Gartenarchitekt sorgt für Empörung
Aussagen zur Pflege des Parks lassen Kritik aufkommen
Bad Elster. Das Projekt "Parkerlebnisse" in Bad Elster hat noch nicht begonnen, da schlagen die Wogen im Kurort schon hoch. Nicht nur, weil Bäume bei der Neugestaltung des Bereiches Gondelteich, Rosengarten und Schindelpark fallen werden. Es sind Aussagen des mit dem Vorhaben beauftragten Erfurter Garten- und Landschaftsarchitekten Thomas Stallmann, die im Badeort für Empörung sorgen.
"Die Grünanlagen sind jetzt gut 120 Jahre alt und haben die DDR-Zeit ohne Pflege überstanden", hatte Stallmann zur Vorstellung der "Parkerlebnisse", eines EU-Projekts von Bad Elster mit der Stadt Asch/Aš, erklärt. Der Park in der DDR ohne Pflege? Leser der "Freien Presse" widersprachen Stallmann. Nun meldet sich ein weiterer Kenner der Materie zu Wort. Otto Bernhardt war von 1952 bis 1988 Leiter der Parkverwaltung in Bad Elster. Als "starkes Stück" und im Grund eine "Verleumdung" bezeichnet der 89-Jährige die Aussage .
"Behandelt wie ihr Eigenes"
Nicht nur, dass er seine Arbeit damit herabgesetzt sieht, der Gartenbauingenieur ärgert sich auch, dass damit die Arbeit von lang gedienten Kollegen negiert wird. Dies seien Mitarbeiter gewesen, die zum Teil schon ab 1915 unter Park-Urheber Paul Schindel oder unter namhaften Gartengestaltern wie Hermann Schütt-auf gearbeitet hätte, sagt Bernhardt. "Sie haben die Anlagen behandelt als wäre es ihr Eigenes", würdigt der langjährige Park-Chef seine Mitstreiter. Auch Aussagen zu einer Hecke seien unzutreffend. Diese sei nicht in den 1970-er Jahren entstanden, sondern bereits in den 1960-ern als Ersatz für eine zusammengefallene Pergola, die nicht wieder hergestellt werden konnte. "Es musste ja ein Abschluss sein", sagt Bernhardt, 1987 mit der Ehrennadel für besondere Leistungen im Naturschutz in Gold geehrt. Er will, dass öffentlich erklärt wird, dass die Parks im Bad in der DDR sehr wohl gepflegt worden.
Das betont auch Bad Elsters Bürgermeister Christoph Flämig (Freie Wähler). "Ich habe selbst neun Jahre im Staatsbad im Bereich Technik gearbeitet und weiß, welch ein großer Aufwand für die Pflege der Parks betrieben wurde." Man könne auch keineswegs sagen, dass ein Nachfolger Otto Bernhardts wie Roland Puppe sich zehn Jahre vergeblich engagiert habe. "Ich glaube, der Herr Stallmann hat da einen falschen Zungenschlag gebracht", so Flämig. Gemeint wären wohl Großbäume, die es im ursprünglichen Parkkonzept nicht gab und die dennoch bislang ungehindert wachsen durften.
"Er hat es definitiv so gesagt"
Aber Stallmanns Aussage wurde so verstanden, als sei sie generell auf die Parkpflege gemünzt. Sie sei auch nicht falsch in den Medien wiedergeben worden, so Flämig. "Er hat es definitiv so gesagt", betont der Bürgermeister. "So, wie er es formuliert hat, geht es nicht. Das ist keinesfalls haltbar und völlig daneben."
Dass die Stadt generell auf Rodungen verzichtet, schließt Flämig aus. "Das ganz gewiss nicht", erklärt er und erklärt, dass das Konzept mit Denkmalschützern abgestimmt sei. Der Rathaus-Chef gibt zu bedenken, dass oft an ihn der Wunsch herangetragen werde, dass Blickachsen wieder freigeschnitten werden. Dass dann im Park das Freischneiden unterbleiben soll, wundert ihn, zumal jeder Baum seine Zeit habe. Außerdem habe die Stadt im Schindelpark nachgepflanzt, etwa Birken auf der Treppe im Bereich der katholischen Kirche. Was im ersten Moment ulkig wirke, entspricht laut alten Unterlagen dem historischen Bild, sagt Flämig. Gartenarchitekt Stallmann äußerte sich auf Anfrage nicht zu seinen Aussagen zur Parkpflege.
00:01 Uhr
Landvogt: Es gibt zwar einen ursprünglichen Parkentwurf und einen neueren Denkmalpflegeplan, aber es gibt auch den Bestandsschutz alter Bäume, schließlich standen sie auch nicht ohne Grund so lange Zeit dort. Man kann schauen, ob dieser Denkmalpflegeplan wirklich so gut ist, man könnte ihn überarbeiten, so dass der Baumbestand zum größten Teil belassen werden kann. Ein guter Planer würde das in jedem Fall versuchen. Daher würde ich den Herrn aus Erfurt noch einmal bitten seinen Entwurf zu überdenken.
18:10 Uhr
rennberg: Wer hat diesen Thüringer Architekt nach Bad Elster geholt?
Gibt es keinen orts- oder landschaftsgebundenen Architekt?
Wer sind die "Denkmalsschützer?
Müssen Bürger in Bad Elster erst Unterschriften sammeln, bevor ihre Meinung gefragt wird?
09:47 Uhr
ThorstenS: Ist der Herr Garten- und Landschaftsarchitekt ein Altbundesbürger?
Es wäre ja nicht das erste mal, daß uns Wessis erzählen wollen, wie wir früher in der DDR gelebt haben.