Zur Stadtratssitzung am 14. Dezember hatte Oberbürgermeisterin Eva-Maria-Möbius bekannt gegeben, dass sie sich wegen ihrer Krankheit in den Ruhestand versetzen lassen werde.
Foto: Harald Sulski
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius hat den Kampf gegen den Krebs verloren
Fahne der Stadt Oelsnitz hängt auf Halbmast
Oelsnitz . Sie hat den Kampf gegen ihr schweres Krebsleiden verloren. Die Hoffnung auf eine Besserung hatte Eva-Maria Möbius aber nie aufgegeben. Noch im vergangenen Monat hat die Oberbürgermeisterin routiniert die Stadtratssitzung geleitet. Jene Sitzung war es auch, auf der sie ihren krankheitsbedingten Rücktritt bekannt gab. Es sollte die letzte Begegnung mit ihrem Stadtrat gewesen sein, mit dem sie nach eigenen Worten gern zusammengearbeitet hat.
Am Montagabend hat Mario Horn, erster Stellvertreter der Oberbürgermeisterin, den Stadtrat und die Medien vom Ableben Eva-Maria Möbius' informiert. "Die Stadt und das Vogtland verlieren eine der herausragendsten Persönlichkeiten", so Horn. Eva-Maria Möbius hatte 1990 im Rathaus begonnen, zunächst als Beigeordnete. Ab Dezember 1992 füllte sie das Bürgermeisteramt aus. "Sie zeichnete sich aus durch Fleiß, Mut, Durchsetzungsvermögen - sie war eine Vollblut-Oberbürgermeisterin", zeichnete Mario Horn das Bild der 63-Jährigen. Am 8. Februar wäre sie 64 Jahre alt geworden.
Viele Investitionen
"Ihr Verdienst war es, dass nach der Wende viel Neues in Oelsnitz entstanden ist", so der Vizebürgermeister. Zu erwähnen wäre unter anderem die Sanierung des Zoephelschen Hauses, der Bau der Ortsumgehung, die Sanierung von Schloss Voigtsberg und der Mittelschule Oelsnitz, die Schaffung von Indu-strie- und Gewerbegebieten. Erst im Mai unterzeichnete die Oberbürgermeisterin Verträge mit Chinesen, die sich im Industriegebiet Taltitz Neue Welt ansiedeln möchten und im Bereich des Energiesparens investieren wollen.
Eva-Maria Möbius begleitete auch viele Ehrenämter. Sie wirkte viele Jahre als Vizepräsidentin des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG), als Kreisvorsitzende des SSG, als Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, als Mitglied des Kuratoriums Tag der Sachsen. "Sie hinterlässt eine große Lücke, der Verlust ist riesig", so Horn. Doch nicht nur als Vorgesetzte hatte Eva-Maria Möbius viel Sympathie.
Vertraute und Freundin
"Für uns war sie nicht nur Chefin, sondern auch Vertraute und Freundin", sagte Bauamtsleiterin Karin Schuberth am Montag. "Zugleich hatte sie eine liebe und mitreißende Art und viel Humor. Sie konnte herzhaft über sich selbst und mit anderen lachen", charakterisierte Kämmerin Renate Degenkolb. Und sie war ein geselliger Mensch. Erinnert sei an Saisoneröffnungen im Freibad Elstergarten. Bei dessen Neueröffnung nach monatelanger Sanierung wagte sie einen Sprung vom Fünf- Meter-Turm. Mit der "Freien Presse" pflegte die Oberbürgermeisterin eine kooperative und unkomplizierte Zusammenarbeit.
Eva-Maria Möbius ist zu Hause verstorben. Die traurige Nachricht erhielt Mario Horn am Montag von Tochter Lilly und Ehemann Rolf. Eva-Maria Möbius hinterlässt ihre Mutter, zwei Töchter, ein Enkelkind und ihren Ehemann. Die Stadt behält Eva-Maria Möbius in ehrender Erinnerung.
18:21 Uhr
happymaus68: Ich möchte den Hinterbliebenen von Frau Möbius mein Beileid aussprechen! Sie hat so viel für die Stadt getan und leider doch verloren! Danke damit es sie gab!!!!