Jazztage Zum Abschluss der 7. Internationalen Jazztage spielte am Sonntagnachmittag die Kinder Big Band des Vogtlandkonservatoriums Plauen unter der Leitung von Alexander Gebel im Naturtheater Bad Elster.

Foto: Eckhard Sommer

Nachwuchs-Jazz - eine Erfrischung

Die 7. Internationalen Jazztage locken 650 Besucher nach Bad Elster - Günther Fischer begeistert im Naturtheater

Bad Elster. Bad Elster. Bereits zum 7. Mal haben am Wochenende in Bad Elster Internationale Jazztage stattgefunden. Laut Angabe der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH wurden die drei Konzerte von insgesamt 650 Musikfreunden besucht. Das lässt den Schluss zu: Im ansonsten klassiklastigen Programmangebot hat der Jazz durchaus einen berechtigten Platz gefunden.

Den Auftakt machten am Freitagabend The Slampampers aus den Niederlanden. Bemerkenswert: Das Trio konnte das Konzert erst mit halbstündiger Verspätung beginnen, da es bei der Anfahrt nach Bad Elster Zeuge eines Unfalls war und Hilfe leistete. Eigentlich ein schlechtes Omen, aber The Slampampers sind von Kopf bis Fuß Profis und steckten den gewiss nicht angenehmen Zwischenfall weg. Mit zügelloser Energie, exquisitem musikalischen Können, eigenwilligem Gesang und jeder Menge Slapstick zwischendurch rissen sie die Besucher von den Sitzen und ernteten begeisterten Applaus. Ein Beweis dafür, dass Jazz nicht unbedingt seriös sein muss, sondern durchaus eine komödiantische Komponente haben kann.

Am Samstag gehörte das Naturtheater Günther Fischer und seiner Band. Fischer ist ein Altmeister des Jazz, war in der DDR seit er 1967 sein erstes eigenes Quartett gründete, in der Szene eine Gallionsfigur. Schade nur, dass die Zeiten vorbei sind, da er mit Uschi Brüning und explizit Manfred Krug auf der Bühne stand. Diese Beiden waren vor einem Jahr Stargäste der Jazztage in Bad Elster. Günther Fischer brillierte nicht nur als Solist am Saxofon, sondern nahm auch als Komponist nebst den Besuchern und seiner Tochter Laura die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Mit beeindruckender und facettenreicher Stimme sang seine Tochter unter anderem Lieder, die auch schon auf den Krug-Tonträgern "Es war nur ein Moment" und "Ein Hauch von Frühling" zu hören waren.

Den Schlusspunkt unter die 7. Jazztage setzte am Sonntagnachmittag die Kinder Big Band des Vogtlandkonservatoriums Plauen unter Leitung von Alexander Gebel. Den jungen Musikern im Alter von neun bis 15 Jahren zuzuhören und sie bei ihrem erfrischend ungezwungenen Spiel zuzusehen, das war für die Besucher ein Erlebnis. "Seit 2002 gibt es die Big Band, in der nur Schüler mitspielen, die sich für Jazz interessieren. 2008 haben sie beim Deutschen Orchesterwettbewerb den dritten Platz belegt und das will schon etwas heißen", so Jörg Leitz, stellvertretender Schulleiter.

Besonders viel Applaus bekamen die Solisten, unter anderem Ludwig Hammig (Posaune) und sein Bruder Richard (Schlagzeug), Jonas Berger und Maximilian Böswetter (beide Saxofon) sowie Juliane Däumler. Nach der Pause zeigte ein weiteres Nachwuchsensemble des Plauener Konservatoriums sein Können: die Jazzcombo Futur.

 
erschienen am 22.08.2010 ( Von Eckhard Sommer )
 
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