Das war der Haupteingang zur Rezeption im Hotel Seeblick.
Foto: Harald Sulski
Nein zu Solarpark an der Pirk
Stadt Oelsnitz lehnt Energie-Park ab
Oelsnitz. Seit Herbst gibt es Pläne, am Stausee einen Energiepark zu errichten. Ein Konzept dazu hat das Bauleitungs- und Sachverständigenbüro Matthias Steiner vorgelegt. Es sieht vor, auf einer Fläche von rund vier Hektar eine Fotovoltaik-Anlage zu bauen. Sie käme auf eine Leistung von 2,6 Mega-Watt.
1000 Haushalte abdecken
Das würde den Jahresbedarf von rund 1000 Haushalten decken. Zwei Investoren hat Steiner in der Hinterhand. Sie würden rund neun Millionen Euro in das Projekt stecken. Entstehen soll der Energie-Park anstelle des ehemaligen Hotels Seeblick, das von Vandalen zerstört und geplündert wurde.
Bei der Stadt Oelsnitz hat der Sachverständige jetzt eine Bauvoranfrage gestellt. Nach Auskunft im Rathaus seien die Unterlagen unvollständig gewesen. Es fehle die Nachbarschaftsbeteiligung. Das heißt, die Nachbarn des Grundstücks sind zu informieren, damit sie eventuell ihr Veto einlegen können. Bei den Nachbarn handelt es sich laut Steiner um das Autobahnamt und eine Grundstückverwertungsgesellschaft. Die Unterlagen habe Matthias Steiner jetzt nachgereicht. Wird seine Bauvoranfrage erneut abgelehnt, will er Widerspruch beim Landratsamt einlegen.
"Es ist eigentlich klar, dass das Ansinnen abgelehnt wird", sagt Kerstin Zollfrank vom städtischen Bauamt. Die Planungshoheit liegt bei der Stadt. Im Naherholungsgebiet an der Talsperre soll der Tourismus gefördert werden. "Der Stausee ist das einzige Pfund, mit dem wir touristisch wuchern können. Das wollen wir uns nicht kaputt machen", so Zollfrank.
Geht beides nebeneinander?
Tourismus und Energiepark - "beides geht nebeneinander, weil das eine das andere nicht behindert", meint Matthias Steiner. Als Projektentwickler hat er bereits fünf Nutzungskonzeptionen für das Hotel Seeblick untersucht, darunter Seniorenresidenz und medizinisches Zentrum. Alles sei gescheitert am zu hohen Kaufpreis des Eigentümers und der Nähe zur Autobahn. Die holländische Kette Green Park wollte auf dem Grundstück 270 Ferienhäuser errichten. Auch sie wandte sich wieder ab. Gründe: Zu hoher Kaufpreis, 270 Ferienhäuser wollte die Stadt nicht zulassen, die Zusage eines Immobilienmaklers für einen eigenen Strandabschnitt erwies sich als Luftblase. Matthias Steiner hält am Solar-Park fest - die Stadt an ihrer Entscheidung, ihn zu versagen.