Werbung/Ads
Menü

Themen:

Gert Opel mit Hengst Gringo: Zwölf Kaltblüter stehen in den Stallungen von Wernesgrün, in denen der Eibenstocker seit 1994 der Chef ist. Stallmeister will er noch viele Jahre bleiben, wenn die Gesundheit es erlaubt.

Foto: David Rötzschke

Wernesgrüns "Pferdeflüsterer" feiert heute 60. Geburtstag

Gert Opel arbeitet seit 1994 als Stallmeister für die Brauerei. Sein Herz für Kaltblüter hat er schon viel eher entdeckt.

Von Bernd Appel
erschienen am 19.05.2017

Wernesgrün. Schon als Kind hat sich Gert Opel im heimischen Eibenstock für die starken Pferde begeistert, die damals schwere Wagen mit Briketts oder Asche durchs Dorf zogen. "Andere interessierten sich für Autos und Motorräder - bei mir waren es schon immer Pferdegespanne", erinnert sich der Stallmeister der Wernesgrüner Brauerei, der heute seinen 60. Geburtstag feiert. Er wurde Waldarbeiter, rückte Holz mit Pferden. Nach der Wende übernahm er zwei der Kaltblüter, mit seinem Wagen fuhr er auch öfters in die Wernesgrüner Brauerei und kam dort 1994 mit den Verantwortlichen ins Gespräch. Sie hatten die Idee, wieder ein Traditionsgespann als Aushängeschild des Unternehmens aufzubauen. Und Gert Opel war sofort Feuer und Flamme. "Die letzten Pferde waren dort angeblich 1957 im Einsatz", berichtet er - dann wurden auch sie von Lkw abgelöst. Immerhin gab es im Gutshof noch ehemalige Pferdeställe, sie waren als Traktorwerkstätten genutzt worden, entsprechend mit Öl und Benzin verunreinigt. "Zusammen mit meinem Vater haben wir die Gebäude wieder zu Stallungen umgebaut."

Noch 1994 konnten die ersten Pferde einziehen: Die beiden rheinisch-deutsche Kaltblüter von Opel - und drei Percherons aus der Normandie in Nordwestfrankreich. "Sie gehören zu den größten und stärksten Kaltblütern überhaupt", erläutert der Stallmeister. "Sie wiegen eine Tonne, die Widerrist-Höhe liegt zwischen 1,75 und 1,83 Meter."

Inzwischen stehen zwölf Percherons in den Stallungen des Gutshofes. Im Alter von zwei Jahren beginnt die Ausbildung der Tiere, sie dauert noch einmal zwei Jahre. "Jedes Pferd hat seinen eigenen Charakter; am wichtigsten ist, dass sie einem Vertrauen entgegenbringen." Zum Traditionsgespann gehörten am Anfang vier Pferde, seit 1997 sind es sechs. Als "Spitzenpferd" für vorne sei nicht jedes geeignet, sagt Opel. Und hinten brauche man extra starke Tiere, die den schweren Wagen mit der kompletten Schankanlage notfalls auch allein um eine Kurve ziehen könnten.

Gert Opel ist stolz darauf, dass es in all den Jahren keinen Unfall mit seinem Gespann gab und klopft vorsichtshalber auf Holz. Wobei er durchaus öfters einen Kaltblüter auf dem Fuß stehen hatte: "Es ist schön, wenn sie wieder runter gehen. Einmal war mein kleiner Fußzeh hinterher genauso groß wie der große."

Zu den schönsten Erlebnissen in den langen Jahren als Stallmeister zählen die Geburten von sieben Fohlen in Wernesgrün. "Inzwischen züchten wir nicht mehr - wir konnten nicht alle Tiere behalten, und man hängt einfach zu sehr dran", so Opel. Etliche Nächte hat er damals im Stall verbracht. Schon seit 2001 wird er von Mitarbeiter Mike Heinz (43) unterstützt, der ebenfalls in Eibenstock wohnt, nur ein paar Häuser von seinem entfernt. Auch Ehefrau Birgit hilft regelmäßig mit. In der warmen Jahreszeit ist das Traditionsgespann fast jedes Wochenende auf Veranstaltungen zu Gast, bewegt werden müssen die Tiere aber auch im Winter regelmäßig. Ansonsten ist die Zeit mit Ausmisten, Füttern, Putzen von Pferden und Geschirr ausgefüllt.

Zu den unvergesslichen Touren der Brauereikutscher gehört eine Fahrt den gesamten Kurfürstendamm entlang - Anlass war die Verabschiedung des Chefs der berittenen Polizei von Westberlin. "Es war ein Freitagnachmittag, und die Leute waren begeistert", erinnert sich Opel. Er glaubt, dass das Gespann immer größeren Anklang findet in einer technisierten Welt: "Viele Kinder wissen doch nicht mehr, wie Pferde in echt aussehen." Er hebt sie gerne hoch auf deren Rücken, wenn sie sich trauen, und denkt zurück an die eigene Kindheit, als sein Traum von den großen Pferden begann. Stallmeister will er noch viele Jahre bleiben, wenn die Gesundheit es zulässt.

Beim Wernesgrüner Bierfrühling am Sonntag stehen ab 10.30 Uhr im Gutshof auch Besichtigungen des Pferdestalls und Kutschfahrten auf dem Programm. Außerdem gibt es einen regionalen Bauernmarkt, Musik, Blumen-, Kreativ- und Hobbymarkt sowie Spiel und Spaß mit einem Clown.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Auerbach
Fr

18 °C
Sa

21 °C
So

23 °C
Mo

26 °C
Di

26 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Auerbach und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Auerbach

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08209 Auerbach
Nicolaistraße 3
Telefon: 03744 8276-0
Öffnungszeiten:
Mo., Di., Do. 9.00 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.00 Uhr
Mi., Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Partner
 
 
 
 
|||||
mmmmm