Dienstagvormittag machten am Grenzübergang Graslitzer Straße in Klingenthal Polizeihauptmeister Angela Bräutigam und Polizeihauptkommissar Mario Speer Reisende auf dem Weg in die Tschechische Republik auf die Gefährlichkeit der Feuerwerkskörper aufmerksam.
Foto: Helmut Schneider
Illegale Böller können teuer werden
Bundespolizei geht gegen illegale Einfuhr gefährlicher Böller am Grenzübergang vor
Klingenthal. Etliche Pkw, die am Dienstagvormittag über die Graslitzer Straße in Klingenthal in die Tschechische Republik fahren wollten, wurden kurz vor den Grenze von Beamten der Bundespolizei herausgewunken. In kurzen Gespräch mit den Insassen informierten Angelika Bräutigam und Mario Speer dass es verboten ist, Feuerwerkskörper ohne Prüfzeichen nach Deutschland zu bringen.
Mit Blick auf den bevorstehenden Jahreswechsel und den damit verbundenen Feuerwerken führt die Bundespolizei gezielte Präventionsmaßnahmen an den Grenzübergängen in Klingenthal und Johanngeorgenstadt durch.
Rund 1200 Böller sichergestellt
Allein seit Oktober wurden durch Beamte der Bundespolizeiinspektion Klingenthal rund 1200 illegal eingeführte Feuerwerkskörper sichergestellt, hauptsächlich Knaller der Marken Color Salute und La Bomba. "Das entspricht bislang in etwa der Menge des Vorjahres", erläuterte Pressesprecher Mario Speer: "Aber bis Silvester sind es auch noch einige Tage." Neben den Pkw-Übergängen werden inzwischen auch die grenzüberschreitenden Regionalzüge für den Transport der Feuerwerkskörper genutzt. Auffällig ist, dass in den Asia-Märkten an der Grenze Böller inzwischen das gesamte Jahr über zu haben sind.
Wer Knaller aller Art ohne Prüfzeichen wie BAM und CE nach Deutschland einführt, macht sich strafbar. Die Böller werden eingezogen, das Strafmaß kann von Geldbuße bis zu drei Jahren Haft reichen. "Neu ist, dass die Täter jetzt auch an den Kosten für den Abtransport und die Beseitigung beteiligt werden", informierte Speer.
Ein Problem an den illegalen Böllern ist, dass man nicht weiß, was sie enthalten. "Das können bis zu 60 Gramm Sprengstoff sein. Dabei handelt es sich nicht um Schwarzpulver. Das sind Substanzen, die sogar unkontrolliert zünden können, wenn sie nur feucht werden", zeigte Speer die Gefährlichkeit auf.
In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Beschwerden von Bürgern gegeben, dass auf dem Gelände des Asia-Marktes auf tschechischer Seite des Grenzüberganges Graslitzer Straße in den Wochen vor dem Jahreswechsel regelmäßig Böller gezündet wurden. In dem engen Tal war der damit verbundene Lärm vor allem nachts weithin zu hören. Die Grenzstadt Graslitz/Kraslice, in deren Zuständigkeit der Asia-Markt an der Grenze fällt, hatte deshalb im Oktober 2010 ein Verbot erlassen, das inzwischen erste Wirkung zeigt. "Die Verwendung von Feuerwerkskörpern bleibt während des ganzen Jahres verboten - Ausnahmen bilden Silvester sowie gesonderte Regelungen durch die Stadtverwaltung", hatte dazu Bürgermeister Zdenek Brantl erklärt.
Mario Speer kündigte an, dass die Bundespolizei in den nächsten Tagen an der Grenze weitere Aktionen gegen die Einfuhr illegaler Böller durchführen wird, teilweise auch in Zusammenarbeit mit dem Zoll und der Landespolizei.