An Windkraft scheiden sich in Rothenkirchen die Geister
Bürgerinitiative macht gegen vier geplante Windräder mobil
Rothenkirchen. Gunter Pührer (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Steinberg, will sich auf Anfrage nicht zu der Bürgerinitiative äußern, die seit kurzem gegen Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Kommune trommelt. Auch zu den Windrädern selbst möchte er am liebsten nichts sagen: Vor dem nächsten Jahr stehe dazu ohnehin keine Entscheidung an, begründet er die Zurückhaltung. Aber natürlich begleite man die Pläne von Procter & Gamble weiterhin wohlwollend. Im Zusammenhang mit der Überarbeitung des sächsischen Regionalplans werde sich der Gemeinderat positionieren. Procter & Gamble will sein Haarkosmetik-Werk in Rothenkirchen (ehemals Londa) zu 100 Prozent auf erneuerbare Energiequellen umstellen; 80 Prozent davon sollen vier Windräder mit insgesamt zwölf Megawatt Leistung decken, die am Steinberg entstehen könnten. Von Anfang an hat der Konzern betont, dass man auch die Bürger für die Pläne gewinnen will.
Dabei dürften sie zumindest bei dem Obercrinitzer Michael Seifert und seinen Mitstreitern von der Bürgerinitiative "Windräder? Nein Danke Westsachsen/Vogtland" auf Granit beißen. Die Gruppe hat ein Protestschreiben unter anderem an die Landräte in Plauen und Zwickau geschickt. Im Brief wird Fundamentalkritik an Windrädern geübt - sie machten krank, zerstörten die Landschaft, minderten den Wert von Grundstücken, erhöhten die Strompreise, töteten Vögel und hätten eine negative Ökobilanz. Die am Steinberg geplanten "Monsterräder" könnten eine Höhe von 200 Metern erreichen und wären 50 Kilometer weit zu sehen, heißt es.
Beeinträchtigt würden Landschafts- und Naturschutzgebiete und der Tourismus. Frontal greift die Initiative Procter & Gamble an: "Es kann nicht sein, dass ... ein multinationaler US-amerikanischer Konzern nur seinen Profit einfährt und die Bürgerinnen und Bürger die Lasten tragen und zusehen müssen, wie ihr ... Wohneigentum im Verkehrswert massiv und nachhaltig geschädigt ... wird." Hier gehe es nicht um Öko-Strom, sondern um Geld.
Für die Anlagen müssten große Waldflächen gerodet werden, die Auswirkungen dieser "Horror-Windräder" auf die Tierwelt seien noch völlig unbekannt. Außerdem würden die Abstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten.
Nach Angaben von Initiativen-Sprecher Seifert gibt das Papier die Meinung von "mindestens 100, vielleicht schon 200" Mitgliedern wieder, von denen viele in Rothenkirchen lebten. Der promovierte Ingenieur, der in Obercrinitz einen Vierseitenhof ausbaut, hält Windkraft allenfalls auf hoher See für sinnvoll. Besser wären Gezeiten-Kraftwerke am Meer: "Die stören niemanden." Und auch über Atomkraft müsse neu nachgedacht werden.
Seifert hofft auf Einsicht bei Procter & Gamble und auf einen Gesprächstermin dort. Sein Brief hat ihm nicht gerade die Türen geöffnet: Niederlassungsleiterin Elke Feierabend spricht von einem "sehr aggressiven Drohschreiben". Die Initiative habe die Möglichkeit, ihre Bedenken bei Anhörungen vorzubringen. Für das Unternehmen bleibe lokal gewonnene Windkraft für die Energie-Versorgung des Standorts eine sinnvolle Lösung.



