Ausbau der B 92 kommt in diesem Jahr nicht
Bislang noch für keinen Abschnitt Baurecht - Finanzierung unklar - Verkehrsministerium prüft Kernstück - Keine dritte Spur südlich von Adorf
Oelsnitz. Oelsnitz. An der B 92 in Oelsnitz rollen dieses Jahr keine Bagger an: Einen Ausbau des Teilstücks zwischen Letztem Heller und Tanzermühle 2010 bezeichnete Günter Schlott, Abteilungsleiter im Straßenbauamt Plauen, als "Wunschdenken". Grund: Es fehlt der Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion, der Baurecht schafft. Damit wird die Zeit für Ausführungsplanung, Flächenkauf, Ausschreibung und die Arbeiten selbst zu knapp.
Noch im November hatte Schlott gehofft, dass der Beschluss Ende 2009 im Plauener Amt eintrudelt, die Arbeiter im zweiten Halbjahr loslegen können. Jetzt sagt er: "Wir müssen realistisch bleiben. Dann lieber mit ordentlicher Vorbereitung frühzeitig 2011." Die braucht es: Im bewussten Abschnitt der Egerstraße sind beidseitig Rad- und Fußwege von je 2,50 Meter Breite vorgesehen. Dafür benötigten die Straßenbauer viele Flächen, die Privatleuten gehören. Zweites Problem: "Es gibt keine Umleitungsmöglichkeiten", erklärt Schlott, warum eine Vollsperrung unmöglich ist.
Die B 92 soll in Teilabschnitten wechselseitig eine dritte Spur erhalten, um den Verkehrsfluss zu erleichtern. Bislang besteht noch für keinen der geplanten Ausbauabschnitte zwischen Oelsnitz und Adorf Baurecht. Solange keine Genehmigung vorliegt, unternimmt das Amt auch keine Vorstöße bei der Finanzierung, erläutert Schlott. Woher das Geld für den mit rund 60 Millionen Euro bezifferten Ausbau der Bundesstraße kommt, ist somit nicht geklärt. Das gilt auch für das Kernstück zwischen den Abzweigen Dreihöf und Oberwürschnitz. Dafür ist die Planung abgeschlossen. Wegen des Kostenumfangs von mehr als zehn Millionen Euro liegt sie im Bundesverkehrsministerium in Bonn zur Prüfung, sagt Schlott. Wann eine Entscheidung fällt: ungewiss. Die Planungen für das Straßenstück nördlich von Adorf haben das Amt noch nicht verlassen. Am weitesten ist die Behörde beim 800 Meter langen Abschnitt zwischen den Abzweigen Freiberg und Leubetha. Hier wird bald das Baurecht erwartet. Gebaut wird dann allerdings im Zusammenhang mit der Anbindung der Ortsumgehung Freiberg.
Der Bau einer dritten Spur südlich von Adorf steht nicht zur Diskussion, erklärte Schlott. Bundestagsabgeordneter Rolf Schwanitz (SPD) hatte dagegen vor kurzem erklärt: "Der dreispurige Ausbau zwischen Oelsnitz und dem Grenzübergang Schönberg wurde unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung vom Bundesverkehrsministerium mit der höchsten Priorität versehen." Schwanitz forderte zudem seine vogtländischen Bundestagskollegen Robert Hochbaum (CDU) und Joachim Günther (FDP) auf, zu sagen, wie es mit der B 92 weitergeht.