Diana Schulze und ihr Sohn Kevin aus Falkenstein tummelten sich am Samstag am Jägerlift in Klingenthal. Diana Schulze und ihr Sohn Kevin aus Falkenstein tummelten sich am Samstag am Jägerlift in Klingenthal.

Foto: Eckhard Sommer

Skifahrer erobern Hänge des Oberlandes

Endlich: Drei Lifte drehten sich am Wochenende das erste Mal in diesem Winter

Erlbach/Klingenthal/Schöneck. Nein, es war im Oberen Vogtland am Wochenende kein Kaiserwetter. Kein strahlend blauer Himmel, kein knackiger Frost. Aber dafür Schneefall ohne Unterlass und in Fast-schon-zu-viel-Menge, dass es eine gehörige Portion Geduld und Verständnis für den Winterdienst bedurfte, um die drei Premieren-Skilifte oder wenigstens einen von ihnen auf glatter Straße zu erreichen.

Vor einer Woche war in Erlbach damit begonnen worden, den Skihang am Kegelberg herzurichten. Die Schneekanonen liefen auf Hochtouren und die Mitglieder des Wintersportvereins (WSV) legten fast rund um die Uhr Hand an, um die Piste zu präparieren. Die Mühe wurde ihnen gelohnt, denn allein am Samstag kamen rund 200 Skihasen - wie am Sonntag auch - und wedelten den Hang hinunter. WSV-Chef Norbert Dick: "Das war doch für den Anfang gar nicht schlecht. Hoffentlich geht es so weiter. Die ausgefallenen wichtigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr lassen sich zwar nicht mehr aufholen, aber jetzt stehen ja noch die Winterferien vor der Tür." Die hatte zum Beispiel eine Gruppe aus Bautzen vorgezogen, deren einhelliges Urteil war: Es ist hier in Erlbach große Klasse. Das meinte auch Familie Groenwald aus Adorf. Frank Groenwald: "Wir sind zum ersten Mal auf dem Kegelberg. Der Hang ist gut, aber doch ganz schön anspruchsvoll. Heute geht es mit dem Abfahren wunderbar."

Wunderbar - dieses Gefühl stellte sich bei Marco Wunderlich erst am Sonntag so Richtung ungetrübt ein. Er ist der Betreiber des Skilifts an der Jägerstraße in Klingenthal und hatte die Tage zuvor den Hang mit dem Pistenbully startklar gemacht. Die ersehnte Premiere war dann aber gar nicht nach seinem Geschmack, Verzweiflung dennoch ein Fremdwort für ihn: "Der Start am Samstag war wegen einer technischen Panne zwar ein wenig holprig, aber trotzdem können wir mit dem ersten Wochenende ganz zufrieden sein." Grund: Der Schaden in der Elektrik des Lifts war schnell behoben und vor allem am Sonntag kamen Besucher trotz des Schneefalls in Scharen.

Wie ein Perpetuum mobile drehte sich am Samstag auch der Vierer-Sessellift in der Skiwelt Schöneck. Weil es am Stück schneite und überdies eine steife Brise über den Hang pfiff, war der Andrang noch nicht so groß wie erhofft und aus dem Vorjahr gewohnt. Lift-Diensthabender Norbert Meier: "Es liegt eindeutig am Wetter, denn normalerweise ist gerade am Wochenende viel mehr los. Aber das kommt schon noch." Während sonst der Ochsenkopf ihre Heimpiste ist, zogen es Madlen Schlotter, Lena Hofmann, Theresa Voit und Marco Müller aus Hof vor, am Samstag nach Schöneck zu kommen. Theresa: "Ich habe im Internet gelesen, dass es heute hier losgeht. Da wollten wir uns mal ansehen wie es in Schöneck so ist." Und, wie ist es? "Wunderbar, und der Hang hat es in sich. Genau richtig für uns."

In der Region laufen derzeit neben den benannten Liften täglich die Anlagen in den noch höheren Lagen, so in Mühlleithen, am Hirschkopf in Carlsfeld sowie am Bleiberg in Schwaderbach/Bublava.

 
erschienen am 22.01.2012 ( Von Eckhard Sommer )
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