Hunderte verneigten sich am Freitag vor Eva-Maria Möbius. Fotos: Harald Sulski
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Bewegender Abschied von Stadtoberhaupt
700 Menschen nehmen am Gedenkgottesdienst für verstorbene Oelsnitzer Bürgermeisterin Eva-Maria Möbius teil
Oelsnitz. Das Gotteshaus bietet rund 700 Menschen Platz. Einige müssen stehen. Im Altarraum steht ein Bild von Eva-Maria Möbius. Eines, auf dem sie lacht. Sie hat fast immer gelacht. Ihre lebensbejahende Art zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kondolenzreden.
"Lachen und Weinen auch vor der Öffentlichkeit, das hat uns Eva-Maria vorgelebt", sagt Pfarrer Gunther Geipel in seiner Predigt. Er flicht eine Episode ein. Zu Heiligabend geht eine Frau durch Oelsnitz, um einer sehr alten Frau selbst gemachten Fleischsalat zu bringen. Sie selbst kann ihn nicht mehr essen, aber jemanden schenken, das kann sie. Es ist Eva-Maria Möbius. "Sie würde sagen, das musst du nicht erzählen, das habe ich doch gern gemacht", so Geipel. Er hat oft erlebt, wie Behinderte der Oberbürgermeisterin zuwinkten, wie sie sie abdrückten. Und er hat Jugendliche erlebt, die meinten: "Die Eva-Maria ist schon cool." Doch nicht nur das. Sie hatte einen Blick für Großes, erinnert der Pfarrer an das erste größte Industriegebiet in Sachsen - in Oelsnitz.
"Ich wünsche jedem Kind auf der Welt eine solche Mutter und jeder Stadt eine solche Bürgermeisterin", sagt Tochter Lilly, die ihre Mutter "als großherzigste Frau, die ich kenne" beschreibt. Die Trauergäste erfahren von der Tochter, dass Eva-Maria Möbius an ihrem letzten Tag einen Abschiedsbrief schrieb, in dem sie mitteilt, dass sie nichts bereut. Als die Familie sie fragt, was sie denn machen soll, wenn sie nicht mehr da ist, sei Eva-Maria Möbius erstaunt gewesen. "Ich bin doch gar nicht weg, ich bin da", hat sie geantwortet. Lilly Möbius: "Ob man die Umgehungsstraße entlang fährt, im Stadtbad planscht, über den Markt läuft, das Schloss besucht, in die Mittelschule geht - sie ist immer da."