Winterurlaub mit Kuschelfaktor: Maria Zürnstein und Tobias Loth aus Gera begrüßen Huskys, die beim Schlittenhunderennen starten.
Foto: Helmut Schneider
Schlittenhunde erobern Herzen der Besucher in Schöneck
Vierbeiner und ihre Musher sorgen schon vor Rennbeginn für Aufsehen
Schöneck. Am Samstag werden sie losgelassen: Nicht nur die Musher sind heiß auf den Start beim Schönecker Schlittenhunderennen, auch ihre Vierbeiner wirken vorab ungeduldig und nervös. Sie jaulen, winseln, schnuppern. Für viele ist es der erste Start der Saison auf Schnee. Etwa für die Hounds von Jens Laudel aus Netzschkau. Der 40-Jährige ist der einzige Teilnehmer aus dem Vogtland. "Die Nervosität verfliegt, sobald sie eine Weile laufen", sagt er. Am Freitag konnte sich seine Truppe beim Prolog warm traben, der das Rennwochenende eröffnet.
Großer der Szene gibt Tipps
Einige Musher reisten wie Laudel schon am Donnerstagnachmittag an. Das sei für die Hunde entspannter. Und für einen Plausch unter Experten ist dann auch noch Zeit. 74 Teams sind dieses Jahr dabei. Zur Long-Distance-Europameisterschaft waren es vorigen Winter 60 Gespanne. Mit dem mehrfachen Europa- und Weltmeister Rudi Ropertz aus dem Münsterland ist diesmal ein Star der Szene angereist. Er will das Rennen nutzen, um seine junge Gruppe auszuprobieren. Aus den Boxen springen 22 Alaskan Huskys: schön, schlank, schnittig. Auch sie haben Star-Qualitäten. Zuletzt starteten sie bei einem Rennen im Bayerischen Wald. Fünf Stunden waren sie unterwegs. Sie strecken ihre Glieder. Das Fell schimmert in der Sonne. Schnell sind sie alle, sagt Ropertz. Aber ums Siegen allein geht es ihm nicht. "In Musher-Kreisen heißt es immer: Schöneck ist so ein schönes Rennen. Da wollte ich auch einmal dabei sein." Er will sowohl auf der langen 40-Kilometer-Strecke, als auch im Sprint-Wettkampf mit seinem Gespann starten. Die meisten Hunde sind nur in einer Disziplin gut. Wie der Sportler und Züchter das Kunststück schafft, in beiden ganz vorn zu liegen, wollen Kollegen immer wieder von dem 70-Jährigen wissen. Der gibt gern Auskunft.
Tierschutzbeauftragte wacht
Man kennt sich untereinander. Schon das Einparken der Wohnwagen endet mit großem Hallo. Walter Metzel vom Fränkischen Schlittenhunde Sportclub weist jedem Musher ein Karree auf dem Stellplatz am Meiler zu. Er ist der Tierschutzbeauftragte im Organisations-Team. Schaut, ob die Boxen für die Hunde groß genug und mit Stroh ausgepolstert sind. Zwar sind die Vierbeiner an frostige Nächte gewöhnt, kuschelig sollen sie es dennoch haben. "Es kommt vor, dass sich ein Musher nicht an die Regeln hält", berichtet Metzel. "Etwa keine Boxen für seine Tiere hat. Dann wird er verwarnt. Er muss das Problem abstellen."
Dass die Haltung von Schlittenhunden mit sehr großem Aufwand verbunden ist, erklärt auch Biologielehrerin Marina Zöphel einigen Mädchen der 5., 6. und 7. Klasse der Evangelischen Mittelschule Schöneck. Sonst würden sie die Hunde vom Ausflug zum Musher-Lager glatt mit nach Hause nehmen. "Die sehen so niedlich aus", schwärmt Nancy Bülow. Am Samstag werden sie zeigen, dass sie auch rennen können.
Service:
Das Schlittenhunderennen in Schöneck startet am Samstag 10 Uhr, am Sonntag 9 Uhr. Start und Ziel sind am Meiler. Der Eintritt kostet an beiden Tagen jeweils drei Euro für Erwachsene, Kinder zahlen einen Euro. Parkmöglichkeiten bietet das neue Parkhaus der Skiwelt Schöneck. Mit der Vogtlandbahn können Gäste bis zum Haltepunkt Ifa-Ferienpark fahren. Die Rennstrecke ist von dort aus zu Fuß erreichbar. Die Klingenthaler Straße ist Samstag und Sonntag von 8 bis etwa 17 Uhr gesperrt, da die Strecke die Straße quert.