Australier wollen Vogtlandschätze suchen
Firma Indo Gold erkundet Kottenheide
Kottenheide. Eine Firma vom anderen Ende der Welt zieht es ins Vogtland: Das weltweit tätige Bergbau-Erkundungsunternehmen Indo Gold Ltd. aus Milton im australischen Bundesstaat New South Wales will im Gebiet um Kottenheide nach Bodenschätzen suchen. Bis Donnerstag haben betroffene Städte und Gemeinden Zeit, sich zu dem Antrag zu äußern. Danach entscheidet das Oberbergamt Freiberg, ob die Firma ihre Pläne umsetzen darf.
Das Erlaubnisfeld Kottenheide, in dem Indo Gold suchen will, ist 129 Quadratkilometer groß und betrifft die Gemeinden Auerbach, Erlbach, Falkenstein, Grünbach, Klingenthal, Markneukirchen, Muldenhammer, Schöneck und Zwota. Bei den Bodenschätzen geht es in erster Linie um Zinn, Wolfram sowie Molybdän, erklärt Martin Herrmann, Abteilungsleiter im Oberbergamt. Ebenfalls im Auge haben die Australier Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Beryllium, Fluss- und Schwerspat sowie Silber und Gold. Im Amtsdeutsch hat Indo Gold einen "Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zur Aufsuchung der bergfreien Bodenschätze" für das Revier gestellt.
Die Australier haben neben dem Vogtland auch das Westerzgebirge im Visier, das Gebiet um Eibenstock. Dort werden die gleichen Metalle vermutet. Ein Nein einer Kommune zu den Plänen bedeutet aber nicht das Aus für das Vorhaben, betont Martin Herrmann. Am vergangenen Donnerstag hatte der Eibenstocker Stadtrat nach heftiger Diskussion die Pläne von Indo Gold mehrheitlich abgelehnt, während drei andere Gemeinden dafür waren. Das Oberbergamt entscheidet über den Konzessionsantrag unabhängig davon, was die Städte und Gemeinden dazu sagen.
Die Freiberger Behörde hat in Sachsen bisher zwölf Mal Voruntersuchungen nach Bodenschätzen genehmigt. Eine davon erhielt auch Indo Gold für Erkundungen in der Nähe von Seiffen. Ihr Interesse am Kottenheider Feld haben die Australier Mitte Mai bekundet, der aktuelle Antrag dazu datiert von Ende Juni. Eine Abbau-Erlaubnis für Bodenschätze gibt es im Freistaat in zwei Fällen: Für die Lithium-Förderung der Freiberger Solarworld AG im osterzgebirgischen Altenberg und die Gewinnung von Flussspat durch die Nickelhütte Aue, für die ein Bergwerk in Niederschlag südlich von Annaberg-Buchholz entsteht.
Soweit sind die Bergbau-Pläne im Vogtland noch bei weitem nicht. Untersuchungen, wie sie Indo Gold plant, können Jahre dauern. Erkundungsrechte besitzt in der Region bisher die Deutsche Rohstoff AG aus Heidelberg, die sich diese 2007 für die Lagerstätte Gottesberg, den größten zusammenhängenden Zinnerzkörper Europas, sicherte. Experten gehen davon aus, dass in dem Feld 121.000 Tonnen Zinn und 63.600 Tonen Kupfer lagern. Durch die Achterbahnfahrt des Zinnpreises auf dem Weltmarkt waren ursprüngliche Prognosen für einen Abbau bereits ab 2011 über den Haufen geworfen worden. Nun ist die Firma wieder optimistischer und arbeitet nach den Worten von Thomas Gutschlag, Vorstand und Finanzchef der Deutschen Rohstoff AG, an einem Konzept für das Gottesberger Revier.


