Mit einem an Stradivari angelehnten Cello gewann Robert König den Deutschen Musikinstrumentenpreis
Foto: H. Sulski
König mit Cello auf dem Thron
Deutscher Musikinstrumentenpreis 2012 geht an Robert König aus Siebenbrunn
Markneukirchen. Sein schönstes Weihnachtsgeschenk hat sich der junge Geigenbaumeister Robert König selbst bereitet. Einen Tag vor Heiligabend erfuhr der 28-Jährige, der erst im April sein Atelier zu Hause im Markneukirchener Ortsteil Siebenbrunn eröffnet hat, dass er der Gewinner des Deutschen Musikinstrumentenpreises 2012 ist. Er ist der jüngste vogtländische Träger dieses Oscars der Branche und neben Marco und Günter Focke (Kontrabass, 1999) der einzige Sieger, der aus dem Streicher-Segment kommt.
Bereits in Cremona gekrönt
Dass er keine "Null" für den Wettbewerb geliefert hat, wie der junge Meister mit lautem Lachen sagt, war dem Vogtländer schon bewusst. "Jeder Wettbewerb ist eine neue Herausforderung", so Robert König und weiß, dass Lorbeeren aus der Zeit zuvor dafür nicht zählen. Wobei die sich beim Spross einer Familie, die über Generationen für Instrumentenbaumeister zulieferte, sehen lassen können: 2009 errang der Markneukirchener eine Bronzemedaille für Violoncello beim Internationalen Geigenbauwettbewerb Triennale in Cremona, der Stadt in Oberitalien, die durch die Geigenbauerfamilien Amati, Guarneri und Stradivari zu Weltgeltung kam. Stradivari ist das Stichwort für Robert Königs preisgekröntes Instrument: Das Cello orientiert sich an der Serie von Antonio Stradivari, die zwischen 1700 und 1707 entstand. "Es ist 100 Prozent Handarbeit", sagt König, nur Wirbel, Saiten und Steg kaufte er zu. Boden, Zargen und Hals sind aus bosnischem Bergahorn, die Decke des Cellos aus norditalienischer Fichte. Auch den Lack, der dem Instrument ein edel-antikes Bild verleiht, hat der Vogtländer nach eigener Mischung zusammengerührt.
Zeit in der Schweiz prägt
Robert König baut auf eine mehr als 160-jährige Familientradition im Musikinstrumentenbau. Die väterliche Seite reicht bis zum Ur-Ur-Ur-Opa Andreas König, Geigenbauer in Schönbach (heute Luby) zurück. Die Familie der Mutter stammt aus Erlbach und fertigte Bestandteile. Robert König ist der erste Cellobauer der Familie, und die hat ihn in seinem eigenen Weg immer unterstützt. "Ich bin die erste Generation, die mal weggehen konnte. Meine Eltern hätten die Möglichkeiten gar nicht gehabt." Mit 16 Jahren begann er an der Berufsfachschule in Klingenthal die Geigenbaulehre, studierte 2002 bis 2006 Streichinstrumentenbau an der Fachhochschule in Markneukirchen. Mit dem Meisterbrief in der Tasche folgten Wanderjahre, bei Heiko Seifert in Plauen, namhafter Geigenbau und ebenfalls Absolvent in Markneukirchen, und bei Christian Erichson in Hannover.
Der junge Meister baut auch Geigen und Bratschen, Schwerpunkt ist aber das Cello. Vor allem die Zeit in der Schweiz, bei Michael Stürzen-hofecker in Cully am Genfer See, war prägend, erzählt König. "Das ist eine renommierte Firma. Da wollte ich von Anfang an hin." Er pendelte zwischen Schweiz und Vogtland, ehe er das Atelier eröffnete. An der Seite von Seifert lehrt König Streichinstrumentenbau an der Fachhochschule, seit 2009 war er Gastdozent.
Der Preis bedeutet König viel, öffnet er ihm doch bei vielen Musikern die Türen - und bei diesen so manchen Geldbeutel. Am 23. März wird er bei der Musikmesse in Frankfurt am Main ausgezeichnet. Das preisgekrönte Cello wird an diesem Tag bei einem Konzert erklingen.


