Vorsicht: Nicht mal 50 Meter vorm Ortsausgangsschild an der Finkenburg blitzt der Vogtlandkreis seit voriger Woche.Foto: Franko Martin
Irfersgrün: Vogtlands fiesester Blitzer wieder scharf
Stationäre Blitzanlage an der Finkenburg in die Gegenrichtung gedreht - Nicht mal 50 Meter vorm Ortsausgang sollen Temposünder abkassiert werden
Irfersgrün. Der einst fleißigste Blitzer des Vogtlands an der Finkenburg in Irfersgrün ist wieder scharf geschaltet. 2007 schoss er an 91 Tagen 3964 teure Fotos und führte damit die Statistik im Vogtland an. Ein Tempo-50-Schild entschärfte die Radarfalle 2008. Im November 2011 ließ die Landesdirektion Chemnitz die Straße neu beschildern. Der Blitzer befand sich damit plötzlich nur knapp 50 Meter hinter dem Ortseingangsschild Richtung Lengenfeld. Daher musste der Landkreis die Anlage abschalten. Stattdessen wurde ab und an mobil geblitzt.
Doch jetzt kam die Behörde auf einen Dreh: Sie drehte die Blitzanlage um 180 Grad und nimmt die aus Richtung Lengenfeld kommenden Fahrzeuge ins Visier. Die Eichung und Inbetriebnahme des Gerätes erfolgte vorige Woche, am 21. Juni, teilte Verkehrsamtsleiterin Constanze Spranger auf Anfrage mit.
Allerdings sind es vom auf die Fahrbahn aufgezeichneten Messpunkt bis zum Ortsausgangsschild und dem Tempo-70-Schild nicht einmal 50 Meter. Ist das rechtens? Laut der Richtlinie für polizeiliche Verkehrsüberwachung des Sächsischen Innenministeriums soll der Abstand zwischen Ortstafel bzw. Verkehrszeichen und Messstelle grundsätzlich 150 Meter betragen. Nur in begründeten Ausnahmefällen könne dieser Abstand unterschritten werden, heißt es dort.
"Die Richtlinie wendet sich an die uniformierte Polizei. Es gibt aber für Behörden keine explizite Extra-Regelung", erklärt Oliver Wurdak, Sprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen. "Festgelegt sind 150 Meter zwischen Ortstafel und Messstelle, egal ob man von außerhalb oder aus dem Ort kommt."
Die Verkehrsamtsleiterin des Landratsamtes argumentiert indes: "Eine angeordnete Geschwindigkeit gilt immer bis zur Stelle der Aufhebung durch Zeichen oder Ortstafel." Den Ausnahmefall meint sie wie folgt begründen zu können: "An der Notwendigkeit der Überwachung des fließenden Verkehrs hat sich bisher nichts geändert und wird sich nach unserer Auffassung wegen des noch nicht angelegten Gehweges und der Grundstücksausfahrten sowie der notwendigen Fahrbahnquerungen im Bereich der Bushaltestelle nichts ändern. Die Gegenrichtung wird mobil überwacht."
Tatsächlich folgen nach der Messstelle aber nur noch ein einziges Haus und die Bushaltestelle. Freies Feld und Tempo-70-Zone schließen sich unmittelbar an.
Ob der Blitzer tatsächlich den gültigen Regeln entspricht oder ob es sich hier um pure Geldmacherei für den Vogtlandkreis handelt, wird sich wohl erst erweisen, wenn sich vermeintliche Temposünder gegen den Bußgeldbescheid wehren und vor Gericht ziehen.


17:11 Uhr
Holzinger: @hkremss: Genau so ist es, es wird geblitzt wo das meiste Geld eingenommen wird. Genauso werden ja Parkknöllchen auch in den Haushalt der Kommunen "eingeplant". Wünsche dem ez70 das er sich immer an die Regeln hält und nie bezahlen muß. Aber vielleicht klappt´s mal und er guckt dumm aus der Wäsche.
15:08 Uhr
hkremss: @ez70: Die Kontrollen sind dann Abzocke, wenn der eigentlich Grund nicht darin besteht, die Verkehrssicherheit zu erhöhren, sondern um maximale Einnahmen zu generieren. Mag ja sein, dass es so auch die Ihrer Meinung nach Richtigen trifft und Sie das deshalb begrüßen. Es ist und bleibt aber "Geldmacherei", die zwangsläufig dazu führt, dass dort kontrolliert wird, wo man am meisten abkassieren kann und nicht dort, wo die schlimmen Unfälle passieren. Fragen Sie mal die eigentlich zuständige Polizei, was sie von der Blitzpolitik der kommunalen Ordnungsämter hält.
12:48 Uhr
ez70: @Holzinger: Weshalb ist die Kontrolle der Einhaltung von Verkehrsregeln Abzocke? Hallo die Stvo ist ein Gesetz. Und weshalb trifft es den Geringverdienermehr. Die Bussgelder sind nicht einkommensabhaengig! Keiner lebt im rechtsfreien Raum. Also: aufhoeren zu jammern und lieber mal auf den tacho schauen.
18:17 Uhr
Holzinger: @ez70: Die Abzocke mit den Blitzern trifft am stärksten die weniger Bemittelten. Geldsäcke zahlen mit einem Lächeln und rasen weiter. Haben notfalls noch gute Anwälte und dafür auch das Geld.
09:26 Uhr
sarcastic: @ez70: In gewisser Weise gebe ich ihnen Recht - allerdings sollten die Kriterien für Fahrverbote nach unten korrigiert werden - erst dann stellt sich bei den Rasern wirkliches Nachdenken ein.