Anlaufturm der Vogtland-Arena Die Klingenthalerin Katja Schönherr auf dem Anlaufturm der Vogtland-Arena, die sie zum Thema ihre Diplomarbeit gewählt hat.

Foto: Helmut Schneider

Gutes Image - aber wenig Gewinn

Katja Schönherr hat Auswirkungen der Wettkämpfe in der Vogtland-Arena auf Klingenthal und Zwota untersucht

Klingenthal. Klingenthal. Am 2. und 3. Oktober findet in der Vogtland-Arena das Finale des Sommer Grand Prix der Spezialspringer statt. Solche Großveranstaltungen werten das Image der Stadt am Aschberg international auf. Nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen ziehen die meisten Einwohner von Klingenthal und Zwota aber nicht daraus. Das ergab eine Analyse, die die Klingenthalerin Katja Schönherr am Beispiel des Sommer Grand Prix 2008 für ihre Diplomarbeit erstellte. Vor 12.800 Zuschauern hatte damals der Österreicher Gregor Schlierenzauer vor dem Schweizer Simon Ammann und Martin Koch (Österreich) gewonnen.

Katja Schönherr legte im Jahr 2000 in Klingenthal das Abitur ab und begann anschließend an der Universität Regensburg eine Ausbildung zur Diplom-Geografin. Ein Beruf, der ihr viele Einsatzmöglichkeiten bietet - von der Stadtentwicklung über Tourismusmanagement bis hin zu Marketing.

"Ich wollte meine Diplomarbeit über Klingenthal, zumindest aber über das Vogtland schreiben", erläuterte sie ihre Beweggründe. Den Anstoß für das Thema über die Vogtland-Arena gab ihr letztlich eine Studie, die über das Weltcup-Skispringen in Willingen erstellt worden war. Im August 2008 begann sie mit ihrer umfangreichen Arbeit, Abgabetermin war im April vergangenen Jahres gewesen.

Für die Studie über die Vogtland-Arena wurden mit Unterstützung der Stadtverwaltung 500 Fragebögen an Einwohner in Klingenthal und Zwota im Alter zwischen 18 und 75 Jahren verschickt. 148 Antworten kamen zurück. "Das ist eine Resonanz, deren Ergebnisse schon repräsentativ sind", so die Klingenthalerin. Enttäuscht gewesen war Katja Schönherr nur, dass sich trotz mehrerer Absprachen nur ein Mitglied des Klingenthaler Stadtrates an ihrer Umfrage beteiligte.

Befragt wurden für die Studie auch der VSC Klingenthal als Organisator, sowie der Handel-, Gewerbe- und Tourismusverein Klingenthal/Zwota, dessen Mitglieder bei den Sportveranstaltungen die Versorgung der Besucher absichern.

Die Auswertung der 148 Antworten hat in ihrer Eindeutigkeit dann auch sie überrascht: "Die Einwohner von Klingenthal und Zwota, die sich an der Befragung beteiligt haben, stehen voll hinter der Vogtland-Arena. Und das, obwohl sie persönlich keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen können. Negativ zur Arena und den Wettkämpfen war nur eine einzige Antwort. In diesem Fall war ein langer Brief geschrieben, aber leider nicht der Fragebogen ausgefüllt worden".

Bemerkenswert sei für sie auch, wie fest die Klingenthaler und Zwotaer mit ihrer Heimat verwurzelt sind: Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass schon ihre Urgroßeltern in einem der beiden Orte zuhause waren.

 
erschienen am 27.07.2010 ( Von Thorald Meisel )
 
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