Panorama-Bericht: Nazis stören Rodewischer Kirmes.
Foto: Franko Martin
Vogtland-Nazis feiern nach dem Oslo-Attentat
Zwei Tage nach Blutbad in Norwegen gab es zur Kirmes in Rodewisch einen Vorfall - ARD-Magazin Panorama sieht Zusammenhänge
Rodewisch. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen vogtländischen Jung-Nazis und dem norwegischen Attentäter Anders Breivik? Das ARD-Politikmagazin Panorama hat in seiner aktuellen Sendung auf erschreckend ähnlich klingende Sprüche und Parolen verwiesen, die deutsche Rechtsradikale in die geistige Nähe des 32-jährigen Attentäters rücken, der am 22. Juli einen Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel verübt und anschließend auf der Insel Utøya Jugendliche niedergemetzelt hat. "Der Attentäter ist einer Ideologie gefolgt, die die Rechten in Deutschland seit Jahren vertreten", erklärt Panorama-Frontfrau Anja Reschke. Er sei hasserfüllt gegen Andersdenkende, gegen Fremde und gegen all jenes vorgegangen, was Demokratie und offene Gesellschaften auszeichnet.
Dabei stellte das Enthüllungsmagazin einen Vorfall in den Mittelpunkt, der sich vergangenen Sonntag in Rodewisch ereignet hatte. Nur zwei Tage nach dem von Breivik angerichteten Blutbad, bei dem 76 Menschen ums Leben kamen, marschierten etwa 40 bis 50 schwarz gekleidete Maskierte durch die Kleinstadt zum Kirmes-Festgelände. Dort verteilten sie Flugblätter einer Organisation namens Revolutionäre Nationale Jugend (RNJ). Darin sind in der Bevölkerung kursierende diffuse Befürchtungen aufgegriffen und auf die Spitze getrieben sowie mit verbrämten rechtsradikalen Thesen vermengt worden. Diese gipfeln in Aussagen, gegen "BRD-Betrug" und "Volkstod" helfe nur "Nationaler Sozialismus - damit die Welt nicht vergisst, dass du Deutscher bist".
Der Nazi-Aufmarsch in Rodewisch, das dokumentieren der Panorama-Beitrag und Aussagen von Zeugen des Kirmes-Vorfalls, löste Angst aus und ist jetzt Gegenstand von Ermittlungen. Laut Polizeisprecher Jan Meinel gab es Verstöße gegen die Pflicht zur Versammlungsanmeldung und gegen das Vermummungsverbot. "Mal sehen, was die Kollegen vom Staatsschutz noch herausbekommen", sagt Meinel. Die RNJ selbst sei eine erst seit kurzem in Erscheinung tretende Gruppierung am rechten Rand der Gesellschaft. Während die Nazi-Szene bislang insbesondere in Reichenbach, Mylau und Plauen aktiv war, ist die RNJ im Raum Falkenstein, Ellefeld, Auerbach aufgefallen.
Nach Aussagen der Panorama-Autoren gab es auch in Plauen, Bautzen und Hannover ähnliche Auftritte maskierter mutmaßlicher Rechtsradikaler. Doch die Akteure der Revolutionären Nationalen Jugend scheinen die heroischen Aufrufe gegen "Überfremdung, Volkstod und Demokratie-Betrug" selbst offenbar gar nicht ernst zu nehmen: Inhaber ihrer Internet-Domain ist der Chinese Linh Wang in Hongkong, und der technische Ansprechpartner sitzt gar beim größten Feind aller Rechtsradikalen: in der israelischen Stadt Tel Aviv.www.ardmediathek.de


15:33 Uhr
crashy9708: Ob das wohl die "Söhne" all jener "Dumpfbacken" waren, die zur Wende mal eben ganz schnell nach Bayern aufgenommen werden wollten?
Aus dieser Ecke haben wir doch die "Rädels-Führer" importiert und nur deshalb, weil diese hier im Vogtland unter einigen "Landsleuten" damals auf helle Begeisterung gestoßen sind.
Schaut man in einige Gemeindevertretungen, dann kann einem schon jetzt wieder Angst und Bange werden vor dem, was uns bevorstehen wird, solange wir die Augen davor verschließen.
Diese Spezies von Mitbürgern sind - Gott sei Dank - aber nicht das repräsentative Vogtland.
Es liegt an uns, dass diese Leute aber nicht von uns noch dazu gemacht werden - weniger aus Unwissenheit sondern aus persönlicher Bequemlichkeit.
Denn am Ende machen diese Leute auch vorm Gartenzaun des Eigenheimes oder der eigenen Wohnungstür nicht halt.
Anstelle der "Vogel-Strauß-Politik" sollte man lieber als schlauer Fuchs gegen diesen "rechten Irrsinn" mobil machen und das Partei übergreifend.