auch Verkehrshütchen oder Mülltonnen kommen zum Einsatz. Das ist zwar nicht legal, wird jedoch zumindest in Falkenstein stillschweigend geduldet.
Foto: Silke Keller-Thoss
Vogtland: Keine Strafe für Parkplatz-Sperre in Innenstädten
Schnee sorgt für Parkplatznot - Anwohner sichern "ihre" Lücken mit speziellen Konstruktionen
Falkenstein/Auerbach/Treuen. Die "weiße Pracht" will nicht weichen und macht Autofahrern nicht nur bei der Fahrt das Leben schwer: Gerade in den Innenstädten ist die Parkplatzsuche oft problematisch. Und wer mit Hacke und Schaufel ein Plätzchen für seinen Wagen in die Schneewand getrieben hat, der ist naturgemäß nicht amüsiert, wenn dann der Nachbar drin parkt. Um dies zu verhindern, zeigt mancher Fantasie: Konstruktionen aus Eimern und Latten werden ebenso zur Blockade von "Privatparkplätzen" an öffentlichen Straßen verwendet wie Verkehrshütchen, Mülltonnen oder leere Getränkekästen.
"Rein rechtlich ist so etwas natürlich nicht erlaubt", meint Sören Voigt, Pressesprecher der Stadt Falkenstein. "Doch bei solchen extremen Situationen drücken wir ein Auge zu." Denn man habe durchaus Verständnis dafür, dass die Leute die Parklücke, die sie mühsam freigemacht hätten, auch selbst nutzen wollten. "Wir sehen das, wir verstehen das", so Voigt. "Als Stadt sind wir nicht in der Lage, allen einen bequemen Parkplatz zu verschaffen." Mit etwas gesundem Menschenverstand ließen sich die Parkprobleme zwischen den Nachbarn lösen, ohne dass die Stadt eingreifen müsse. Bußgelder werde man nicht verhängen, es gebe auch keine Beschwerden bei der Stadtverwaltung wegen solcher Parkplatzreservierungen.
In Treuen sieht man dies genauso: Private Parkplatz-Sperrungen seien selten, teilt Pressesprecher Jürgen Heinel mit. "Und wenn Anwohner ihre Parkplätze vor dem Haus von Schnee freischaufeln und dann mit Gegenständen blockieren, wird das von unseren Politessen geduldet."
Auch in Auerbach sind diesbezüglich bislang keine Geldstrafen erhoben worden. "Wenn solche Eingriffe in den öffentlichen Verkehrsraum festgestellt werden, versuchen unsere Politessen, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen", so Pressesprecher Hagen Hartwig. "Und das hat bisher immer funktioniert." Solche Fälle gebe es im Neubaugebiet oder auch am Feuerwehrplatz. "Wir setzen auf Einsicht, nicht auf die Keule", betont Hartwig.
"Verkehrshindernisse"
Paragraf 32 der StVO ("Verkehrshindernisse") besagt: "Es ist verboten ... Gegenstände auf Straßen zu bringen oder dort liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann." Auch nach Paragraf 1 der StVO kann die Parkplatzreservierung (auch durch eine andere Person) als "Behinderung eines anderen Verkehrsteilnehmers" und damit als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Bußgelder zwischen zehn und 80 Euro sind dafür in einigen Kommunen üblich.


10:21 Uhr
mias: Ein Aspekt fehlt mir bisher. Wenn eine Stadt öffentliche Parkplätze zur Verfügung stellt, muss auch die Verkehrssicherheit hergestellt werden. Durch regelmäßigen Aptransport der Schneeberge, würde niemand Eimer und Zaunslatten in den öffentlichen Verkehrsraum legen/ stellen. Es ist ja tatsächlich so, wenn die Stadt da ein Auge zudrückt und dies auch noch öffentlich zugibt, dann liegt auch die Haftung (teilweise) bei der Stadt, wenn eine Person und/oder ein Fahrzeug zu Schaden kommt.
20:12 Uhr
crashy9708: Da kenne ich kein Erbarmen:
Klamotten weg und Auto rauf gestellt. Schließlich haben, gerade im Auerbacher Bendelsteingebiet, noch viele Fahrzeugbesitzer noch eine Garage und sind nur zu faul, ihre Karre dort abzustellen.
Letztendlich erwischt es jeden einmal, eine Lücke frei zu schaufeln.
19:57 Uhr
Holzinger: @ThorstenMeyer: Ja, das stimmt, das habe ich nicht bedacht. Zumal Einige sogar zur Nahrungsaufnahme zu faul sind zum Aussteigen aus dem Auto (Mac D...). Aber bei weiteren Entwicklung der Benzinpreise werden auch diese wieder ihre Beine und Füße bewegen müssen, falls die bis dahin nicht verkümmert sind.
17:52 Uhr
ThorstenMeyer: Ja Holzinger, das wäre eine Idee. Vielleicht auf dem Trützschlerplatz? Da könnte die Stadt auch gleich noch ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Bäume fällen, nachgehen. Ach nein, die Idee ist doch nicht so gut: Sie haben nicht bedacht, dass die meisten Leute heute kaum noch 100 Meter zum Auto laufen können!
16:54 Uhr
Holzinger: Wie wäre es mit dem Bau eines Parkhauses im Zentrum. Alle Anwohner kriegen im Winter dort einen Stellplatz (gegen eine Gebühr) und in sämtlichen Nebenstraßen herrscht Parkverbot. Die Autobesitzer hätten ihr Auto unter einem Dach (kein Freischaufeln) und der Winterdienst könnte auch viel besser fahren.