15:05 Uhr
Proku: Zum Beitrag von willydee: Mal ein paar provozierende Thesen:
Die Bürgerinitiative nennt sich mit vollen Namen: ?Windräder? Nein Danke? Westsachsen/Vogtland
- Stoppt die Landschaftszerstörung durch Windräder -
Zum Steinbruch in Obercrinitz:
Gegen diesen Steinbruch gab es Anfang der 90-iger Jahre gleichfalls Bürgerproteste, auch Einwohnerversammlungen wurden dazu abgehalten. Der Steinbruch bestand schon zum Zeiten des Nationalsozialismus, wurde in DDR-Zeiten weitergeführt. Durch den Einigungsvertrag BRD/DDR wurde u.a. auch diesem Steinbruch die Fortführung der Abbaurechte zugesichert. Rechtlich konnte demzufolge hier nichts gemacht werden.
Aber auch hier ist es so: Die Hausbesitzer deren Häuser unmittelbar an dem Steinbruchgebiet stehen, wenn diese sich von der Bank ein Verkehrswertgutachten erstellen lassen, dann ist selbst hier mit Abschlägen von bis 50 Prozent zu rechnen.
Als dann Anfang der 90-iger Jahre ein australischer Bergbaugroßkonzern die Abbaurechte für den Kirchberger Granit auf einer Fläche von 400 ha beim Bergbauamt in Freiberg beantragte liefen die Bürgerinitiativen wieder Sturm dagegen. Die Abbaugenehmigung konnte damit gestoppt werden.
Es geht hier nicht um amerikanische Konzerne, es könnte genau so gut ein deutscher Konzern sein.
Es geht um die nachhaltige Landschaftszerstörung durch Windparks. Es geht darum unseren Kindern ein Landschaftsbild zu erhalten, dass Sie nicht nur aus Geschichtsbüchern noch kennen.
Wer dies für übertrieben hält sollte einfach einmal die Autobahn zwischen Hermsdorfer Kreuz und Leipzig fahren. Auf Höhe Leipzig (aber auch in Richtung Harz) kann man die vollen Auswirkungen der Zerstörung der Landschaft durch Windparks betrachten. Grauenhaft.
Das arme Schwein, dass dort sein Haus hat. Wenn der betreffende sein Haus verkaufen will, Minimum mit 70 Prozent Anschlag, eher Richtung 100 Prozent.
Kurze Frage: Wenn ein Baugrundstück, voll erschlossen, zu 0 Euro angeboten wird bei dem in 1 km Entfernung ein Windpark steht, wer würde dort investieren und dort ein Haus hin bauen? Ich bin mir sicher: Niemand
14:11 Uhr
Proku: Ergänzung zu dem Thema: "Öko-Strom" ein reiner Etikettenschwindel:
Wie in den Prospekten der einschlägig angebotenen Windpark-Fonds nachgelesen werden kann werden dort Renditen von 14,5% pro Jahr auf 20 Jahre vom Staat garantiert, mit einer Gesamtrendite von 254% auf das eingesetzte Eigenkapital in 20 Jahren ausgewiesen. Für eine Investition in eine Industrieanlage sind dies traumhafte Renditen. Zum Vergleich: In der Automobil- und Zulieferindustrie werden Renditen zwischen 4% ? 8% pro Jahr erzielt, verbunden mit allen Risiken die der freie Markt zu bieten hat.
D.h., hier geht es nicht um Öko-Strom oder andere grüne Tagträumereien und Fantasievorstellungen, sondern schlicht und ergreifen um Profit und Profitmaximierung, dies zusätzlich noch über 20 Jahre staatlich garantiert bzw. subventioniert (und damit Null Risiko für die Betreiber und Investoren) und dies alles auf Kosten aller Stromzahler und besonders auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger die unmittelbar von den negativen Folgen dieser Monster-Räder betroffen sind.
Man soll sich nichts vormachen: Hinter dieser "Öko-Strom"-Lobby stehen Großkonzene mit eindeutigen wirtschaftlichen Interessen. Z.B. die Fa. Repower beschäftigt 17.000 Mitarbeiter...
