Stefanie Seidel aus Schöneck war am Samstag in ihrer Heimatstadt und gab in der "Musikkneipe Zausel" ein Konzert.
Foto: Eckhard Sommer
Saxofonistin Stefanie Seidel kommt gern Schöneck
Konzert in der "Musikkneipe Zausel"
Es kommt nicht mehr so oft vor, dass Stefanie Seidel daheim in Schöneck ist. Am Samstag war es jedoch der Fall - aus gutem Grund und als besondere Überraschung zum 50. Geburtstag ihrer Mutter Katrin. Für sie und ihre Gäste gab sie mit ihrer Freundin Anna Steinkugler in der Musikkneipe "Zausel" ein Konzert. Stefanie am Saxofon und Anna an der Harfe- das ist eine ungewöhnliche musikalische Kombination.
Genauso ungewöhnlich, wie der künstlerische Werdegang von Stefanie Seidel ist. "Als ich neun Jahre alt war, habe ich an der Musikschule Vogtland mit dem Üben begonnen. Bis 2001 war Corinna Stengel meine Lehrerin. Ich habe bei ihr sehr viel gelernt. Sie hat die Grundlagen gelegt und dafür bin ich bis heute dankbar", so die 24-Jährige. Von 2006 bis Juni des Vorjahres studierte sie am Conservatorium Amsterdam. Eine sehr gute Adresse für angehende und talentierte Musiker. Dass sie es dorthin schaffte, hat sie Arno Bornkamp zu verdanken, der in Fachkreisen als eine Koryphäe gilt: "Ich habe ihn bei einem Meisterkurs kennen gelernt und er meinte, dass ich unbedingt zu ihm in dieses Konservatorium sollte."
Seit ihrem erfolgreichen Abschluss lebt Stefanie Seidel in Berlin, ist freischaffende Musikerin und arbeitet außerdem als Lehrerin an der Musikschule Greifswald. "Ich wollte schon immer auch in die musikpädagogische Richtung gehen", so Seidel. Wenn sie vor den Schülern steht und ihre Begeisterung beim Üben spürt, fühlt sie sich an die eigene Zeit an der Musikschule erinnert. "Begeisterung ist das Eine, aber Durchhalten ist das Andere. Es ist wichtig, sich an Erfolgen zu orientieren, auch wenn es manchmal nur kleine sind, statt sich davon entmutigen zu lassen, was man alles noch nicht kann."
Auch dieses Denken hat ihr einst Corinna Stengel vermittelt. Sie saß am Samstag ganz still und lauschte begeistert dem Spiel von Stefanie Seidel. "Wenn ich daran denke, wie sie als kleines Mädchen angefangen hat", sagt sie und hält die Hand dabei in Hüfthöhe, "dann ist es doch wunderbar zu sehen und zu hören, wie toll sie sich entwickelt hat." Konzerte in der Region - Stefanie Seidel trat schon in der Nicolaikirche Auerbach und zum 125-jährigen Jubiläum der Musikschule in Markneukirchen auf - würde die junge Saxofonistin gern öfter geben. Bisher fehlt es jedoch an Angeboten.