Vereint in der Freude an der Musik

Stadtorchester Klingenthal spielt in Musikhalle Markneukirchen - Posaunist Eßbach zu Ehrenmitglied ernannt

Markneukirchen/Klingenthal. Gemeinsame Freude an der Musik und Unvoreingenommenheit kann Folgendes bewirken: Klingenthaler Treue und Markneukirchener Neugier treffen zusammen und sind dann der Garant für eine krachend volle Musikhalle. So geschehen am Samstag, als das Klingenthaler Stadtorchester mangels eigener geeigneter Räumlichkeiten erneut im benachbarten Markneukirchen sein Weihnachts- und gleichzeitig Jahresabschlusskonzert gab - zum dritten Mal seit 2006.

Freude, die man schenkt, kehrt ins eigene Herz zurück - vielleicht lässt sich so das Motto der gut dreistündigen Abendunterhaltung formulieren. Dass sie so gelungen war, lag auch am besucherfreundlichen Bustransfer zwischen den beiden Orten und der Ausgestaltung der Musikhalle durch das Team um Joachim Schröder.

Das Stadtorchester Klingenthal unter Leitung von Rico Schneider präsentierte ein Programm, das keinen Wunsch aussparte und das künstlerische Können des Klangkörpers in ganzer Breite widerspiegelte. Der Bogen spannte sich von Klassik über Volksmusik bis zu Swing und weihnachtlichen Melodien, die von Anne Baumgärtel, Thomas Hellwig-Honegger und Horst Brückner gesungen wurden. Der Konzertmarsch "Mit voller Kraft" gab den Takt für das gesamte Konzert vor. Neben einem Brasil-Tropical-Potpourri war unbestritten das Concertino für Posaune von Ernst Sachse der Höhepunkt im klassischen Teil des Abends. Gespielt wurde es auf einer Mönnig-Posaune aus Markneukirchen - vom Solisten Gerhard Eßbach, der dafür mit Beifall geradezu überschüttet wurde. Er stammt aus Klingenthal, spielte als Soloposaunist unter anderem am Gewandhaus Leipzig und an der Semperoper Dresden und dabei unter solch renommierten Dirigenten wie Kurt Masur oder mit Musikern wie Ludwig Güttler. Jetzt ist er nach Klingenthal zurückgekehrt und verleiht dem Stadtorchester Glanz. Oder wie es Moderator Günther Glaß auf den Punkt brachte: "Gerhard Eßbach ist für Klingenthal wie ein Sechser im Lotto mit Zusatz- und Superzahl."

Zum offiziellen Teil des Abends gehörten sieben Neuaufnahmen in den Verein des Stadtorchesters. Unter anderem von Antje und Dirk Uebel, die Urenkel von Klingenthals erstem Stadtmusikdirektor Ernst Uebel. Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Orchester wurden Cornelia Meinl und Frank König geehrt, zu Ehrenmitgliedern Heinz Meinel und Gerhard Eßbach ernannt. Für seine 70-jährige Mitgliedschaft war der langjährige Orchesterleiter Hugo Herold bereits am 23. November anlässlich seines 85. Geburtstages geehrt worden.

 
erschienen am 29.11.2009 ( Von Eckhard Sommer )
 
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