Wie an dem Beispiel Kleinwalterdorf/Freiberg nachbewiesen werden kann werden den dortigen Grundstücksbesitzern 30.000,-? pro Jahr pro Windrad als Pacht angeboten und das auf 20 Jahre. D.h., der Mark wird gekauft, dass schlechte Gewissen der Anwohner wird gekauft, Widerstände werden gekauft... Oder wer würde nicht ins Überlegen kommen, wenn er so ein Angebot pro Windrad erhält? Die Leute die abkassieren können sich nach 10 Jahren (Summe: 300.000,-?) ein neues Haus bauen in einem Gebiet wo es kein Windrad gibt (falls es das dann noch gibt).
Aber die Anwohner die nicht kassieren und deren Aussicht trotzdem "versaut" ist und deren Gebäude im Verkehrswert auch massiv geschädigt sind die haben dann voll negativen Auswirkungen dieser Entwicklung zu tragen, alles ohne Entschädigung.
13:55 Uhr
Proku: Behauptet wird:
Windkraftanlagen haben kaum negativen Auswirkungen auf die Tierwelt.
Fakt ist:
Beobachtungen belegen, dass Vögel durch WKA in ihrer Wanderrichtung abgelenkt werden. Ebenso die Verdrängung von angestammten Brut-, Rast- und Nahrungsflächen. Beeinträchtigungen gerade im küstennahen Bereich sind erheblich. Der Vogelschlag, d.h. das Erschlagen von Vögeln durch die Rotorblätter, wird von Dr. K. Exo, Institut für Vogelforschung, Wilhelmshaven, mit jährlich 50 Vögeln pro Anlage vorsichtig geschätzt. Hochgerechnet auf die mittlerweile etwa 13.000 WKA, ergibt das eine Metzelei von 650.000 Individuen.
Auf einem Fachkongress in Berlin Ende 2002 wurde die Zahl von 1 Million/Jahr für Deutschland unwidersprochen genannt.
Bisher nicht ausreichend untersucht wurden die Auswirkungen durch Bewegung, Schattenwurf und Reflektionsblitz auf Säuger. Bekannt sind jedoch auch erhebliche Opfer an Fledermäusen durch WKA-Propeller.
13:51 Uhr
Proku: "Öko-Strom" von Windrädern - ein Etikettenschwindel ganz großen Stils:
Bei jedem Windrad was errichtet und betrieben wird muss in annähend der gleichen Größenordnung wie die Kapazität dieses Windrades (z.B. 2 MW) konventionelle Kraftwerksleitung vorgehalten werden um die Stromversorgung bei Flaute (das Windrad liefert keinen Strom, im Gegenteil es verbracht Strom auf Grund der benötigten Steuerung und Netzspannung) oder Starkwind (ab Windgeschwindigkeiten von 20 ? 28 m/s müssen die Windräder abgeschaltete werden um Schäden an diesen zu vermeiden) sicherzustellen. D.h., die Windräder liefern extrem unregelmäßig Strom aber der Strom wird ständig benötigt.
Da in Deutschland Energiespeicher in Form von Pumpspeicherwerken nur zu einen Bruchteil zur Verfügung stehen und erste Neubauten dieser, wenn überhaupt, frühestens in 20 Jahren realisiert sein dürften (jeder kennt die Zeiträume für Genehmigungsverfahren von Großbauprojekten, zumal sich die betroffenen Anwohner und Umweltschützer auch gegen diese wehren) erfolgt die Sicherstellung der Stromversorgung (nach Abschaltung der AKW-s) und damit die Bereitstellung der Grundlast durch Verbrennungskraftwerke (Steinkohle, Braunkohle, Erdgaskraftwerke) indem die z.Z. vorhandenen Verbrennungskraftwerke an ihrer Maximallast gefahren werden und auf Wartungs- und Reparaturarbeiten verzichtet wird (Sicherheit?) sowie gleichzeitig massiv Gaskraftwerke aufgebaut werden.
Das hat zur Folge, dass damit zum einen die Pläne der Bundesregierung bzgl. der CO2-Einsparung (Kyoto-Protokoll ?) schon einmal komplett ins Gegenteil laufen und damit pulverisiert werden.
