Familienfreundlichkeit: Beim nächsten Mal gibt's zwei Sieger

Der Wettbewerb des Kreises läuft nach Kritik künftig getrennt für Städte und Gemeinden

Adorf. So sauer war Eichigts Bürgermeister Christoph Stölzel (SPD), dass er eigentlich zur Ehrung der familienfreundlichsten Kommune im Vogtlandkreis gar nicht nach Adorf kommen wollte. Stölzel kam dann doch, denn seine harsche Kritik am Wettbewerb verhallte nicht ungehört. Kleine Gemeinden, beschwerte sich der ehrenamtliche Bürgermeister, würden gegenüber Städten mit viel mehr Möglichkeiten immer in die Röhre schauen. 2013 soll das nicht mehr so sein: Dann gibt's zwei Sieger, nämlich die familienfreundlichste Stadt und daneben die familienfreundlichste Gemeinde im Kreis.

"Sie wissen, dass wir die Kriterien, die Adorf erfüllt hat, auch erfüllt haben", sagte Stölzel am Dienstagn zu Anneliese Ring (CDU). Wegen der Unterschiede in Größe und Möglichkeiten der Kommunen teile der Kreis ja jetzt den Wettbewerb, antwortete die zweite Beigeordnete des Landrats, die bei der Preisverleihung kurzfristig für Tassilo Lenk einspringen musste. Auch will der Kreis dadurch erreichen, dass es mehr Bewerber beim Wettbewerb gibt. Bislang sanden bei drei Auflagen seit 2007 im Durchschnitt ein Viertel der 42 Kommunen ihre Unterlagen ein. Die Kreis lobt nach eigener Darstellung als einziger in Sachsen den Preis aus, seit 2007 jährlich wechselnd mit der Ehrung des familienfreundlichsten Unternehmens.

Am Dienstag überreichten Ring und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Veronika Glitzner, den drei Erstplatzierten unter elf Bewerbern 2011 die Urkunden sowie Plaketten in Schmetterlingsform, die Ramona Heinze vom Keramikkeller Beerheide gestaltet hatte. Als Sieger des Wettbewerbs heimst Adorf auch 3000 Euro vom Kreis ein. Den zweiten Rang belegte Reichenbach (2000 Euro) vor Auerbach (1000 Euro). Vor der Preisverleihung erfreute die große Gruppe des Adorfer Kindergartens Zwergenvilla die Bürgermeister und Mitarbeiter der Verwaltungen mit einem munteren Programm.

Für Adorf entschied sich die Jury aus mehreren Gründen. Bereits 2009 war Adorf Zweiter, das Preisgeld floß in Begrüßungsgeld für Neugeborene. Seit 2005 gibt es eine Tagesmutter, ein Kindergarten mit generationsübergreifendem Ansatz wird gebaut. Zudem punktete die Stadt mit Ganztagsangebote, ermäßigten Beiträgen für Musikschule, Bücherei, Bad und Ausstellungen, Zuschüssen zu Essensgeld und Kooperationen zwischen Firmen und Schulen.

"Wir stecken unsere ganze Kraft in den nächsten Jahren rein, um unsere Einwohner in Adorf zu halten", versprach Adorfs neuer Bürgermeister Rico Schmidt (SPD). Das Preisgeld 2011 wird ebenfalls wieder für Adorfer Babies ausgereicht, kündigte er an. Schmidt rief zugleich Adorfer Firmen auf, sich 2012 am Wettstreit um das familienfreundlichste Unternehmen zu beteiligen.

 
erschienen am 06.09.2011 ( Von Ronny Hager )
 
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