Friederike Preuß (links) aus Klingenthal zählt zu den Müttern, die in der bald geschlossenen Geburtsstation in Adorf ihr Kind zur Welt gebracht haben. Foto: Helmut Schneider
"Unser Einsatz war nicht umsonst"
Initiatorin der Aktion für Erhalt der Babystation Adorf 2001 traurig über das Aus
Adorf. Adorf. Angela Meyer aus Bad Brambach ist traurig über das beschlossene Aus für die Geburtenstation im Adorfer Krankenhaus im Juli. "Das ist bedauerlich. Aber auf der anderen Seite ist es schön, dass es sie noch neun Jahre gegeben hat", sagt die 41-Jährige, bei der ab 2001 die Fäden für eine große Unterschriftenaktion zusammenliefen. Damals kämpften 3000 Menschen für den Erhalt der Station und trugen so mit dazu bei, die schon längst beschlossene Schließung abzuwenden.
"Ich kenne viele Frauen, die in den neun Jahren dankbar dafür waren, dass sie in Adorf entbinden konnten", sagt Angela Meyer. Nach den Worten der Landkreis-Beigeordneten Anneliese Ring (CDU) sind es etwa 2000 Mütter gewesen, die vom Erhalt der Station profitierten. Im Januar 2001 hatte Angela Meyer in Adorf ihre Tochter zur Welt gebracht und sich hier gut aufgenommen gefühlt. Das war für sie Antrieb, sich wie viele Frauen für die Station zu engagieren, denkt sie an Mitstreiterinnen wie Ute Stäglich aus Oelsnitz, Sandy Gottsmann aus Sohl oder Beatrice Zeidler aus Adorf.
"Unser Einsatz war nicht umsonst. Es hat noch neun Jahre gereicht." Sie dankt auch der Kreisverwaltung, die mit einer Klage das Aus der Station hinausschob, und der Paracelsus-Gruppe. Diese hatte beim Verkauf der Adorfer Klinik durch den Kreis 2003 den geforderten Erhalt der Geburtshilfe akzeptiert. "Wir als Kreis hätten die Station nicht aufrecht erhalten können", betont CDU-Sozialpolitikerin Ring.
"Wir hatten damals gehofft, dass es die nötigen 300 Geburten wieder gibt", blickt Angela Meyer zurück. Dazu kam es nicht: die Zahl sank von 2007 zu 2008 gravierend von 239 auf 190. "Bei diesen Geburtenzahlen kann ich die Schließung verstehen", sagt die Bad Brambacherin. Dass es bald keine Babybilder aus der Klinik Adorf in der "Freien Presse" mehr geben wird, bedauert sie. "Die fand ich ganz putzig und hab sie immer intensiv studiert."
Das Haupt-Argument von 2001 für den Erhalt der Station im Adorf - weite Wege - steht noch immer. "Für die Frauen wird das äußerst heikel, es sind weite Fahrtstrecken. Ich kenne Beispiele, wo es Frauen nur knapp bis Adorf geschafft haben." Erneut protestieren will Angela Meyer nicht. "Das wäre nicht realistisch." Sie glaubt, dass sich manche Frau im oberen Vogtland nun für die Entbindung nach Oberfranken orientiert - auch in Marktredwitz gibt's eine Geburtshilfe.