Zum anderen, wie jeder Verbraucher feststellen kann, kennt der Preis für Erdgas nach Abschaltung der AKW-s, die bis dato die Grundlastversorgung sichergestellt haben, nur eine Richtung und zwar die nach oben, steigend. Der einzige Gewinner bei dieser Entwicklung ist (nach Aussagen vom Konzern-Chef Herrn Miller) der russische Gazprom-Konzern, da Deutschland durch die Gaspipeline die von Russland kommt sich massiv abhängig von russischen Gasimporten gemacht hat.
Des weitern, wie jeder weis wenn er seine Gasheizung ständig hoch und runter fährt, sinkt der Wirkungsgrad der Anlage. So auch bei den Verbrennungskraftwerken die nun die extremen Stromschwankungen der Windräder ausgleichen müssen. D.h., er wird noch zusätzlich mehr Gas benötigt und damit mehr CO2 produziert.
Von der ökonomischen Seite betrachtet bedeutet dies, dass man erhebliche Investitionen für die Installation der Windräder tätigen muss (die Baukosten für eine 2 MW-Anlage betragen je nach Typ ca. 3 Millionen Euro) und zusätzlich noch dazu erhebliche Investitionen hat für den Aufbau der Gaskraftwerke um die Grundlast sicher zu stellen. D.h. zu einen, man benötigt doppelte Investitionskosten die auch wieder auf den Strompreis mit umgelegt werden und damit den Strompreis weiter nach oben treiben. Zum anderen, diese Gaskraftwerke werden dann ständig hoch und runter gefahren, d.h., dass neben dem signifikanten Absinken des Wirkungsgrades die Investkostenumlage für jede erzeugte KWh in diesen Verbrennungskraftwerken überproportional ansteigt. Auch dies wird wieder mit auf die Stromkosten umgelegt und gilt als Kostentreiber.
13:50 Uhr
willydee: Mal ein paar provozierende Thesen
Die Wälder werden wohl fallen, so oder so ? entweder für Windräder, oder zum Heizen, wenn die fossilen Brennstoffe am Ende sind und keine alternativen Energiequellen erschlossen wurden. Da bin ich dann eher für Windräder...
Zum Thema Vögel, Katzen und Sonstige fällt mir nur ein, das jedes Jahr ungefähr zweihundertsiebenundsechzigmal mehr Katzen durch Autos getötet werden als Vögel durch Windräder. Schon mal jemand darüber nachgedacht, eine Bürgerinitiative zur Abschaffung von Autos aller Art zu gründen? Das ließe sich überdies prima mit dem Zweitthema Klimaschutz paaren. Und mit Lärmschutz auch...
Was die Bürgerinitiative betrifft, die könnte sich auch der Einfachheit halber "Dagegen!" nennen, das kann man sich leichter merken. Hinsichtlich Naturschutz könnten die Obercrinitzer sehr wirksam in ihren eigenen Gemeindegrenze tätig werden ? da gibt es einen gigantischen Steinbruch, der irgendwann mal zugeschüttet (=renaturiert) werden müsste. Okay, den sieht man nicht so weit wie ein 200-m-Windrad, aber dafür ist er so groß dass nebeneinander gelegt vielleicht 8000 Windradmasten plus Propeller reinpassen ;-) Und es ist meines Wissens kein Amerikaner, der damit Geld verdient (womöglich ganz ohne erneuerbare Energien), sondern ein Obercrinitzer...
Und dann ist da noch die Profitgier von Procter & Gamble. Sollen die doch lieber ein Werk irgendwo in Absurdistan bauen, wo es erschließbare Sonnen-/Wasser-/Wind-/Geoenergie gibt. Die Rothenkirchener und alle sonstigen derzeit bei Procter Beschäftigten, auch die aus Obercrinitz, können ja dann statt dessen einen HartzVierseitenhof ausbauen...